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Nkwali Camp - Reisebericht South Luangwa (9)
Ich sitze auf der zweiten, etwas erhöhten Sitzbank und bin offensichtlich derjenige Passagier an Bord, dem am meisten am Fotografieren liegt. „Möchtest Du mit meinem Kollegen tauschen und nach vorn auf den Beifahrersitz kommen?“, fragt Jacob. Ja, gern! Er fährt etwa 100 Meter rückwärts, so dass wir außer Reichweite des Leoparden die Plätze wechseln können. Das Teleobjektiv aus über zwei Metern Höhe auf ein Tier zu richten, das am Boden liegt, verspricht nicht die besten Ergebnisse. Die Bilder werden eindrucksvoller, wenn man aus einer niedrigeren Perspektive fotografieren kann, fast in Augenhöhe mit dem Motiv. Dazu sind die Sitzplätze der Pirschfahrzeuge oft zu hoch. Dieses Problem ist mir bei Pirschfahrten immer wieder begegnet. Jacob ist der erste Guide auf meiner Safari, der es erkannt hat und von sich aus den Platzwechsel vorschlägt. Das spricht für die Qualität des Guidings bei Robin Pope Safaris. Jacob stößt zurück, in etwa 100 Meter Entfernung vom Leoparden darf ich hinten absteigen und auf den Vordersitz wechseln. Umgehend fahren wir zurück zu dem Tier, das freundlicherweise auf uns gewartet hat. Und weiter im Gras liegen bleibt. Nach über einer halben Stunde Wartezeit, in der der Leopard nur ab und zu einmal gähnt, erhebt er sich endlich und läuft direkt an unserem Auto vorbei - großartig. Bald geht die Sonne unter. Es ist zu spät, um noch zu jenem Platz zu fahren, an dem der Manager von Nkwali ein besonderes Arrangement mit Sekt zum Sundowner aufgebaut hat. Wir sagen ihm über Funk ab, parken das Auto und trinken unser Mozi-Lagerbier aus der Flasche. Die Sonne geht hier genauso schön unter. Dem Special Sundowner trauere ich nicht hinterher. Leopard schlägt Sekt, keine Frage.Am nächsten Morgen gehen wir mit Jacob noch auf eine ausgedehnte, fast vierstündige Pirschwanderung. Wir sehen frische Spuren von Leoparden und Löwen, begegnen einer Elefantenfamilie und haben viel Spaß bei dem Versuch, die schweren Früchte des Leberwurstbaumes mit gezielten Würfen zu ernten.
Am Nachmittag habe ich in Nkwali noch etwas Zeit, meine Sachen zu sortieren, bevor wir zum etwa 50 Fahrminuten entfernten Flughafen von Mfuwe aufbrechen. Zum Nkwali Camp gehören sechs Chalets, die in zwei Dreier-Gruppen rechts und links vom Aussichtsdeck am Ufer des Luangwa stehen. Tagsüber sind die großen, in direkter Nachbarschaft zueinander liegenden Zimmer nach vorn hin offen, am Abend wird eine Gittertür auf der Veranda geschlossen. Die Badezimmer sind teilweise offen. Toilette und die Waschtische liegen unter einem Rieddach, das sich in der Mitte öffnet. Dort befindet sich eine Doppeldusche, die freien Blick nach oben in den Sternenhimmel gewährt.
Epilog: Zum Schluss noch ein Absatz für meine Kollegin Susanne, die meint, dass ich in meinen Reiseberichten auffällig oft über das Thema Essen schreibe. Am letzten Abend im Nkwali Camp gab es ein vorzügliches Rinderfilet, begleitet von gebratenen Kartoffeln und Ratatouille.
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