Pirschfahrten im Moremi Wildreservat

von Susanne Schlesinger

26. bis 28.02.2016
In den kommenden zwei Tagen und auf der Rückfahrt nach Maun werden wir Pirschfahrten im Moremi-Gebiet unternehmen. Wir frühstücken in der Morgendämmerung und brechen dann zügig auf. Es ist noch kühl und die warme Jacke und der Schal tun gute Dienste. Moremi ist um diese Jahreszeit sehr grün. Das Gras steht hoch und überall sind Wasserpfützen. Nicht die besten Voraussetzungen für Tiersichtungen, vor allem für Raubkatzen. Sie können sich überall gut verbergen. So sehen wir zunächst außer einigen Impalas, ein paar Pavianen, den immer anwesenden Zebras und verschiedenen Wasservögeln nicht viel.


Im Schlam(m)assel

Der Himmel öffnet die Schleusen und es regnet wie aus Kübeln. Wir müssen die Abdeckungen schließen und sehen dadurch kaum etwas außer dem prasselnden Regen auf die Frontscheibe. Die Scheibenwischer schaffen es kaum, aber unser Fahrer Ghandi kennt sich gut aus. Es ist warm, trotzdem ist die Feuchtigkeit, die überall eindringt, recht unangenehm. Zum Glück hält der Regen nicht lange an und bevor Langeweile aufkommen kann, verhilft uns Ghandi unfreiwillig zu einem echten Abenteuer.

Bei der Durchfahrt durch eine große Wasserpfütze verschätzt er sich und wir bleiben mit den Hinterrädern in dem zähen schwarzen Schlamm stecken. Nun müssen die Männer ran - Schuhe ausziehen und vorsichtig aus dem Wagen klettern, um nicht auf dem glitschigen Untergrund auszurutschen. Schieben nützt nichts, das Rad frisst sich immer tiefer in den schlammigen Untergrund. Der “Jack“ muss wieder ran. Der Plan ist, das Rad mithilfe des Wagenhebers aus dem Schlamm so anzuheben, dass ein Ast oder Zweige untergelegt werden können und das Rad so wieder Grip bekommt. Auf der rechten Seite geht das gut, links steht das Auto sehr nahe an einer Böschung und das macht die Sache kniffelig. Trotzdem gelingt das Manöver, und nach einer beherzten Anfahrt schafft es Ghandi, das Fahrzeug aus der Kuhle auf festen Grund zu manövrieren. Unsere Männer sind mächtig stolz und feiern ihren Sieg. Anita und ich helfen beim Füßewaschen und wir setzen unsere Fahrt vergnügt fort.

An einem idyllischen Platz machen wir ein Picknick und am Nachmittag bekommen wir doch noch einiges vor die Kameralinse - Flusspferde, Giraffen, Elefanten, Kudus und verschiedene Vogelarten.

Neue Pirschfahrt - neues Glück

Der nächste Tag bringt freundlicheres Wetter und wir fahren am Morgen auf eine weitere Pirschfahrt. Eine Giraffenherde, einige Geier und ein paar sehr hübsche Kudus, Wasserböcke, dazu bunte Vögel, Warzenschweine und eine Leopardenschildkröte, jedoch keine Raubkatzen, sind die Sichtungen des Vormittags. Wir fahren durch ein Gebiet mit bizarren Baumstümpfen. Hier haben die Elefanten ganze Arbeit geleistet. Zum Mittagessen kehren wir ins Hyena Pan Camp zurück und genießen einen freien Nachmittag im Pool und in der Lounge. Am Wasserloch schaut eine Giraffe vorbei, später am Abend streift ein großer Elefantenbulle fast lautlos durch die Dunkelheit.

Rückfahrt nach Maun

Bei der Rückfahrt nach Maun am nächsten Tag haben wir dann doch noch Glück und treffen auf zwei Löwinnen mit einem kleinen, tapsigen Löwenbaby, die im Schatten der Bäume gut getarnt im Gras liegen und Siesta halten. Die Straße wird kurz vor Maun besser und wir fahren in die Stadt. Leider bekommen wir kein Bier, denn es ist Sonntag und da haben die Getränkeläden geschlossen. Der normale Supermarkt hat jedoch geöffnet und wir können zumindest Cola und Ginger Beer einkaufen. In der Rivernest Lodge werden wir wieder von Jeffyas und unserem roten Safaritruck begrüßt. Wir verabschieden uns von Ghandi und freuen uns auf den bequemeren geschlossenen Truck.

noch keine Kommentare