Black Rhino Reserve – exklusive Safarierlebnisse ohne Tagesbesucher

von Jens Döring

Pilanesberg, 4.11.2015

Das Black Rhino Reserve liegt nicht weit von der Shepherd’s Tree Lodge entfernt. Das private Reservat ist zwar Teil des Pilanesberg Nationalparks, liegt aber in der nordwestlichen Ecke außerhalb des ehemaligen Vulkankraters. Pirschfahrten werden sowohl auf der 2000 Hektar großen Privatkonzession als auch im öffentlichen Pilanesberg Nationalpark durchgeführt. Die Black Rhino Konzession ist etwas tierarmer als der öffentliche Nationalpark. Dafür sind hier keine Tagesbesucher erlaubt, was wiederum für exklusivere Safari-Erlebnisse sorgt. Nein, hier steht man nicht mit einer Vielzahl anderer Autos um einen Löwen herum und buhlt um die beste Sicht. Sollten die Pirschfahrten auf dem privaten Gebiet nicht allzu ergiebig sein, fahren die Ranger natürlich auch in den öffentlichen Teil des Parks, zu dem es keine Zäune gibt. Die Tiere können sich frei hin und her bewegen.

Die flachere und tiefer gelegene Landschaft wird von Tamboti-Bäumen dominiert, die wiederum Spitzmaulnashörner (Black Rhino) in größerer Zahl anziehen. So kam das Reservat auch zu seinem Namen. Zudem bieten die Bäume ein perfektes Zuhause für zahlreiche Vogelarten und machen das Schutzgebiet zu einem kleinen Vogelparadies. Neben den Nashörnern und Vögeln können hier auch Elefanten, Büffel, Löwen, Leoparden und viele verschiedene Antilopenarten beobachtet werden, auch wenn diese in der Quantität vielleicht nicht ganz mit jenen im öffentlichen Teil von Pilanesberg mithalten können.

Unterkünfte im Black Rhino Reserve

Auf eine Besonderheit möchte ich hinweisen: Die Behörden haben bei der Ausschreibung dieses Reservates den Lodge-Betreibern strenge Auflagen erteilt. Neben der Gesamtzahl an Touristen, die sich gleichzeitig maximal im Reservat aufhalten dürfen, wird auch geregelt, mit wie vielen Pirschfahrzeugen eine Lodge unterwegs sein darf. Gleichzeitig gibt es aber betriebswirtschaftlich gesehen eine kritische Größe (Anzahl Zimmer bzw. Gäste), ab der sich der Betrieb einer Safari-Lodge erst lohnt. Die Konsequenz ist, dass die meisten der hier ansässigen kleineren Lodges nur ein Pirschfahrzeug zur Verfügung haben. Das hat dann zehn Sitzplätze, die in der Hochsaison auch alle gefüllt werden. Private Pirschfahrten oder eine Fensterplatzgarantie kann man dann nicht erwarten.  

Pilanesberg Private Lodge

Bei der Pilanesberg Private Lodge ist der Name tatsächlich Programm. Mit nur fünf Chalets und maximal zehn Gästen gehört sie zu den besonders kleinen Lodges des Reservates. Direkt vor dem Hauptgebäude mit Bar, Boma, Speisebereich, TV-Lounge, kleinem Pool und Internetzugang befindet sich ein Wasserloch. Angeblich wurden hier schon Elefanten, Nashörner, Löwen, Leopard, Büffel und sogar Wildhunde (African Wild Dogs) gesichtet. Die gemauerten und strohgedeckten Chalets sind nach den Sehenswürdigkeiten des Parks benannt: Leopard, Tambotie, Shepherds Tree, Rhino und Elephant. Sie sind komfortabel eingerichtet und verfügen über Klimaanlage sowie ein Bad mit Wanne, Innen- und Außendusche. Zwei der Chalets haben einen direkten Blick auf das Wasserloch. Gut, hier und da fehlt etwas das Auge fürs Detail, dafür ist Lodge aber in Anbetracht der Größe recht preisgünstig zu buchen.

Tambuti Lodge

Die Tambuti Lodge im Black Rhino Reserve in Pilanesberg verfügt über nur fünf Zimmer und beherbergt maximal zehn Gäste. Der übersichtliche und kompakte Hauptbereich mit Feuerstelle, Pooldeck, Lounge, Bar und Boma wirkt einladend und gemütlich. Grüne Farbakzente von Kissen, Stuhlhussen und Poolliegenauflagen sorgen für Frische im ansonsten graubraunen Ambiente. Die großzügigen modernen Chalets sind thematisch unterschiedlich eingerichtet (Rhino, Zebra, Elephant, Hippo, Lion) und befinden sich links und rechts vom Hauptbereich. Sanfte Erdtöne strahlen Ruhe aus, während der Ausblick auf den afrikanischen Busch für Spannung sorgt. Dieses spürbare Mehr an Komfort und Luxus im Vergleich zur Pilanesberg Private Lodge schlägt sich dann auch im Preis nieder: Hier wird das Doppelte verlangt. Dennoch liegen die Preise unter 300 Euro pro Person und Nacht im Doppelzimmer – und damit weit von dem entfernt, was die Lodges in den privaten Wildreservaten am Krüger-Park verlangen. Damit ist die die Tambuti Lodge mein Geheimtipp!

Black Rhino Lodge

Die Black Rhino Lodge ist eine größere Lodge der gehobenen Mittelklasse im Black Rhino Reserve innerhalb des Pilanesberg Nationalparks. Gleich am Eingangsbereich weist ein stählernes Nashorn in realer Größe den Weg zum Hauptbereich. Der besteht aus Bar, Lounge, Speisebereich und einem großen Außendeck. Eine Besonderheit ist das riesige und gut einzusehende Wasserloch direkt vor dem Hauptbereich. Zusätzlich gibt es aber auch einen Hide, von dessen erhöhter Position aus man einen noch besseren Blick genießen kann.

Die Zimmer sind in freistehenden und hoch aufragenden Chalets untergebracht. Insgesamt gibt es 18 Einheiten, die etwa 40 Gäste beherbergen können. Mehrere Chalets teilen sich einen Pool, insgesamt gibt es drei Pools. Das sorgt für weniger Trubel im Hauptbereich zwischen den Safari-Aktivitäten und Mahlzeiten. Zur Ausstattung der großzügig geschnittenen Chalets gehören ein Kamin, eine kleine Lounge sowie ein halboffenes Badezimmer mit separater Toilette, Innen- und Außendusche und einer Badewanne.

Die Einrichtung macht auf mich zwar keinen abgewohnten Eindruck, aber eine kleine Auffrischung könnten die Zimmer dennoch vertragen und sei es nur etwas neue Farbe an den Wänden. Aber für einen Preis von unter 200 Euro pro Person und Nacht im Doppelzimmer inklusive Vollpension und Pirschfahrten bzw. Buschwanderungen geht das mehr als in Ordnung.

Auf der Pirschfahrt überzeugt der Ranger wieder mit einem breiten Wissen und erklärt auch viele Dinge abseits der Tiersichtungen. So präsentiert sich ein Nashorn im perfekten Licht der untergehenden Sonne. Meinen Sundowner (Gin & Tonic) genieße ich auf einer Anhöhe mit Blick auf den knallroten Ball, der langsam hinter den Vulkanhügeln von Pilanesberg stimmungsvoll versinkt.

Am Abend wird das Essen in der Boma serviert. Nach dem klassischen südafrikanischen Braai in Buffetform führt das Personal eine kleine Folklore-Vorstellung auf. Ich bin zwar sonst kein Fan solcher Aktionen, aber diesmal gefällt mir das richtig gut, weil es sehr unterhaltsam und witzig gestaltet ist. Man bringt mich sogar dazu, wie ein Tswana-Stammeskrieger zu brüllen. Leider bin ich daran kläglich gescheitert:

Mein Fazit zum Pilanesberg Nationalpark

Der Pilanesberg Nationalpark ist landschaftlich ein sehr reizvoller Park. Auch die Tierwelt hat mich überzeugt, auch wenn es mit den Tiersichtungen nicht so Schlag auf Schlag geht wie im Krüger Nationalpark oder in den angrenzenden Wildreservaten wie Sabi Sands oder Timbavati. Für Safari-Einsteiger ist der Park allerdings ideal und durch die Nähe zu Johannesburg auch verkehrsgünstig gelegen und damit schnell erreicht. Und wenn man darauf vorbereitet ist, dass es in der Hochsaison ziemlich betriebsam zugehen kann, wird es einen höchstwahrscheinlich weniger stören. Der Park bietet ein breites Spektrum an unterschiedlichen Unterkunftskategorien, so dass für jedes Budget etwas dabei sein sollte. Dennoch würde ich tendenziell zu einer Lodge im Black Rhino Reserve raten. Allen voran die Black Rhino Lodge als Preis-Leistungsführer, gefolgt von der Tambuti Lodge und der Pilanesberg Private Lodge. Mein Favorit im öffentlichen Teil des Parks ist die Shepherd’s Tree Lodge, auch wenn diese von der Größe her in einer anderen Liga spielt.

Viele der besuchten Lodges sind offiziell Fünf-Sterne-Unterkünfte. Dem direkten Vergleich zu anderen Unterkünften in anderen Reservaten können sie aber nicht standhalten. Ich würde sagen, dass man in Pilanesberg sehr viele gute Vier-Sterne-Unterkünfte vorfindet.

Ich persönlich würde den Park immer mit einem anderen privaten Wildreservat in der Region kombinieren, beispielsweise mit Madikwe, Marakele (Marataba-Konzession) oder auch Welgevonden in der Waterberg-Region. Wer nicht so viel Zeit und nur zwei oder drei Nächte zur Verfügung hat, der sollte die weitere Strecke auf sich nehmen und bis nach Madikwe, dem „Little Botswana“, weiterreisen. Pilanesberg liegt übrigens ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Johannesburg und Madikwe, so dass sich hier vielleicht dennoch eine Zwischenübernachtung lohnt, und sei es nur für eine Nacht.

Warum Madikwe die bessere Wahl ist, lesen Sie im nächsten Teil.

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