Shenton Safaris - Reisebericht South Luangwa (6)

von Marco Penzel

Kaingo, 06.07.2013  „Wenn Du Kunden hast, die begeisterte Naturfotografen sind, dann ist Shenton Safaris die erste Wahl.“ So lautete die Empfehlung von William, einem Kollegen bei unserem Safaripartner in Sambia. Derek und Jules Shenton gehören zwei Lodges in einer abgelegenen, tierreichen Region des South Luangwa Nationalparks: Kaingo und Mwamba Bush Camp. Da ich mich auch fürs Fotografieren begeistern kann, wollte ich sie auf meiner Reise an den Luangwa unbedingt sehen. Am Tag zuvor waren wir einem Pirschfahrzeug von Shenton Safaris begegnet, in dem mehrere Passagiere mit großen Objektiven saßen - eine Fotoreisegruppe aus England.

„Aber man muss nicht unbedingt Fotograf sein, um zu uns zu kommen. Wir haben auch Gäste mit kleinen Kompaktkameras“, erzählt Isabell, die Marketing Managerin von Kaingo, bei der Begrüßung. Bevor wir zur Pirschfahrt aufbrechen, bekomme ich zwei so genannte Bohnensäcke, auf denen man ein Teleobjektiv im Auto weich und sicher abstützen kann. Dazu gibt mir Isabell ein Tuch, mit dem ich meine Kamera einwickeln und so schnell und simpel vor dem allgegenwärtigen Staub schützen kann. Eine gute Idee. Berühmte Naturfotografen wie Frans Lanting, Filmteams von BBC und Discovery Channel und viele andere haben die Dienste der Shentons wiederholt genutzt. „Unsere Guides haben dabei gelernt, wie man das Auto so positioniert, dass die Gäste die Tiere im besten Licht fotografieren können.“ Es gibt noch ein paar andere Extras, die Shenton Safaris für Fotografen bereit hält: Eine Beobachtungsplattform am Ufer des Luangwa, von der aus man eine Stelle gut einsehen kann, an der Elefanten gern den Fluss überqueren. Hinzu kommen mehrere Verstecke (Hides), in denen man hinter Grasmatten sitzen und Tiere durch eine schmale Öffnung aus nächster Nähe beobachten kann. Es gibt einen Hide am Ufer des Luangwa, wo sich die Flusspferde sammeln. Im August, wenn die farbenprächtigen Karminspinte beginnen, ihre Nester zu bauen, wird an dieser Stelle ein Hide aufgebaut oder ein kleines Boot mit einem Tarnzelt genutzt. Ein weiteres Versteck steht an einem Wasserloch. „Hier kann man einfach sitzen und warten, bis die Tiere zu einem kommen“, erklärt Isabell. „Das ist eine ganze andere Situation als bei einer Pirschfahrt, bei der man die Tiere immer wieder stört. Hier sitzt man mitten in der Szene und die Tiere kommen immer näher.“ Mein einziges Pech ist, dass ich zu wenig Zeit dafür mitgebracht habe. Wir besichtigen den Hide an einer Wasserstelle gleich hinter dem Mwamba Bush Camp. Wenn ein Tier hier zum Trinken kommt, kann man es aus einer viel besseren Perspektive fotografieren als es vom Auto aus möglich ist. Ich wünschte, ich könnte hier noch ein paar Stunden sitzen und warten. Leider geht das nicht. Wir sind nur zu einem kurzen Besuch nach Mwamba gefahren. Es besteht aus lediglich drei kleinen Bungalows mit Wänden und Dächern aus Riedgras. Die Kellner decken gerade die Tafel für das Abendessen. Das warme Licht der Nachmittagssonne bricht sich in den Gläsern.

Die verbleibende Zeit möchte ich für eine Pirschfahrt nutzen. Bald geht die Sonne unter. Den Sundowner-Drink verschieben wir auf später, als wir zwei Löwen bei Paarung entdecken. Sie haben gerade eine Pause eingelegt. Als sie das nächste Mal aktiv werden, reicht das Licht nicht mehr für ein gutes Foto. Das Timing kann also auch bei einer ausgewiesenen Fotografen-Safari schiefgehen.

Zwei Stunden nach Sonnenuntergang kehren wir nach Kaingo zurück. Die sechs Bungalows sind hier massiv aus Stein gebaut. 1993 hat Derek Shenton dieses Camp eröffnet. Die Zimmer sind also nicht mehr neu, aber komfortabel und geschmackvoll ausgestattet. Zu jedem Bungalow gehört eine eigene kleine überdachte Plattform direkt am Flussufer, auf der mir heute das Mittagessen in einer Pavian-sicheren Lunchbox serviert wurde. Zum Abendessen sitzen alle Gäste der Lodge gemeinsam mit Guides und Gastgebern an einer Tafel im Hauptgebäude. Ich komme mit zwei betagten Herren aus New York ins Gespräch. Ihr zweiwöchiger Aufenthalt in Kaingo und Mwamba geht heute zu Ende, erzählen sie: „Und das nicht zum ersten Mal. Seit zwanzig Jahren reisen wir nach Afrika. Dabei waren wir schon sieben Mal hier in Kaingo. Und wir kommen wieder.

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