Grosse Karoo und Cradock - Reisebericht Vielfältiges Südafrika 2014

von Doreen Krausche

Nach zwei Nächten in Lesotho steht wieder eine längere Fahrstrecke an. Wir machen es uns gemütlich im Truck und genießen die wechselnde Landschaft vor unseren Panoramafenstern. Wie im Programmheft beschrieben sehen wir am Straßenrand einige Straußenfarmen und die markanten Windmühlen der Großen Karoo.Der Name Karoo ist ein Hottentottenwort für eine steinige wüste Fläche. Mich beeindruckt die unendliche Weite dieser kargen, einsamen afrikanischen Landschaft. Diese Halbwüste nimmt etwa ein Drittel der südafrikanischen Fläche ein. Die oft beschriebenen Blumenteppiche sehen wir aufgrund des wenigen Niederschlags, der hier gefallen ist, leider nicht. Beim Mittagsstopp am Straßenrand halten wir auf Fotos die Karoo-Landschaft fest: die typischen Erhebungen von Kuppen, Rippen und Tafeln aus Dolerit, eingezäunten Farmen und Windräder, die Wasser aus der Tiefe pumpen.

Nachdem jeder von uns sein eigenes Haus mit Erstaunen und Begeisterung unter die Lupe genommen hat, schauen wir uns den kleinen Ort Cradock bei einer Führung mit der Hotelbesitzerin etwas genauer an. Wir sehen die 1867 nach dem Vorbild der Londoner St. Martin´s in the Field Church erbaute holländisch-reformierte Kirche. Die vielen schönen Häuser aus vergangenen Epochen, die entlang der breiten, baumbestandenen Straßen stehen. Auch die große Parkanlage, wo Jugendliche barfuß Fußball spielen.Doch was uns alle am meisten beeindruckt ist die Liebe zum Detail, die die Hotelbesitzer in ihre restaurierten viktorianischen Cottages, also in unsere Unterkünfte, stecken. Auch deren eigenes Haus und das ihrer Eltern sind wie ein Traum aus vergangener Zeit. Es fehlen uns nur noch die prachtvollen viktorianischen Kleider mit Rüschen und Spitze und die Anzüge mit Zylinder, damit wir selbst auch in dieses Bild passen. Ein Gentleman klopft an die Hauspforte und holt Mylady zum Abendessen ab. Im Hotelrestaurant essen wir an einer großen Tafel mit Porzellan, Gläsern und silbernen Kerzenleuchtern und genießen das Buffet mit Springbock-Carpaccio, Auflauf, Hühnchen und anderen Leckereien, sowie Apfelkuchen mit Vanilleeis zum Dessert.

"Nach etwa 230 km erreichen wir Cradock, und die Ankündigung der besten Unterkunft war nicht übertrieben! Das Hotel nimmt einen ganzen Straßenzug alter Häuser ein und wir nehmen unser eigenes restauriertes Häuschen in Beschlag. Drei Schlafzimmer, zwei Bäder, Garten, Küche, Salon und Wohnzimmer. Mario braucht zwei Minuten und dreißig Sekunden um alles zu filmen. ...“ (Ines Schulze)

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