Auf Pirschfahrt - Afrikanische Wildhunde

von Susanne Schlesinger

Wem besonderes Pirschfahrtglück zuteil wird, der sieht sie. Afrikanische Wildhunde, wegen der bunten Fellflecken auch „Painted Dogs“ genannt - angemalte Hunde. Sie sind sehr selten und vom Aussterben bedroht.Ein größeres Siedlungsgebiet ist im zentralen südlichen Afrika zwischen der Kalahari in Namibia und Botswana bis zum Grenzgebiet zwischen Simbabwe, Südafrika und Mosambik. Weitere kleine Verbreitungsgebiete befinden sich in Zentralafrika sowie Nordkenia, Südtansania und Somalia. Gesichtet werden jeweils nur einige kleinere Rudel.

Wildhunde sehen Schakalen, Wölfen und entfernt auch Hyänen ähnlich, was ihnen dem Beinamen „Hyänenhund“ eingebracht hat. Biologisch sind sie am nächsten mit den Schakalen verwandt, obwohl diese erheblich kleiner sind. Wie alle Vertreter der Gattung ist auch der Afrikanische Wildhund ein Rudeltier und die soziale Bindung an die Familie ist so stark ausgeprägt, dass Jungtiere im Rudel von allen Mitgliedern aufgezogen und durch Hervorwürgen von Futterbrei gefüttert werden. Ebenso gehen alle dazu fähigen Mitglieder eines Rudels gemeinsam mehrmals täglich auf die Jagd und versorgen kranke oder ältere Hunde mit. Die Hunde sind sehr geschickte Jäger, allerdings wird ihnen die Beute häufig durch Hyänen oder Löwen streitig gemacht, gegen die sie körperlich unterlegen sind.Gejagt wird tagsüber auf Sicht, die Beute wird durch Reißen erlegt. Anders als Raubkatzen können die Hunde ihre Beute mit den Pfoten nicht erfassen. Die langen Beine machen sie schnell, die großen Ohren hören herannahende Beute besonders gut. Feste Reviere haben die Hunde nicht, sie wandern dorthin, wo es Wasser und Futter gibt. Die Welpen werden gern in einer Erdhöhle versteckt, die vom Rudel bewacht wird. Sind sie alt genug, um jagen zu gehen (nach etwas sechs Monaten), ziehen die Wildhunde wieder umher.

Rudelführer ist ein männlicher Wildhund. Nur er und seine Leithündin paaren sich und bekommen Nachwuchs. Alle anderen erwachsenen Mitglieder sind hormonell so „gesteuert“, dass sie keinen Paarungstrieb haben. Dies ändert sich erst, wenn die Alphatiere keinen Nachwuchs mehr haben können. Aggressionen und Rangkämpfe gibt es jedoch kaum. Diese Eigenart ist sicher einer der Gründe, warum die Hunde vom Aussterben bedroht sind. Es gibt einfach nicht genug Nachwuchs, außerdem werden viele der Hunde durch andere Raubtiere getötet, so dass die Population immer geringer wird. Hinzu kommen Krankheiten, Unfälle und der immer kleiner werdende Lebensraum.

In Simbabwe wurde deshalb im Hwange Nationalpark ein Schutzprojekt ins Leben gerufen. Unser Kollege René hat vor einiger Zeit darüber berichtet. Weitere Chancen, die seltenen Wildhunde zu sehen, bieten sich in Botswana im Moremi Wildreservat und im Okavangogebiet (hier hatten Doreen und Ulrike unabhängig voneinander das Glück). Marco erlebte ebenfalls in Botswana und in Sambia im Luangwatal unvergessliche Wildhundsichtungen. Svenja sah die Hunde im Selous Wildreservat in Südtansania. Auch in privaten Reservaten rund um den Krüger Nationalpark kann man Wildhunde antreffen.Aber Glück gehört eben immer dazu...Hier gehts zu den Berichten zum Weiterlesen:

Zum Schutz der Afrikanischen Wildhunde: Erfolgreiches Projekt in Hwange 
Auf Pirsch im Moremi Wildreservat
Reisebericht von Marco Botswana 2012 - Kwando Lagoon Camp
Reisebericht von Ulrike Botswana 2013 - Chitabe Camp
 

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