Über den Spreetshoogte Pass zu Namib Desert Lodge

von Doreen Krausche

Sonntag, 25. November 2012
Um sieben Uhr treffen wir uns zum Frühstück und stärken uns an den vielen Leckereien, die das Guesthouse aufgetischt hat. Dann fahren wir mit einer kleinen Verspätung in Richtung Süden los. Das einzige Autobahnstück in Namibia mit vierzig Kilometern Länge ist zur Eingewöhnung an die heutige Tagesetappe ein guter Start. Wir fahren über verschiedene Pässe und tauchen ein in die Naturerlebnisse Namibias. Nicht nur die Natur verändert sich, auch die Straßen passen sich der Umgebung an. Beim Kaiser-Wilhelms-Berg lassen wir die Asphaltstraße hinter uns. Hier testete Audi das Modell Q7 und wir unser Sitzfleisch auf der Schotterpiste.

Unser erster Stopp ist am Kupferbergpass. Wir genießen den Blick in die Weite und ahnen noch nicht, welche Schönheiten Namibias uns noch erwarten. Das Auersgebirge, der Gamsberg mit seiner Ähnlichkeit zum Tafelberg in Kapstadt, sowie das Nauchasgebirge ziehen an uns vorbei.Wir entdecken Webervogelnester, Springböcke, Warzenschweine und Kuhantilopen. Alex, unser Guide, erzählt uns heute vieles über die Farmen und ihre Geschichte. Er erzählt auch von seiner Familie, die als Farmer ins Land kamen, und von den Familienmitgliedern, die es bis heute noch sind und Pferdezucht betreiben. An einer Farm direkt am Wegesrand können wir die Rinder aus nächster Nähe sehen und fotografieren.

Alex biegt ab und unternimmt mit uns eine Achterbahnfahrt. Zumindest empfinde ich die Straße zum nächsten Pass so. Es geht bergauf, bergab, mal links, mal rechts - es fehlt nur noch ein Looping. Die Fahrt endet auf dem Spreetshoogte Pass. Von allen Seiten hört man "Oh" und "Ah" - hörbares Erstaunen über die atemberaubend beeindruckende Aussicht in die Wüstenlandschaft. Die holprige Anfahrt hat sich gelohnt. Wir nehmen unsere Kameras und halten die Ausblicke fest, dann stärken wir uns an unseren leckeren Lunchboxen und lassen unsere Haare im Wind wehen.Wir haben noch etwas Zeit und da Alex uns noch mehr bieten will, fährt er extra nach Solitaire. Die kleine Ansiedlung (Ortschaft wäre schon übertrieben) gehört zu einer Namibiareise einfach dazu. In Solitaire gibt es die wohl bekannteste Bäckerei Namibias namens „Moose McGregor's Desert Bakery“. Der Apfelkuchen ist legendär. Nicht nur Kaffee und Kuchen locken die Touristen hierher. Auch die Oldtimer-Karossen, die durch die Witterung gezeichnet sind, bieten besondere Aufnahmen für Fotografen. Für Vogelfreunde ist auch hier der eine oder andere Piepmatz zu entdecken.

Auf unserem Weg zur Namib Desert Lodge fahren wir durch mehrere Tiergatter und folgen einem Flusslauf, dessen Quelle in den Bergen liegt - ein seltenes Bild in dem so trockenen Land. Der letzte Pass für heute ist der Remhoogte Pass. Zwei der seltenen Bergzebras laufen uns vor die Linse.Von weitem können wir die Hänge der versteinerten Dünen sehen und erkennen die Umrisse der Namib Desert Lodge, die unterhalb der Hänge liegt und unser heutiges Ziel ist. Nach einer kleinen gemeinsamen Führung durch die Anlage werden wir zu unseren Zimmern gebracht. Alle haben nur eins im Sinn, Badesachen schnappen und ab in den Pool. Nur in welchen, den Süß- oder den Salzwasserpool? Beide verlockend und herrlich erfrischend.Wer noch nicht genug vom Tag hat, hat die Gelegenheit, an einem von der Lodge angebotenen Ausflüge teilzunehmen. Keiner von uns hat genug und so trifft sich die gesamte Truppe am Eingangstor, wo auch andere Gäste der Lodge darauf warten, in einem der offenen Toyota-Geländewagen Platz nehmen zu dürfen. Drei Jeeps machen sich auf den Weg in die Umgebung zu den ersten Dünen auf unserer Reise. Chantal, eine Einheimische, begleitet uns zusätzlich, um uns viele Details der Wüste zu erklären. Sie spricht sehr gut deutsch und erzählt uns, dass sie in der dritten Generation hier in Namibia lebt und ihr Land schätzt und ihren Job liebt. Mit Begeisterung gibt sie uns Einblicke in die Natur, die Tierwelt und den Naturschutz, der hier sehr ernst genommen wird.

Die Landschaft ist einmalig. Kurz vor Sonnenuntergang halten wir an einer idealen Stelle für Fotomotive und bekommen unser Sundownergetränk gereicht. Unsere Gruppe ist sich einig, wir trinken alle Gin&Tonic. Nicht nur weil es uns schmeckt, nein, weil wir wissen, dass das Tonic in Verbindung mit Alkohol eine gute Moskitoabwehr ist! Manchen aus meiner eh schon sehr lustigen Truppe bekommt der Gin&Tonic besonders gut. Ich kann sie laut lachen hören, als ich etwas abseits stehe, um noch ein paar gute Fotos zu schießen. Heute ist doch erst der zweite Tag... na das wird noch lustig werden.Es wird sehr schnell dunkel und über uns wölbt sich der fantastische Sternenhimmel Namibias mit dem Kreuz des Südens. Hier in der Namib ist es wegen der fehlenden Lichtverschmutzung besonders dunkel, und die Milchstraße sowie viele andere Sterne scheinen zum Greifen nah.

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