Nsefu und Tena Tena | Reisebericht South Luangwa (8)

von Marco Penzel

Tena Tena, 09.07.2013  „Nsefu Game Camp - Kunda Native Authority“ steht auf einem alten gelben Schild am Eingang des Nsefu Camps. Hier wurde Safarigeschichte geschrieben. Norman Carr hat vor über 60 Jahren mit dem Kunda-Häuptling Nsefu vereinbart, ein Stück Stammesland für den Tierschutz zu reservieren. Im Gegenzug sollten die Kunda direkt von den Einnahmen des Camps profitieren, das Carr hier errichtete. Es war die erste Fotosafari-Lodge im späteren Sambia, das damals noch Nord-Rhodesien hieß.

Heute gehört das Nsefu Camp zu Robin Pope Safaris, ebenso wie Tena Tena. Das sind die beiden einzigen Lodges innerhalb des Nsefu-Sektors, der zum South Luangwa Nationalpark gehört. Das Tafika Camp von John Coppinger liegt vor den Toren des Nationalparks, die Pirschfahrten von Tafika führen auch in den Nsefu-Sektor.Zu Norman Carrs Pionierzeiten hatten die sechs steinernen Rundhütten noch kein eigenes Bad. Es gab eine Gemeinschaftsdusche für alle. Robin Pope fügte später jedem Bungalow ein eigenes Bad mit Dusche und WC hinzu und stattete die Zimmer komfortabel aus. Der enge Abstand der Häuschen ist geblieben. Heutzutage würde man sie wohl mit größerem Abstand zueinander bauen, zugunsten von mehr Privatsphäre. „Aus diesem Grund überlegen wir, einzelne Häuser zu entfernen“, erzählt mir die Camp-Managerin, „das ist aber nicht so einfach, die Gebäude sind gelistet.“ Es gibt also auch in Sambia eine Art Denkmalschutz.

Ich habe nur einen kurzen Zwischenstopp im Nsefu Camp eingelegt und fahre weiter zum ein paar Kilometer flussabwärts gelegenen Tena Tena Camp. Dieser Name spielt wiederum eine Schlüsselrolle in der Geschichte von Robin Pope Safaris. Hier lernte Robin einst seine spätere Frau Jo kennen, die als Hostess in Tena Tena arbeitete. Damals hatte das Camp noch einen anderen Standort. Der Luangwa, der mit jeder Regenzeit seinen Lauf etwas ändert, hatte zu viel von der Uferböschung weggeschwemmt. So musste Tena Tena abgerissen und an einem neuen Platz aufgebaut werden. 2012 wurde das neue Camp eröffnet. Ich wohne in einem der derzeit fünf und demnächst sechs großzügigen Hauszelte. Mein Badezimmer ist von einer schulterhohen geschwungenen Mauer umgeben und vom Blätterdach eines Baumes überspannt, dessen Stamm zwischen Dusche und Toilette steht.

Im Camp treffe ich zwei Australier, die gerade an einer der berühmten Mobile Walking Safaris von Robin Pope teilgenommen haben. Sie führt durch das entlegene Tal des Mupamadzi-Flusses im Norden des South Luangwa Nationalparks. Die maximal sechs Gäste laufen pro Tag zwischen acht und zwölf Kilometer durch den Busch, während ihr Gepäck, die Zelte mit Betten und Buschdusche und sämtliche Ausrüstung vom Serviceteam weitertransportiert und am nächsten Camp-Standort neu aufgebaut werden. „Auch wenn wir nur halb so viel gesehen hätten, wie wir tatsächlich sahen, wäre diese Safari immer noch jeden Cent wert gewesen“, erzählen die beiden Australier begeistert. Zu anstrengend seien die Wanderungen übrigens nicht gewesen. Dabei kam ihnen das relativ kühle Wetter im Wintermonat Juli entgegen. „Und außerdem bekommt man immer noch viel zu viel gutes Essen serviert, als dass man sich die hinzukommenden Kalorien wieder ablaufen könnte.“

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