Luwi und Nsolo Bush Camp - Reisebericht South Luangwa (4)

von Marco Penzel

Luwi Bush Camp, 05.07.2013  Chinzombo ist der neue Stolz der altehrwürdigen Firma Norman Carr Safaris. Es ist eine Luxus-Lodge in einem modernen Chic, wie es sie bisher in Sambia nicht gab. Der Fußboden der riesigen, von einem flachen Dach überspannten Lounge ist ganz hell gehalten. Stahl, helle Stoffe und dunkles Holz bilden ein außergewöhnliches Ambiente. Die Architekten von Chinzombo haben mit Vumbura in Botswana und North Island auf den Seychellen Referenzen aus der absoluten Top-Klasse vorzuweisen. Um dort zu wohnen, geben Gäste mehr als 1000 Euro aus - pro Person und Nacht. In Chinzombo ist es noch nicht ganz so viel. Aber mindestens die Hardware ist vorhanden, um zu einem Ziel für den internationalen Jetset zu werden. Gerade wird noch ein Helikopter-Landeplatz gebaut für jene, die zwar genug Geld, aber wenig Zeit für eine Reise nach South Luangwa haben. Ein paar Fahrminuten von Chinzombo entfernt liegt Kapani, die angestammte Lodge von Norman Carr Safaris in der zentralen Mfuwe-Region des South Luangwa Nationalparks. Hier geht es bodenständiger zu als in Chinzombo, Kapani gehört in die gute Mittelklasse. „Aber alle unsere Gäste können den gleichen guten Service und das hervorragende Guiding erwarten, für das der Name Norman Carr steht“, versichert Mario, der Manager von Kapani.

Die beiden Lodges empfehlen sich als Startpunkt für eine Luangwa-Safari. Die Anfahrt vom Flughafen Mfuwe ist nicht weit. Und die zentrale Gegend des Parks ist sehr tierreich. Kaum anderswo in Afrika sind die Chancen, Leoparden zu sehen, so hoch wie hier. Allerdings ist diese Region nahe des Haupteingangs in den Nationalpark auch relativ stark frequentiert, jedenfalls für sambische Verhältnisse. Deshalb empfiehlt es sich, die Lodges mit einem oder zwei traditionellen Bush-Camps zu kombinieren. Norman Carr hat allein vier davon in einer abgelegenen Region des Parks, in die kaum andere Besucher vorstoßen. Ich will sie mir ansehen, mein erstes Ziel ist Luwi Bush Camp. Mario bringt mich hin. Die Fahrt in seinem alten, offenen Land Rover führt uns der Nachmittagssonne entgegen und dauert etwa eine Stunde. Die Landschaft wird trockener, je weiter wir uns vom Luangwa-Fluss entfernen.

Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir im Camp an. Es gibt insgesamt vier Chalets, Luwi Bush Camp kann also maximal acht Gäste beherbergen. Heute sind es nur zwei. Nach einem langen Tag, der mit einer ausgedehnten Wandersafari im Island Bush Camp begonnen hatte, freue ich mich auf eine erfrischende Dusche. Mein Badezimmer ist ausgesprochen groß, umgeben von einer Graswand und liegt unter freiem Sternenhimmel. Als einzige Ausnahme hat die Spültoilette ein originelles kleines Spitzdach aus Stroh. Nach dem Frühstück mit Blick auf die aufgehende Sonne brechen wir auf zu einer Wandersafari. Unser Ziel ist das nächste Bush-Camp, Nsolo. Es liegt ebenfalls am ausgetrockneten Luwi-Flussbett. Den Löwen, die hier regelmäßig gesichtet werden, begegnen wir leider nicht. Dafür beobachten Warzenschweine, Puku- und Impala-Antilopen, ein Riedbock und einige Zebras unsere Wanderung. Die Zebras sind gar nicht weit entfernt, wirken aber nicht scheu. „Sie sind es gewohnt, dass wir hier zu Fuß vorbeikommen“, erklärt der Guide. „Vor einem Auto würden die Tiere hier früher Reißaus nehmen.“

Nach knapp drei Stunden erreichen wir Nsolo Bush Camp. Wie Luwi zählt es nur vier Chalets, die hier auf erhöhten, hölzernen Plattformen errichtet sind. Die Badezimmer sind ganz ähnlich wie im Schwester-Camp unter freiem Himmel gebaut. Sowohl Nsolo als auch Luwi sind in erster Linie Walking Camps. Pirschwanderungen sind also die wichtigste Aktivität, die hier geboten wird. Wie lang die Touren ausfallen, hängt ganz von den Wünschen und der Fitness der Gäste ab. Üblich sind zwei bis vier Stunden, bei denen man eher gemächlich zu Fuß unterwegs ist. Die Gäste tragen nur ihre Fotoausrüstung. Wasser, Kaffee, Tee und ein paar Kekse für einen kleinen Imbiss unterwegs transportieren der Guide oder sein Assistent. Wenn einem Teilnehmer die Wanderstrecke zu lang wird oder die Temperaturen zu hoch sind, kann die Tour jederzeit beendet werden. Der Guide hat ein Funkgerät dabei, mit dem er im nächsten Camp ein Auto bestellt. Der Ausflug wird dann einfach mit einer Pirschfahrt beendet.

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