Flatdogs: Ein Camp – mehrere Optionen

von Marco Penzel

Mfuwe, 11. Oktober 2017

Auf den ersten Blick scheint Flatdogs Camp mit insgesamt 40 Betten eine ziemlich große Lodge zu sein. Allerdings verteilt sich das auf mehrere verschiedene Unterkünfte auf einem großen Areal am Luangwa. Es gibt massiv gemauerte Häuser mit zwei Etagen und zwei oder drei Schlafzimmern samt Küche für Selbstversorger. Mir persönlich gefallen die Luxury Safari Tents am besten - klassische Zelte mit Veranda, schattenspendendem Rieddach, großen bequemen Betten und halboffenem Badezimmer. Persönliche Gegenstände wie Zahnpastatube oder Kosmetika sollte man lieber in den geschlossenen Innenraum des Zeltes räumen, rät der Manager: „Die Affen, Du weißt schon“. Dass die Wände des Badezimmers nur etwa mannshoch und darüber sind, hat auch zur Folge, dass der Waschtisch nach dem Abendessen mit trockenem Laub verschüttet ist, obwohl er bei meiner Ankunft um 18 Uhr picobello sauber hergerichtet war. Damit muss man leben, wenn man so nah an der Natur sein will. Das tue ich auch gern, zumal ich beim Zähneputzen in den Sternenhimmel blicken kann.

Es gibt noch etwas kleinere Zelte, die etwas günstiger sind. „Sie sind eher für den lokalen Markt gedacht“, erklärt Adrian, der Manager. „Hin und wieder haben wir auch internationale Gäste, die sich bewusst für die einfacheren Zelte entscheiden, weil sie das Geld sparen und lieber länger hier bleiben und das genießen wollen, worum es in erster Linie geht: unsere Pirschfahrten und Wandersafaris.“ Wer als Familie oder kleine Gruppe von Freunden an den Luangwa kommt, hat im Flatdogs noch zwei weitere Unterkunftsoptionen: Das Jackalberry Tree House. Es steht etwas zurückgesetzt im Busch auf einer erhöhten Plattform und ist aus Holz und Stroh gebaut. Zwei Schlafzimmer mit eigenem Bad eine Treppe tiefer sind verbunden mit einem großen Wohnzimmer, das von alten Bäumen überspannt wird. Der neueste Teil des Camps trägt den Namen Crocodile Nest und ist ein großes Zeltchalet mit zwei Schlafzimmern und eigenem Pool vor der Veranda. Als wir das Domizil besichtigen, kommt eine Elefantenfamilie bis an die Veranda. Sie trinken gern mal aus dem Pool, berichtet Adrian. Heute ziehen sie die Früchte der hier wachsenden Akazienbäume vor.

Wer im Crocs Nest oder Tree House wohnt, hat die Wahl, sich die Mahlzeiten im Zimmer servieren zu lassen oder ins Restaurant des Camps zu gehen. Es steht auch Gästen von auswärts offen und hat den ganzen Tag geöffnet. Während kleinere Safari-Camps meist feste Menüs und Mahlzeiten haben, können die Flatdogs-Gäste selbst entscheiden, was und wann sie essen wollen. Es stehen Preise in der Karte, die für Tagesgäste oder Selbstversorger gelten. Wer Vollpension gebucht hat, kann frei wählen und hat alle Mahlzeiten inklusive. Nicht eingeschlossen sind dagegen die Getränke. Auch in diesem Punkt unterscheidet sich Flatdogs von vielen anderen, meist teureren Safari-Camps. „Wenn wir die Getränke einschließen, müssen wir das anhand des Durchschnittsverbrauchs in den Übernachtungspreis einkalkulieren“, erklärt Adrian. „Das würde bedeuten, dass die Gäste, die weniger trinken, am Ende draufzahlen.“ Stattdessen wolle man lieber den Preis für alle im Rahmen halten.

Keine Kompromisse soll es auch bei der Qualität der Safaris geben, versichert der Manager. Am nächsten Morgen probieren wir es aus. Und wir werden von unserem Guide Yota nicht enttäuscht. Er weiß viel zu erklären, angefangen von den kleinsten Vogelarten bis hin zum Schlafverhalten der Elefanten. Es gibt Regeln, an die verantwortungsvolle Guides im South Luangwa Nationalpark gebunden sind. Eine davon lautet, dass sich nie mehr als vier Safarifahrzeuge an einer Tiersichtung aufhalten. Als wir eine große Büffelherde entdecken, die zur Tränke am Luangwa zieht und von einer Löwenfamilie beobachtet wird, sammeln sich schnell mehr als vier Autos an. Darunter sind einige Selbstfahrer, die offenbar nichts von den Regeln wissen. Yota hält Abstand zu der Ansammlung von Autos, biegt schließlich ab, um im großen Bogen von einer anderen Seite zu den Büffeln zu fahren. Keine 200 Meter entfernt von dem Autostau entdecken wir eine Leopardin. Ein weiteres Auto kommt hinzu. Die meisten anderen sehen sie nicht.

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