Flache Hunde? Reisebericht South Luangwa (1)

von Marco Penzel

Flatdogs Camp, South Luangwa, 03.07.2013  Kurz vor der Brücke, die den Eingang zum South Luangwa Nationalpark bildet, biegen wir links zum Flatdogs Camp ab. Mit Platz für bis zu 40 Gäste ist es für sambische Verhältnisse eine große Anlage. (In Kenia dagegen gilt eine 20-Zimmer-Lodge als klein.) Zudem verteilen sich die Safari-Zelte und die etwas weiter vom Fluss entfernten gemauerten Häuser auf ein großes Areal. Zu Flatdogs gehört etwa ein Kilometer Luangwa-Ufer. Ich habe nicht den Eindruck von einer Massenveranstaltung. Im Gegenteil, die Atmosphäre ist entspannt und bodenständig.

Flatdogs gehört vielleicht nicht in die Luxus-Kategorie, bietet aber guten Komfort. Dabei stehen zwei verschiedene Zimmertypen zur Wahl: Die „Luxury Tents“ sind klassische Safarizelte auf festen Plattformen mit eigenem Badezimmer, das halboffen gestaltet ist. Beim Duschen kann man so Vögel und manchmal sogar Affen in den Bäumen beobachten. Wer es etwas solider mag, bevorzugt vielleicht eines der Chalets. Das sind gemauerte Häuser mit zwei Etagen und zwei Schlafzimmern, eins im Erdgeschoss und eins oben unter dem Dach. Damit sind die Chalets für Familien mit Kindern gut geeignet, zumal sie nah am Swimmingpool liegen. Wer mehr Abgeschiedenheit sucht, kann im Tree-House wohnen. Es ist etwas weiter entfernt, so dass die Gäste im Pirschwagen dorthin gefahren werden. Das Haus ist auf Stelzen errichtet und in eine Baumgruppe hineingebaut. Die Wände bestehen aus Reetgras. Beide Schlafzimmer sind nach vorn hin offen, so dass einen nur das Moskitonetz von der Wildnis trennt. Die Badezimmer liegen im Erdgeschoss und können vom Schlafzimmer aus über eine kleine Treppe erreicht werden, die sich um den Baumstamm herum wendelt. Das Wohnzimmer ist auf einer offenen Terrasse zwischen den beiden Schlafzimmern eingerichtet und wird nur vom Blätterdach der großen Bäume überspannt. Auf Wunsch können sich die Gäste ihre Mahlzeiten hier auch ganz privat servieren lassen.

Leider bin ich nur kurz zu Gast im Flatdogs Camp, dessen Bezeichnung übrigens auf den Spitznamen für Krokodile zurückgeht. Die Echsen werden hier auch „flache Hunde“ genannt. Ich lasse mir einen Salat mit Hähnchenstreifen zu Mittag schmecken und warte dann auf den Fahrer, der mich zur nächsten Lodge bringen soll. Über dem Tresen der Rezeption baumelt ein Krokodil, das ein einheimischer Künstler lebensecht aus Pappmaché geformt hat. Gleich am Eingang des Camps hängt ein Schild mit der Warnung: „All animals are wild. Elephants are dangerous.“ Gerade als ich das lese, entdecke ich unter einem etwa 50 Meter entfernten Baum tatsächlich einen Elefanten. Ein Wachmann der Lodge hat ihn ebenfalls entdeckt. Er behält ihn im Blick, lässt ihn aber gewähren. Schade, dass ich keinen längeren Aufenthalt im Flatdogs Camp gebucht habe.

Nachtrag

Zum Flatdogs Camp gibt es einen neueren Reisebericht, der hier zu finden ist.

noch keine Kommentare