Aus dem Okavango-Delta nach Moremi

von Susanne Schlesinger

25.02.2016
Heute Morgen kehren wir zurück aus dem Okavango-Delta von der zweitägigen Campingtour. Die Poler und wir Reisegäste packen bis auf die Zelte alles ein und verladen das Gepäck in die Mokoros. Morgen wird eine weitere Gruppe das Camp benutzen und deshalb können die Zelte einfach stehenbleiben. Auch die Poler lassen ihre Zelte vor Ort. Bei der Rückfahrt haben wir eine unliebsame Begegnung mit einem Flusspferd, das gerade vom Dickicht ins Wasser steigen möchte und sich plötzlich einer Mokoroflotte gegenüber sieht.

Die Poler in den ersten Mokoros staken sofort weg von dem Hippo ins Schilf und machen ordentlich Lärm. Die anderen nachfolgenden Boote stoppen, um das Tier nicht noch weiter zu provozieren. Das Flusspferd reißt gefährlich sein Maul auf, entscheidet sich aber dann dafür, sich lieber ins Wasser zurückzuziehen und vorn dort noch ein paar Drohgebärden in unsere Richtung zu machen. Die Poler staken nun schnell vorbei und versuchen, eine offene Wasserfläche zu erreichen. Lincoln, mein persönlicher Bootsführer, sagt, dass es ab und zu Unfälle mit Hippos gibt. Meist passieren diese in einer ähnlichen Situation. Das Flusspferd erschreckt sich oder fühlt sich oder seinen Nachwuchs gestört und geht zum Angriff über. Nach einer Weile verlangsamen die Poler wieder das Tempo und wir gleiten gemächlich weiter.

Übrigens gibt es auch Mokoro-Rennen und Geschicklichkeitswettbewerbe, die unter den verschiedenen Dorfgemeinschaften veranstaltet werden. Jeder Poler muss zudem eine „Führerscheinprüfung“ ablegen und jährlich eine Lizenz erwerben, die ihn als qualifizierten Bootsführer ausweist. Nur dann darf er Touristen befördern.

An der Poler-Station warten schon die nächsten Gäste. Wir bedanken uns bei unseren Bootsführern mit einem Trinkgeld, das an alle gleichmäßig aufgeteilt wird. Die Poler, die nur Fracht transportieren, würden sonst leer ausgehen. Wir klettern in den offenen „Planet Okavango“-Wagen uns fahren in Richtung Moremi Game Reserve. Wir passieren den Veterinärzaun, der das Okavango-Delta umgibt. Wir marschieren durch eine Desinfektionswanne und sollen auch mindestens noch ein weiteres Paar Schuhe vorzeigen und ebenfalls die Sohlen desinfizieren. Das Safarifahrzeug wird ebenfalls abgespritzt, dann kann es weitergehen.

Unterwegs begegnen wir einigen Elefanten, Impalas und einer hübschen Giraffendame, außerdem einigen schlammverschmierte Warzenschweine und ein Büffel an einem Wasserloch. Ein bunter Senegal-Liest, der zur Familie der Kingfisher (Eisvögel) gehört, posiert auf einem abgestorbenen Ast für ein Foto.

Die unbefestigte Straße führt in Richtung Khwai. Wir passieren die Brücke, die fast jeder Botswana-Safaritourist kennt, nachdem wir am Gate eine Mittagspause eingelegt haben. Unser Ziel ist das Hyena Pan Tented Camp. Es liegt weit im Norden von Moremi, rund anderthalb Stunden vom Khwai-Village entfernt. Unterwegs sehen wir nicht viele Tiere - außerhalb von Moremi waren es am Vormittag wesentlich mehr. Wir erreichen das Camp am späten Nachmittag und werden von Bruce und Barbara herzlich begrüßt. Sie sind die Urlaubsvertretung für die Eigentümer und wohnen eigentlich in Maun. Hier verbringen wir die nächsten drei Nächte.

ein Kommentar

Roswitha

03.08.2016 um 13:44

So schöne Bilder!

Antwort von Outback-Africa

Wenn die Motive schön sind, werden auch die Bilder schön!