Von Etosha ins Paradies

von Doreen Krausche

Sonntag, 02. Dezember 2012

Heute ist der erste Advent und in Deutschland trinken bestimmt frierende Leute Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Wir dagegen fahren noch einmal in den Etosha Nationalpark und machen nochmals Halt in Okaukuejo. Erneut steigen wir die 104 Stufen hinauf und genießen den Panoramablick, heute bei strahlend blauem Himmel und herrlich warmen Temperaturen.Wir fahren parallel zur großen Salzpfanne, die das Zentrum des Parks bildet, und bekommen nicht nur schöne Landschaftsaufnahmen, sondern auch wieder gute Fotomotive bei unseren Tierbeobachtungen. Bei den vielen Vogelarten kann man hier glatt zum "Birder" werden. Ein Falkenbussard, ein Schildrabe, Sekretärvögel (Männlein und Weiblein), einen Paradieskranich, einen Gleitaar, der eine Eidechse gefangen hat und diese genüsslich verspeist. Zuvor haben wir schon eine Nilgans, Perlhühner, Witwenenten, einen Waffenkiebitz und ein Namaquaflughuhn gesehen.

Giraffen mit ihrem Nachwuchs, Springböcke, Oryxe, die ebenfalls Kälber haben, und sogar ein Erdhörnchen. Es sitzt genau vor uns auf der Straße und nimmt ganz schnell Reißaus. Dann entdecken wir Löwen, die sich im Gebüsch im hohen Gras verstecken und mit der Umgebung verschmelzen. Erst als sie sich bewegen und zum nächsten Baum laufen, der ihnen Schatten spendet, sehen wir die Löwinnen mit drei Jungen. Kurz danach kommt ein kräftiger Löwe hinterher gelaufen und gesellt sich zu ihnen. Ein tolles Schauspiel!

Nahaufnahmen wären natürlich toll gewesen, aber wir können uns auch so glücklich schätzen, dass wir die Löwen überhaupt entdeckt haben. Alle halten gespannt Ausschau, ob wir noch mehr entdecken, und tatsächlich stoßen wir auf die Schwarznasenimpalas. Ich kenne bereits Impalas aus Tansania und Botswana, aber diese schönen Tiere gibt es nur hier und in Angola.

Bei Namutoni halten wir an einem alten Fort, welches jetzt als Museum dient, zum Mittagessen an. Ein jeder kann bestellen, was er mag und die gemütliche Terrasse der Lodgeanlage im hinteren Teil des Forts nutzen.

An einem Aussichtspunkt halten wir an und staunen nicht schlecht, als wir sehen, wie riesig diese Salzpfanne ist. Im Osten verlassen wir den Etosha Nationalpark, fahren weiter Richtung Grootfontein und befinden uns wieder auf einer guten Asphaltstraße und mitten in der Zivilisation. Unsere nächste Unterkunft ist das Seidarap, das vier Kilometer von Grootfontein entfernt liegt. Das Gästehaus hat seinen Namen vom rückwärts gelesenen Wort "Paradies" erhalten und diese Bezeichnung trifft auch zu. Wir werden von Stephan, dem deutschen Eigentümer des Hauses, begrüßt und sollen uns wie zu Hause fühlen.

Seidarap Gästehaus, Grootfontain

Die Lodge ist wie ein großes Familienhaus gebaut. In die acht Zimmer gelangt man von einer Galerie im Obergeschoss aus. Ein Familienzimmer befindet sich im Anbau des Hauses. Auf der Terrasse steht eine große Tafel, an der die gesamte Gruppe für das Abendessen Platz findet. Im Gemeinschaftsraum wird an den Tischen vor dem Kamin das Frühstück serviert. Getränke nimmt man sich hier selbst aus dem Kühlschrank und schreibt sich in eine Liste ein, die in bar bei der Abreise beglichen wird. Die Zimmer und das gesamte Haus sind liebevoll gestaltet.

Wir entdecken sehr viele Antiquitäten im Haus und im Garten des Grundstücks. Der Pool und der kleine Brunnen sind eingezäunt, damit die kleinen Kinder von Silvia und Stephan nicht hineinfallen können. Natürlich lädt das kühle Nass zum Baden und Verweilen ein. Am Abend wird gegrillt. Die Hausküche ist lecker und wir fühlen uns wie auf einer Grillparty. Jeder bedient sich selbst am Buffet und an den Getränken. Im Paradies gibt es keinen Fünf-Sterne-Luxus, aber viel herzliche Gastfreundschaft, fast wie bei einem Familienbesuch. Und paradiesisch sind hier auch die Sonnenuntergänge.

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