Ivory Tree Lodge im Pilanesberg Nationalpark

von Jens Döring

Pilanesberg, 2.11.2015

Die Ivory Tree Lodge liegt gleich hinter dem Bakgatla-Eingangstor im Osten von Pilanesberg. Sie gehört zur Gruppe der AHA-Hotels, die in Pilanesberg auch noch die Shepherd’s Tree Lodge betreibt. Bei der Ankunft an der Ivory Tree Lodge fällt mir sofort der große Fuhrpark an Safari-Allradfahrzeugen (Toyota Landcruiser) auf. Sie zeugen bereits von der Größe der Lodge. In insgesamt 67 Zimmern können maximal 130 Gäste beherbergt werden. Es stehen vier Zimmerkategorien zur Auswahl: 60 Standardzimmer, 4 Luxury-, 1 Familien- sowie 1 Executive Suite. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Größe. Die meisten Suiten verfügen im Vergleich zum Standardzimmer zusätzlich über eine Lounge, einen großzügigen Freisitz und ein kleines Planschbecken.

Pro Fahrzeug werden während den Pirschfahrten maximal 9 Gäste befördert (3x3er Sitzreihen). Wer sich gerne den Luxus einer privaten Pirschfahrt gönnen möchte, muss 3500 Euro pro Fahrzeug inklusive Guide extra zahlen.

Pirschfahrten im Gebiet der Ivory Tree Lodge

Wir nehmen an einer Pirschfahrt im offenen Allradwagen teil. Am späten Nachmittag machen sich die Tagesbesucher schon wieder auf den Heimweg, so dass wir den Park fast für uns alleine haben. Nach einem Schakal und einigen Impalas läuft uns ein prächtiges Breitmaulnashorn (White Rhino) direkt vor die Linse. Vor der hübschen Kulisse der bergigen Landschaft kommt das riesige Horn besonders gut zur Geltung. Im weiteren Verlauf bin ich überrascht, wie viele verschiedene Tiere wir an diesem Nachmittag sehen: Gnus, Zebras und sogar Elefanten bekommen wir zu Gesicht. Die Szenerie erinnert ein wenig an den Tarangire Nationalpark in Tansania. Ein kleiner Höhepunkt ist der Sundowner an einem Wasserloch, an dessen Seite ein Versteck erbaut wurde. So kann man in Ruhe Tiere beobachten, ohne sie dabei zu stören bzw. selbst entdeckt zu werden. Es sind zwar an diesem Tag keine Tiere da, aber die untergehende Sonne und das glitzernde Wasser zaubern ein sehr romantisches Flair.

Am nächsten Morgen erleben wir dann das Kontrastprogramm zum vorangegangenen Abend. Hatten wir tags zuvor noch den Eindruck, in einem ruhigen Park unterwegs sein, stellt sich nun heraus, dass die Nähe zu Sun City und die Zugänglichkeit für die breite Öffentlichkeit auch ihre Nachteile hat. Wir entdecken als erste ein kleines Löwenrudel am Straßenrand, das sich teils im hohen Gras versteckt. Von der erhöhten Sitzposition im Allradwagen haben wir einen deutlichen Vorteil, denn wir können von oben in das Gras hineinspähen. Es dauert allerdings nicht lange, da hat sich diese Entdeckung schon herumgesprochen und es eilen andere Pirschfahrzeuge verschiedener Lodges herbei. Darunter ist auch ein großer Safari-Truck der Legacy-Hotelkette, die in Pilanesberg die Tshukudu Bush Lodge (6 Zimmer), die Kwa-Maritane Lodge (90 Zimmer) sowie die Bakubung Lodge (55 Zimmer) unterhält. Ich zähle sage und schreibe 20 Sitzplätze, die auch fast alle besetzt sind. Diese Trucks werden von den Rangern auch spöttisch „Meat Trucks“ wegen der hohen Anzahl an Sitzplätzen genannt. Massentourismus par excellence. Eine klassische Afrika-Safari sieht für mich anders aus. Und wieder fühle ich mich an Tansania erinnert, wo wir in der Serengeti und im Ngorongoro-Krater ein ähnlich hohes Verkehrsaufkommen erlebt haben.

Nichtsdestotrotz ist Pilanesberg aber auch vor allem wegen seiner Landschaft sehenswert und sollte in jedem Reiserverlauf durch die Region enthalten sein.

Mein Fazit zur Ivory Tree Lodge

Die Lodge ist besonders für preisbewusste Reisende geeignet. Die Standardzimmer sind recht rustikal und zweckmäßig ausgestattet. Die Suiten machen einen deutlich besseren Eindruck, werden aber wegen ihrer geringen Anzahl wohl besonders in der Hochsaison schwierig zu bekommen sein. Die Lodge befindet sich zudem im öffentlichen Teil des Parks. Während der Pirschfahrten kann es dann gut sein, dass man auf viele andere Tagesbesucher trifft, mit denen man um die beste Sicht auf ein Tier konkurriert.

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