Nonstop Safari in South Luangwa

von Susanne Schlesinger

South Luangwa, 29.03. bis 31.03.2018

Sambia ist größer, als es auf den Landkarten scheint, und Autobahnen gibt es natürlich auch nicht. Wir sind auf der „Great East Road“ unterwegs. Sie ist eine der wenigen Fernverkehrsstraßen und verbindet Sambia mit Malawi und Mosambik. 1932 gebaut, führt sie durch die größeren Städte einschließlich Sambias und Malawis Hauptstädte Lusaka und Lilongwe. Wieder ist Geduld gefragt. Die rund 860 Kilometer lassen sich nicht innerhalb eines Tages bewältigen, und wir übernachten deshalb auf einem Campingplatz am Luangwa. Leider sind kurz vor uns rund 30 Radfahrer angekommen, die von Kairo nach Kapstadt hier Station machen, und es ist entsprechend eng. Wir sind deshalb froh, als es am nächsten Tag früh weitergeht und wir den South Luangwa Nationalpark erreichen.

Hier verbringen wir drei Nächte im Wildlife Camp in schönen Chalets. Es gibt hier auch einen Campingplatz sowie feste Hauszelte, ein Restaurant und einen Pool mit Bar. Frühstück und Abendessen werden im offenen Restaurant serviert. Die Preise sind moderat, nur die Kellner könnten organisierter sein. Verhungert ist aber niemand, auch wenn es manchmal etwas länger dauerte.

Die Anlage liegt außerhalb des Parks, das ist aber den Elefanten, Giraffen und Hippos egal. Sie spazieren hier gern einmal vorbei und haben keine große Scheu vor den Menschen. Beim Lunch besucht uns eine Elefantenherde. Die kleinen frechen Affen klauen sogar die Bananen vom Tisch.

Wir verbringen zwei herrliche Tage eigentlich fast nonstop auf Pirschfahrten. Die geplante Pirschwanderung muss wegen des hohen Grases in der Regenzeit leider ausfallen. Wir haben eine Zusatzpirschfahrt für 50 Dollar extra gebucht. Insgesamt sind wir also viermal im Park unterwegs, jeweils zweimal am frühen Morgen bis zum späten Vormittag und am Nachmittag in die Dunkelheit hinein, inklusive Sundowner.

In der Gegend an der östlichen Grenze des South Luangwa Nationalparks gibt es viele Lodges unterschiedlicher Kategorien, unter anderem das Flatdogs Camp und die Marula Lodge. Auch die Kafunta River Lodge ist nicht weit von hier. Am bekanntesten ist wohl die Mfuwe Lodge, nicht nur wegen ihres Besitzers, dem Microsoft-Magnaten Paul Allen, sondern vor allem wegen der Elefanten, die hier wegen eines Mangobaumes im Innenhof der Lodge durch die Eingangshalle marschieren. Mfuwe heißt auch der nahegelegene Airstrip.

Es sind dementsprechend viele Pirschfahrzeuge unterwegs, trotzdem haben wir auch exklusive Tiersichtungen. Ich hatte bisher noch nie an einer Nachtpirschfahrt teilgenommen und war deshalb sehr erstaunt, was es alles zu sehen gibt. Besondere Highlights sind die Chamäleons, auf die George, unser Nightspotter, spezialisiert ist. Er findet immer welche, oft mehr als eins. Nightspotter fahren zusätzlich zum Guide mit und lassen mit einem Scheinwerfer einen Lichtstrahl durchs Gebüsch streifen, um nachtaktive Tiere aufzuspüren und anzuleuchten. Die Haut der Chamäleons reflektiert das Licht und lässt sie aufblitzen, trotzdem sind sie winzig in den großen Büschen und es gehört ein scharfes Auge und Erfahrung dazu, sie zu entdecken. Wir sehen außerdem Smiths-Rothasen (nicht zu verwechseln mit Kaninchen!), Ginsterkatzen, ein Stachelschwein und natürlich jede Menge Hippos, die sich im Schein der Lampe schnell in den Schatten zurückziehen. 

Der Dauerbrenner bei den Pirschfahrten ist aber ein Leopard, der bei der ersten Pirschfahrt seine Beute, ein Impala, in einen Baum geschleppt hat. Für die nächsten zwei Tage hängt er nun eigentlich ständig sprichwörtlich am gleichen Platz herum. Wir fahren bei jeder Pirschfahrt mehrmals vorbei und treffen ihn fast immer an. Auch an anderen Tieren mangelt es nicht und wir kommen von jeder Fahrt mit reicher Fotobeute zurück.

Bei der Morgenpirschfahrt am zweiten Tag werden wir Zeugen eines ungewöhnlichen Schauspiels, das selbst die erfahrene Grace und unser Guide noch nie oder erst einmal vorher gesehen haben -  Elefantensex direkt vor unserem Fahrzeug, quasi im Vorbeigehen mit anschließendem Eifersuchtsdrama und viel Getröte. Nicht jugendfrei, aber faszinierend!

Ebenfalls besonders sind die stoßzahnlosen Elefanten - das hatte ich auch noch nicht gesehen. Offenbar hilft sich hier die Natur gegen Wilderer selbst durch diese Mutation, indem sie bei der Fortpflanzung Elefanten ohne Stoßzähne bevorzugt, die dann als Beute uninteressant sind und sich weiter vermehren können.

Als Boni gab es noch gigantische Haufenwolken mit Blitzen und einen Pfannkuchen-Vollmond, dazu ein Impalarennen auf dem Airstrip. Die weite Anfahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt!

noch keine Kommentare