Morgenpirschfahrt und Bootssafari in Chobe

von Susanne Schlesinger

02.03.2016
Am nächsten Tag gehen wir alle auf eine Morgenpirschfahrt, und der Chobe Nationalpark bietet ein anderes Bild als gestern am Nachmittag. Es ist noch kühl und frisch. Ein Löwenpaar räkelt sich in der Morgensonne, weitere Löwen gesellen sich dazu. Sie sind zwar relativ weit entfernt, bieten aber trotzdem einen schönen Anblick. Wir begegnen Pavianen, die sehr viel Nachwuchs haben (sie scheinen ja auch ständig zu „schnackseln“, wie es Anita und Hans ausdrücken) und einer Herde Büffel.

An ihren dicken Hornansätzen erkennt man, dass sie schon älter sind. Alte Büffelbullen schließen sich häufig zu einer „Senioren-WG“ zusammen, denn der ständige Kampf mit den jüngeren Artgenossen in einer Herde wird ihnen einfach zu stressig. Hier genießen sie die Ruhe und den Frieden und lassen sich von den Rotschnabelmadenhackern das Fell pflegen (noch ein Zungenbrecher für Prince, unseren deutschsprachigen Guide). Ein paar Zebramangusten (Mungos) treiben sich im warmen Sand unter den Büschen herum. Es ist keine einzige Giraffe zu sehen und Felix und ich beglückwünschen uns zu der Entscheidung, gestern Nachmittag auf die optionale Pirschfahrt gegangen zu sein.

Wir kehren zur Lodge zurück und machen zuvor noch einmal einen Zwischenstopp in Kasane, um für das Abendessen einzukaufen. Wie auch in Maun besteht die Innenstadt aus ein paar Läden in einer Art Einkaufszentrum. Auch hier gibt’s wieder keinen richtigen Souvenirladen - eine echte Marktlücke.

Tour- T-Shirt © Foto: S. Schlesinger | Outback AfricaIn der Lodge treffen wir uns nach dem Mittagessen mit dem Vertreter einer T-Shirt-Druckerei, die spezielle „Sunway Tour-T-Shirts“ anbietet. Die Farbe und Größe kann ausgewählt werden. Auf die Rückseite wird der Tourverlauf gedruckt, vorn kann man sich ein Motiv aussuchen, ebenso für den Ärmel. Außerdem gibt es noch kleine Flaggen für die besuchten Länder für den anderen Ärmel. Das T-Shirt kostet 25 US-Dollar und wird zwei bis drei Tage später geliefert.

Bootssafari auf dem Chobe Fluss

Am Nachmittag brechen wir erneut auf, diesmal zu einem Bootsanleger unweit der Lodge. Der Fahrer des Safarifahrzeugs vom Vormittag verwandelt sich von „Driver Jack“ in „Captain Jack“ und wir legen mit einem kleinen Boot mit rund 15 Plätzen zu einer Fahrt auf dem Chobe ab. Ich liebe Bootsfahrten, denn vom Wasser aus hat alles eine andere Perspektive und es macht einfach Spaß, über das Wasser zu gleiten. Wir sind jedoch nicht allein auf dem Fluss. Auf einem großen Ausflugschiff, das sogar am Heck eine richtige Bar hat, drängeln sich rund 30 Gäste. Ein ambitionierter Fotograf hat auf dem Dach seine monströse Kameraausrüstung aufgebaut.

Wir begegnen auch einem Boot von Pangolin-Safaris. Hier sind professionelle Kameras fest auf dem Boot installiert. Die Gäste sitzen auf Drehstühlen, eine Mitarbeiterin gibt Tipps für das optimale Foto. Ulrike hat bei einer früheren Botswana-Reise bereits einmal an einer solchen Bootstour teilgenommen und die Fotos sind wirklich gut geworden. Für Privatreisen ist es sicher eine tolle Alternative, um Fotos mit professioneller Ausrüstung zu machen. (hier ist Ulrikes Reisebericht dazu).

Uns gelingen aber auch mit unseren „normalen“ Kameras gute Schnappschüsse, denn an schönen Motiven mangelt es in Chobe nicht. Ein Riesenfischer (Giant Kingfisher) posiert geduldig, ein Waran und ein Krokodil liegen in der warmen Sonne am Ufer. Auf einer Insel sind zwei Flusspferde aus dem Wasser gekommen und mampfen das üppige Gras. Sie lassen sich von den nahe heranfahrenden Booten nicht stören. Eine Herde Elefanten trinkt am Ufer. Alle sind von der Erde rot gepudert, nur einer ist grau. Er hat wahrscheinlich gebadet.

Nicht nur die Tiere sind eine Augenweide, auch der wechselnde Himmel verleitet immer wieder zum Fotografieren. Dunkle Wolken geben dramatische Kontraste, ein Regenbogen erscheint und verschwindet wieder. Die sinkende Sonne taucht alles in goldenes Licht. Wir sind bereits auf dem Rückweg, als Jack das Boot in voller Fahrt herumreißt und zum Ufer steuert. Er hat tatsächlich im Vorbeifahren einen Leoparden in einem Baum am oberen Rand der Uferböschung entdeckt. Uns gelingen einige Schnappschüsse, bevor andere Boote auf unsere Entdeckung aufmerksam werden und nun ebenfalls die Uferstelle ansteuern. Der Leopard klettert höher in den Baum und es ist nur noch der gefleckte Schwanz zu sehen. Wir sind begeistert, denn wir haben unsere Big Five komplett und Captain Jack darf sich über ein üppiges Trinkgeld freuen.

Am Abend hat Jeffyas auf unseren Wunsch hin noch einmal für uns gekocht - unsere letzte „Buschmahlzeit“ ist stilecht eine „Buschlasagne“ aus Hackfleisch und Nudeln, dick mit Käse überbacken. Sehr, sehr lecker!

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