Paddeln mit Elefanten und Hippos: Abenteuer Kafue-Fluss

von Susanne Schlesinger

Kafue, 26. Bis 28.3.2018

Von Livingstone bis zum Kafue-Fluss in Sambia ist es ein ordentlicher Ritt von rund 500 Kilometern, für die wir rund acht Stunden benötigen. Der Safaritruck ist so gemütlich wie bei meiner letzten Reise „Botswana Wild Parks“ vor zwei Jahren. Der Obstkorb ist gut gefüllt und im Supermarkt haben wir uns mit Getränken eingedeckt. Unterwegs picknicken wir. Gutes Sitzfleisch ist wirklich erforderlich. Das letzte Stück zur Gwabi River Lodge ist beschwerlich, aber dann tut sich ein herrlicher Ausblick auf. Die Lodge liegt etwas erhöht direkt am Kafue River. Das Gelände ist grün und schattig, die Chalets liegen verstreut rund um das Haupthaus. Das Highlight ist die Terrasse mit einem wunderbaren Blick auf den Fluss und den Sonnenuntergang. Vor der offenen Rezeption gackern Pfauen und Perlhühner. Die Chalets sind sehr komfortabel. Die Lodge ist bei Anglern beliebt und hat sich auf Wassersportaktivitäten spezialisiert. Wir genießen den Sonnenuntergang auf der Terrasse und das Dinner im Restaurant.

Am nächsten Morgen packen wir unser kleines Übernachtungsgepäck und treffen uns am Fluss, um die Einweisung für die Paddeltour zu erhalten. Wir sind nur mit zwei Kanus und einem Motorboot unterwegs. Im Kafue, der nach rund 20 Kilometern von hier in den Sambesi mündet, gibt es viele Flusspferde und auch Krokodile. Wir sollen möglichst hintereinander bleiben und die Hippos weitläufig umfahren, außerdem auf starken Seitenwind achten und nicht quer zur Strömung paddeln. Mit mir ist Nicole im Kanu, und wir finden schnell einen Rhythmus. Sigrid und der Guide paddeln vor uns. Die anderen und das Gepäck fahren im Motorboot als Begleitung mit. Es ist heiß und sonnig, der Kafue ist breit und es gibt kaum Schatten. Mit der trägen Strömung kommen wir gut voran.

Wir stoßen einige Male auf Hippofamilien, und das lässt uns zügig rudern. Von einem sicheren Boot oder einem Pirschfahrzeug aus sind die Tiere ja ganz niedlich, aber aus dem niedrigen kleinen Kanu wirken sie bedrohlich groß. Wir wollen ihnen lieber nicht zu nahe kommen. Insgesamt soll die Paddelstrecke etwa 30 Kilometer umfassen. Nach rund 20 Kilometern landen wir an einem schattigen Platz an und genießen unsere mitgebrachten Lunchpakete. 

Ich habe ein langärmeliges Sonnenschutz-Shirt an und trage einen breitkrempigen Hut, dazu habe ich 50+ Sonnencreme aufgetragen, trotzdem verbrenne ich mir Hände und Fußrücken. Letzte Woche habe ich übrigens zu Hause noch Schnee geschippt. Nach der ordentlichen Strecke, die wir bis zum Lunch gepaddelt sind, haben wir nicht mehr viel Lust. Unsere Arme sind schwer und es ist auch sehr heiß, also nehmen wir das Angebot, ins Motorboot umzusteigen, dankend an. Die Kanus bleiben am Ufer zurück. Wir passieren die Mündung zum Sambesi und sehen Elefanten, die auf einer Insel leben.

Noch eine Stunde, und wir erreichen unseren Campingplatz am Ufer und… sind enttäuscht. Ein Strand mit etwas Schilf, aber ohne einen einzigen Baum oder Schatten. Wir hatten einen bewachsenen schattigen Campingplatz erwartet wie im Okavango-Delta, wo es eine Buschtoilette und eine Buschdusche gibt. Ohne Bäume ist beides schwierig. Unsere Guides versuchen, gute Stimmung zu machen. Sie schlagen vor, die Zelte für uns aufzubauen und uns solange auf eine weitere Bootstour schicken.

Wir brauchen nicht weit zu fahren und stoßen auf mehrere große Elefantenherden, die sich an einer flachen Stelle zum Trinken eingefunden haben.  Zusammen mit der tief stehenden Nachmittagssonne und grünen Bäumen und Bergen im Hintergrund gelingen uns fantastische Fotos in tollem Licht. Eine Elefantenkuh kommt ganz nahe ans Boot, befindet uns dann für ungefährlich und zieht vorbei. Zahlreiche kleine Elefantenbabys kommen mit ihren Müttern und es ist so niedlich, wie sie die Böschung auf dem Hintern herunterrutschen. Wir genießen einfach den Anblick so lange, bis die Sonne untergeht.

Zurück im Camp haben die Helfer bereits alles aufgebaut und das Essen ist auch fast fertig. Das hebt die Stimmung ungemein. Mit der Toilettensituation müssen wir uns eben irgendwie arrangieren.

Die ersten Sterne zeigen sich, der Mond steht am Himmel und am Fluss kehrt Ruhe ein, nur hier und da grunzt ein Hippo. Leider trügt die Idylle. In der Nacht fängt es an, stark zu regnen, und wir machen schnell die Zelte dicht. Am Morgen ist der Spuk vorbei, allerdings sind die Zelte nass und sandig.

Nach dem Frühstück brechen wir das Camp ab und machen uns auf den Rückweg zur Gwabi Lodge. Hier erwarten uns eine Dusche und Grace mit einem schönen Lunch…. Die Welt ist wieder in Ordnung. Nach einer angenehmen Nacht im Chalet sind wir bereit für neue Abenteuer.

Diese Paddeltour ist übrigens auch Bestandteil der Campingsafari "Sambia, Malawi und Mosambik-Handelsroute"  und in der Reise "Gesichter des Südens" unseres Partners Drifters.

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