Kafunta River Lodge - Reisebericht South Luangwa (2)

von Marco Penzel

Kafunta River Lodge, 03.07.2013  Der Swimmingpool mit Blick zum South Luangwa Nationalpark, das Aussichtsdeck, auf dem die Tische für die Mahlzeiten gedeckt werden und das große Reetdach der Kafunta River Lodge: All das kenne ich von Bildern und Texten, die ich Jahr für Jahr in die Seiten unseres Reisekatalogs eingebaut habe. Jetzt sehe ich es mit eigenen Augen. Anke Cowan, die deutsche Besitzerin von Kafunta, begrüßt mich mit offenen Armen: „Endlich hast Du es geschafft, uns einmal selbst zu besuchen.“ Die aus Holz und Stein gebauten Bungalows wirken solide und sind komfortabel eingerichtet. Die Lodge ist nicht mehr brandneu, aber sie macht einen gepflegten Eindruck. Unsere Beschreibung im Katalog und auf der Website trifft also zu. Kafunta ist eins der letzten von den ursprünglichen Eigentümern geführten Safariunternehmen im Luangwa-Tal. Anke und ihr Mann Ron, ein Australier, sind immer wieder selbst vor Ort und ständig bemüht, das eine oder andere Detail zu verbessern.

Ich sitze auf der Veranda meines Bungalows, tippe den Reisebericht in die iPad-Tastatur - und werde dabei immer wieder abgelenkt von diesem Ausblick: Eine zartgrüne Ebene breitet sich vor der Lodge aus. Pukus und Impalas sind zu sehen. Ibisse, Jacanas und andere Wasservögel suchen nach Futter. Dahinter ist die Kante des Luangwa-Flussbetts zu erkennen. Die Ebene vor der Lodge zieht immer Wild an, weil sie auch in der Trockenzeit feucht bleibt. Verantwortlich dafür ist eine Thermalquelle, deren 37,5 Grad heißes Wasser zunächst in einen separaten kleinen Pool fließt, eine warme Badewanne sozusagen. Der Überlauf speist dann die feuchten Wiesen, auf denen die Antilopen grasen.

Um in den Nationalpark zu gelangen, müssen wir nicht die vielbefahrene Brücke am Haupteingang benutzen. Für Kafunta und eine Handvoll anderer kleiner Lodges gibt es eine Ponton-Fähre, auf die gerade ein Auto passt. Zwei Männer ziehen sie mit hölzernen Griffen, die in ein Stahlseil eingehängt wird, über den Fluss. Zunächst verläuft die Pirschfahrt recht ruhig. Wir sehen ein paar Thornicroft-Giraffen, die es nur im Luangwa-Tal gibt und zu deren Schutz hier schon 1904 das erste Reservat eingerichtet wurde. Nach einer Weile entdecken wir noch drei recht faule Löwen im trockenen Gras. Erst nach dem Sundowner, als die Dunkelheit hereinbricht, wird es spannender. Vor uns sehen wir zwei andere Pirschfahrzeuge, die mit den Suchscheinwerfern in einen Baum leuchten. Sie haben einen Leoparden entdeckt, der ein frisch geschlagenes Impala ins hohe Geäst gezogen hat und nun beginnt, die Beute zu verspeisen. Bald taucht einer der Löwen auf, schleicht um den Baum und blickt immer wieder nach oben. Schließlich muss er einsehen, dass er keine Chance hat. Er zieht von dannen. Zwei große Katzenarten zusammen zu beobachten ist schon etwas Besonderes. Leider wird die Szenerie von den lauten Passagieren der beiden anderen Pirschfahrzeuge gestört. Als noch ein weiteres Auto hinzustößt, wird es uns hier endgültig zu viel. Wir sind in der tierreichen, zentralen Region des Parks, nahe dem Haupteingang. Hier befinden sich auch die meisten Lodges. Ich hoffe auf ein ruhigeres Naturerlebnis, wenn ich in den kommenden Tagen die abgelegenen, kleinen Buschcamps besuche.

Nachtpirschfahrten sind in South Luangwa Standard. Allerdings sind sie zeitlich begrenzt. Bis 20 Uhr müssen die Autos den Nationalpark verlassen haben. Bis am nächsten Morgen um 6 Uhr das Tor wieder geöffnet wird, haben die Tiere ihre Ruhe von den fotografierenden Besuchern, die indirekt ihr Überleben sichern. Häufig haben nämlich Wilderer in jenen Gegenden ein leichteres Spiel, in denen es keinen Tourismus gibt.

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