Ein Ausflug in den Etosha Nationalpark

von Doreen Krausche

Samstag, 1. Dezember 2012

Was wäre es für eine Verschwendung, heute auszuschlafen, statt früh aus dem Bett und hinein in den Nationalpark zu kommen. Schließlich sind wir auch nach Namibia gekommen, um Tiere zu sehen. Gestern Nachmittag haben wir ja bereits einen kleinen Vorgeschmack bekommen. Eine Garantie gibt es natürlich nicht. Das Wasser des Regens der letzten Nacht steht noch in den Fahrrinnen der Schotterpiste. Die Tiere sind auf die Wasserlöcher, die in der Trockenzeit reichlich besucht sind, nicht mehr angewiesen. Gestern auf unserer Nachmittagstour im Etosha Nationalpark haben wir einen Löwen mit erlegtem Zebra, zwei Giraffen und eine Herde Strauße nur weit entfernt gesehen. Eine Gackeltrappe, ein Geier im Flug, ein Sekretärsvogel, trinkende Gnus und duellierende Springböcke sind uns vor die Linse gelaufen. In einem Baum hängen riesige Webervögelnester. Die kleinen braunen Social Weaver leben zu Hunderten in diesen Konstruktionen aus verwebtem Gras. Die Nester können so groß und schwer werden, dass der Ast bricht. Der Panoramablick vom Turm aus der Kolonialzeit am Eingangstor von Okaukuejo zeigt die Weite der Landschaft, die sich im Dunst des Horizonts verliert.

Neuer Tag, neues Glück. Wir fahren mit einem offenen Pirschfahrzeug der Lodge und lassen uns den heißen Wind um die Nase wehen. Der Regen hat die verbrannten Flächen des letzten Buschbrands in grüne Wiesen verwandelt. Ein Löwenrudel pirscht gemächlich durch das hohe Savannengras und sucht Schatten unter den Bäumen. Zebras und Strauße traben am Wegesrand daher. Ein Streifenschakal trinkt aus einer kleinen Pfütze.

 

Ein großer alter Elefantenbulle mit einem abgebrochenen Stoßzahn nimmt ein kleines Frühstück bestehend aus Zweigen ein und lässt sich nicht stören.Die größeren Elefantenherden, die sich bei Susannes Besuch im Oktober an den Wasserlöchern versammelt haben, sind weiter gewandert, aber dafür sehen wir am Nachmittag ein echtes Highlight: Ein Spitzmaulnashorn kommt ganz nahe an das Fahrzeug heran und trinkt aus einem Wasserloch.Laut eines Berichtes des "Rhino Resource Centers" aus dem Jahr 2011 soll es in Etosha circa 450 Spitzmaulnashörner geben. Das sind ungefähr 70 Prozent aller Nashörner in Namibia. Viele der Rhinos wurden seit den sechziger Jahren bis heute von kommerziell genutztem Farmland umgesiedelt, nicht alle überlebten die Umsiedlung aufgrund falscher Betäubung. Wer mehr über Nashörner erfahren will, dem sei unser aktueller Bericht "Auf Pirschfahrt-Nashörner" empfohlen.Später am Nachmittag sehen wir nochmals Löwen, die im Schatten dösen, und eine seltene Schildkröte.

Glücklich und zufrieden kehren wir am späten Nachmittag zurück. Einer unserer Teilnehmer hat statt der Morgenpirschfahrt mit Alex eine Nachmittagspirschfahrt unternommen. Bei rotem Sonnenuntergang kehren die Ausflügler zurück. Am Abend trifft sich die Gruppe wieder und jeder berichtet von seinen Erlebnissen. Alle sind sich einig, dass sich auch dieser optionale Ausflug in einem offenen Geländewagen gelohnt hat. Die letzte Nacht im Etosha Safari Camp feiern wir mit den Angestellten bei Tanz und Gesang. Wir reihen uns einfach ein und tanzen mit. Die Atmosphäre ist so schön hier, man fühlt sich nicht irgendwo auf einem Camp, sondern mitten drin im Leben der Einheimischen.

ein Kommentar

Kiara

21.03.2013 um 22:00

Echt wundervolle Bilder und Videos. Hier kann man mal gut erkennen wie wundervoll der Etoscha Nationalpark in Namibia ist. Auf jeden Fall sollte dieser Park während eines Afrikaurlaubes besucht werden. Unzählige Tier- und Pflanzenarten leben dort. Die Einheimischen sind auch überall sehr gastfreundlich.