Hyena Pan Camp, Moremi Game Reserve

von Susanne Schlesinger

Das Hyena Pan Camp ist ein kleines Camp mit acht festen Hauszelten, die sich zusammen mit dem Hauptgebäude um ein Wasserloch gruppieren. Während der Regenzeit ist das Wasserloch nicht so stark frequentiert, in den trockenen Monaten hilft man mit einer Pumpe nach und lockt so zahlreiche Tiere an. Das Gelände ist weitläufig, die Wege sind nur mit einigen Baumstämmen vom Wasserloch getrennt. Wir sollen unbedingt auf den Wegen bleiben und im Dunkeln nicht allein herumlaufen. Die Zelte selbst sind komfortabel, das Badezimmer ist originell mit knorrigem Holz, in das die Dusche integriert wurde, ausgestattet. Das Wasser schmeckt salzig, zum Zähneputzen steht deshalb eine Thermosflasche mit gefiltertem Wasser bereit.

Bruce, der mit seiner Frau Barbara das Camp als Urlaubsvertretung betreut, sich aber in der Gegend sehr gut auskennt, erklärt uns das Phänomen. Wenn der Okavango Hochwasser führt, bringt er auch gelöste Salze mit. In den Hauptadern des Deltas werden diese durch die vielen Pflanzen herausgefiltert. In den Ausläufern des Deltas versickert das Wasser zusammen mit dem Salz und es kommt zu einer Versalzung des Bodens. Pumpt man das Wasser wieder an die Oberfläche, so enthält es noch viele Mineralien und schmeckt salzig. Die Tiere scheinen das Salz im Wasser zu mögen.

Außer unserer Gruppe werden am Abend noch zwei weitere Gäste erwartet, die als Selbstfahrer mit einem Allradfahrzeug unterwegs sind. Sie treffen am späten Abend ein. Erstaunlich, dass sie den Weg in der pechschwarzen Dunkelheit gefunden haben. Marko und Diana sind Deutsche und betreiben ebenfalls ein Reiseunternehmen. Sie sind auf Selbstfahrertouren spezialisiert und fahren mit einem eigenen Allradfahrzeug durch das südliche Afrika. Wir kommen ins Gespräch. Die beiden haben interessante Geschichten zu erzählen. Als Selbstfahrer erlebt man vieles anders als bei einer Trucksafari. Für uns ist alles organisiert und wir müssen nur pünktlich sein und alles mitmachen.

Die Touren werden außerdem oft im wöchentlichen Rhythmus gefahren oder die Routen überschneiden sich. Ist eine Straße zum Beispiel unpassierbar, so wissen das die Truckfahrer meist recht schnell von ihren Kollegen. Als Selbstfahrer muss man da wesentlich flexibler sein.

Hyena Pan hat eine schöne, offene Lounge auf einer Plattform und es wird auch allabendlich ein Lagerfeuer entzündet. In der Dunkelheit kommen die Tiere ans Wasserloch und wir sehen einen stattlichen Elefantenbullen. Bei klarem Himmel hat man hier auch einen wunderbaren Blick auf den Sternenhimmel. Bruce, der aus Simbabwe stammt und in Hwange Wildhüter war, kennt sich bestens aus und freut sich, wenn Gäste interessiert sind und Fragen stellen. Er zeigt uns Fotos von einem neuen Projekt. Rund 7 Kilometer von Hyena Pan werden Plattformen aufgebaut, auf denen die Gäste unter freiem Himmel in luftiger Höhe schlafen können. Bruce will außerdem „Elephant tracking“ im Busch anbieten.

Es ist spät geworden und wir marschieren in Begleitung unserer Guides zu unseren Zelten. Gute Nacht.

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