Marataba Safari Lodge und Marataba Trail Lodge

von Jens Döring

Marakele Nationalpark, 08.11.2015

Bei der Ankunft in der Marataba Lodge werden wir bereits vor dem Eingang mit einem Erfrischungstuch und einem Willkommensdrink empfangen. Anschließend schlendern wir durch den Eingangsbereich in Richtung Hauptbereich. Dabei entfaltet sich vor uns die ganze Schönheit des Parks mit den Waterberg Mountains im Hintergrund und der Buschsavanne samt einem Wasserloch zu Füßen. Eine traumhafte Kulisse! Der großzügig konzipierte Hauptbereich mit Lounge, Speiseraum und Bar bietet zahlreiche bequeme Sofas und Sessel zum Entspannen, eigentlich viel mehr als für die maximal 30 Gäste notwendig wären. Dadurch entsteht aber der Eindruck der Weitläufigkeit.

Im gepflegten Garten stehen unter einem weit ausladenden Baum die Tische und Stühle für die Mahlzeiten lose verteilt. Vom Garten aus hat man auch stets das Wasserloch im Blick, um keine interessante Szene zu verpassen. Hinter dem Hauptgebäude können die Gäste zwischen den Aktivitäten am großzügigen Pool entspannen und dabei die Aussicht auf die faszinierende Landschaft genießen.

Die 15 Zelt-Suiten sind links und rechts neben dem imposanten Hauptgebäude verteilt, was für kurze Wege sorgt. Die Zimmer bestehen aus gemauerten Wänden, die von einem großen Baldachin aus Zelttuch überspannt werden. Im Zentrum steht das Doppelbett, hinter dem sich von einer Mauer getrennt die Ankleide samt Minibar und die beiden Waschbecken befinden. Die frei stehende Badewanne und die Innendusche werden durch einen Edelstein-Vorhang vom Schlafbereich getrennt, nicht blickdicht aber sehr formschön. Einzig die Toilette befindet sich in einem separaten Raum. Zudem steht auf dem Aussichtsdeck auch eine Außendusche bereit. Sogar vom Bett aus hat meinen einen freien Blick auf die rot schimmernden Waterberge. Was für ein Panorama!

Pirschfahrt in Marataba mit Überraschung

Nachdem wir unser Luxus-Domizil bezogen haben, gehen wir nun auf Pirschfahrt, auf die ich sehr gespannt bin. Ich bin etwas skeptisch, wie erfolgreich die Tiersuche in einem mir völlig unbekannten Park sein könnte. Insgesamt sind maximal fünf Safari-Fahrzeuge der Lodge unterwegs, sodass die Gäste nicht ständig auf andere Fahrzeuge treffen. In der Regel ist man mit seinem Auto und dem Guide allein unterwegs. Das ist mittlerweile eine Seltenheit im immer beliebter werdenden Südafrika. Neben den Pirschfahrten am Morgen und Nachmittag werden auch Buschwanderungen, Vogelsafaris und Kinderprogramme angeboten.

Bereits kurz nach dem Beginn der Safari, die uns durch dichtes Buschland führt, haben wir den ersten Aha-Effekt. Plötzlich öffnet sich die dichte Vegetation und gibt den Blick auf eine wunderschöne Ebene frei, die nur von einzelnen freistehenden Büschen und Bäumen unterbrochen wird. Wir könnten uns auch gerade in der Serengeti befinden. Und im Schatten einer dieser Bäume hat es sich eine Löwenfamilie bequem gemacht. Obwohl die Tiere keine großartigen Aktivitäten zeigen, finden wir es dennoch spannend, hier 40 (!) Minuten zu verweilen und ihnen beim Dösen und Spielen zuzuschauen. Dabei stört uns kein weiteres Fahrzeug, wir sind ganz allein mit den Tieren und können vollkommen ungestört beobachten.

Beseelt setzen wir schließlich die Fahrt fort, denn unsere Rangerin Michelle, die uns mit ihrem enormen Wissen begeistert, erhält über den Funk einen Hinweis für ein seltenes Schauspiel: Ein junger Leopard frisst sich gerade an seiner Beute satt. Nichts wie hin! Nachdem wir in den vergangenen Tagen schon Löwen beim Fressen zuschauen durften, ist nun die andere Katzenart an der Reihe. Der Leopard scheint tatsächlich noch sehr jung zu sein. Michelle wundert sich, wo die Mama stecken könnte, die das Impala höchstwahrscheinlich auch erlegt hat. Sie lässt sich leider nicht blicken. Wir können aber beobachten, wie das Jungtier in den umherstehenden Bäumen nach einem sicheren Ort für die Beute sucht und hin und wieder auch an dem Leckerbissen knabbert. Es ist noch kein Verwesungsgeruch wahrzunehmen. Die Jagd hat wohl erst vor kurzem stattgefunden.

Es wimmelt in diesem Park nur so von unfassbar schönen Fotomotiven, und so muss ich schon wieder die Kamera zücken. Selbst das grasende Kudu-Weibchen am Flussufer vor dem Hintergrund von grunzenden Flusspferden wird da zum Highlight.

Exkurs zur Marataba Trails Lodge

Aktive und abenteuerlustige Gäste können statt der oder ergänzend zur Marataba Safari Lodge auch die Marataba Trails Lodge buchen, die sich etwa 20 Fahrminuten von der Safari Lodge entfernt und damit in einer anderen Ecke der Konzession befindet. Hauptaugenmerk wird hier auf ausgedehnte Wanderungen gelegt. Die Gäste können aus verschiedenen Wanderrouten und -themen sowie unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden wählen. Das Programm wird dann auf die individuelle Fitness der Gäste angepasst. So gelangt man auch in die abgelegenen Gebiete des Nationalparks und wird mit tollen Ausblicken und einmaligen Naturerlebnissen belohnt.

 

Die fünf Suiten der Trails Lodge sind kleiner und auch einfacher ausgestattet als in der Safari Lodge. Das geschah aber aus gutem Grund, da man hier so wenig wie möglich die Natur und das ökologische Gleichgewicht stören wollte. Die Holzchalets schmiegen sich an einen Hügel und lassen trotz der reduzierten Bauweise genügend Raum für Komfort.

Mein Fazit zum Marakele Nationalpark

Der Park ist DIE Überraschung der gesamten Reise! Ursprünglich sollte Marakele nur eine Zwischenübernachtung zwischen Madikwe und dem Welgevonden Wildreservat sein. Wir verlassen aber Marakele nun mit der Überzeugung, dass dieses unvergleichliche Schutzgebiet in jeden Reiseverlauf gehört, der zwischen Johannesburg, Pilanesberg, Madikwe und der Waterberg-Region geplant wird. Sicherlich sind die Marataba Lodges kein Schnäppchen, aber auf alle Fälle jeden Cent wert.

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