Londiningi Guesthouse und Besuch des Penduka-Projektes in Katutura

von Doreen Krausche

Samstag, 24. November 2012

Es ist richtig heiß. Allen macht der Temperaturunterschied nach dem langen Flug etwas zu schaffen. Deshalb geht es jetzt in unser kleines, gemütliches Gästehaus. Das Londiningi Guesthouse liegt nicht weit von der Innenstadt. Der Name bedeutet "Jemand, der einen beschützt" in einem Zuludialekt. Das Gästehaus hat nur neun Zimmer. Die Besitzer, ein französisch-namibisches Ehepaar, begrüßen uns freundlich und geben uns im Innenhof alle Details zum Haus. Von hier aus kann man nämlich alles überblicken. Die Zimmer, die sich um den Innenhof gruppieren, sind zwar klein, aber gemütlich eingerichtet. Jedes Bad ist, wie die Zimmer auch, unterschiedlich gestaltet. Der Pool bildet das Zentrum des Gästehauses. An diesen schließt sich eine kleine offene Lounge an. Daneben liegt das Hauptgebäude mit Küche, Rezeption, Internet und Souvenirraum sowie einem kleinen Restaurant, in dem nicht nur das Frühstück gereicht wird, sondern bei individuellen Aufenthalten auch ein Abendmenü.

Nach etwa drei Stunden Pause haben alle ein Nickerchen und ein Bad im Pool hinter sich, und wir treffen uns zum zweiten Highlight des heutigen Tages wieder. Es geht nach Katutura - ein ehemaliger Umsiedlungsort für all diejenigen, die von der Kolonialregierung Ende 1959 zwangsweise aus dem Süden Windhoeks vertrieben worden sind. Der Name bedeutet: "Ein Ort, an dem wir nicht leben wollen", und zu Zeiten der Zwangsumsiedlung war es wohl auch so. Alex erklärt uns die Hintergründe und auch Veränderungen seit dieser Zeit. Wir erfahren, dass die Einheimischen jetzt sehr gern hier leben und mit allen wichtigen Dingen versorgt werden. Nur an Arbeit mangelt es, vor allem für Frauen, die ja durch die Kinder auch nicht einfach den Ort verlassen können. Deshalb wurden verschiedene Selbsthilfeprojekte gegründet.

Penduka Projekt

Wir fahren weiter zum Penduka Projekt. Ein Selbsthilfeprojekt für Frauen, das auch von uns Gästen unterstützt wird, denn der Veranstalter spendet regelmäßig verschiedene Dinge, die hier benötigt werden. Wir bekommen einen Begrüßungstrunk und ein einheimisches Gebäck. Zum Glück gibt es einen Haushund, der sich nicht nur gern streicheln, sondern auch sehr gern die traditionellen Gebäckstücke unauffällig verschwinden lässt. Die Dame in ihrem pinkfarbenen Outfit ermöglicht uns Einblicke in die Handwerkskunst der Einheimischen: von kunstvollen Stickereien auf Decken, Kissen und Schürzen über Näharbeiten und Töpferwaren bis zu Glasperlenschmuck. Die einzelnen Bearbeitungsschritte demonstriert uns eine fröhliche taubstumme junge Frau. Am Ende der Führung dürfen wir auch hier natürlich das eine oder andere Schmuckstück erstehen. Es ist alles relativ teuer hier, allerdings ist es ja auch 100% Handarbeit, das muss man anerkennen.

Lebensfreude wird hier groß geschrieben und die Frauen tanzen und singen für uns. Zum Abschluss gibt es noch ein Abendessen, das die Frauen des Pendukaprojekts uns servieren. Es ist recht tradionell mit einer Vorsuppe aus Kürbis, einem Hauptgericht mit Hühnchen und einer Art Gulasch sowie Kichererbsen. Danach gibt es einen Obstsalat. Ich finde es lecker, die anderen wohl nicht so, aber man reist ja nach Namibia, um auch das einheimische Essen kennenzulernen. Der erste Tag war schon toll und ich freu mich auf das, was mich alles noch erwartet.

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