Auf der Höhe – das Chobe Elephant Camp

von Svenja Penzel

Ngoma/Chobe, 28.11.2016

Bin ich froh, dass ich ein Kopftuch trage. Im offenen Fahrzeug bei Tempo 80 auf der breiten Asphaltstraße durch den Chobe Nationalpark zu brettern ist anstrengend für Haare, Haut und Ohren. Eine Stunde dauert die Fahrt mitten durch das Wildreservat, um zum westlichen Eingangstor von Chobe zu kommen. Dort, weit entfernt vom Trubel der vielen Lodges im Raum Kasane am östlichen Eingang, gibt es nur drei Unterkünfte. Eine davon, das Chobe Elephant Camp, ist mein Zuhause für eine Nacht.

Wohnen kann man auf der Westseite außerdem in der Muchenje Safari Lodge und in der Ngoma Lodge. Beide liegen preislich deutlich über dem Chobe Elephant Camp. Ich bin gespannt, schließlich kenne ich die Bauherren dieses noch recht neuen Camps persönlich und habe die Entstehung aus der Ferne mitverfolgt. Unsere Partner von Bush Ways Safaris wollten mit dem Chobe Elephant Camp ein eher einfaches, bezahlbares, schön gelegenes All-Inclusive-Camp am beliebtesten Nationalparks des Landes eröffnen. Der Plan ist aufgegangen.

Das Camp besteht aus einem Hauptgebäude und elf einzeln stehenden Häuschen mit Terrasse, die je ein Doppelzimmer beherbergen. Die Wege zu den Häuschen, die sich wie hingetupft auf dem Gelände verteilen, sind befestigt. Alle Zimmer sind zum Chobe-Fluss hin ausgerichtet. Der Chobe ändert seine Form im Rhythmus der Jahreszeiten sehr stark. Zum Höhepunkt der Trockenzeit ist er ein majestätischer Strom, der sich am Ende der Regenzeit in eine viele Kilometer breite Flusslandschaft aus Nebenarmen, Lagunen und Schwemmwiesen verwandelt. Auf diese blickt man von der Anhöhe, auf der das Camp erbaut ist, herab. Ein schöner Blick.

Eine Besonderheit ist die Bauweise der Häuschen. In die dicken Wände sind Sandsäcke eingemauert, die Fenster sind absichtlich klein. Das soll vor großer Hitze schützen. Für noch mehr Abkühlung in der heißesten Zeit sorgt eine Klimaanlage. Schön ist auch die Dusche unter freiem Himmel, das Bad hingegen wirkt dunkel. Strom gibt es 24 Stunden lang, man kann also auch nachts seine Geräte im Zimmer aufladen.

Zum Frühstück und Abendessen trifft man sich im Hauptgebäude. Diesem fehlt für meine Begriffe noch etwas Charme - Tische und Stühle im Speisebereich wirken verloren in der großen kahlen Fläche. Der Lounge-Bereich punktet hingegen mit lebendigen Farben und gemütlichen Sofas. Schön ist auch der Feuerplatz unter freiem Himmel. Und noch schöner ist der Swimmingpool – angenehm groß, mit Blick zum Chobe und ein Stück vom Hauptgebäude entfernt im Schatten eines Baumes. Hier kann man es zwischen den Pirschfahrten sehr gut aushalten.

Apropos Pirschfahrten. Diese beginnen gleich hinter dem nahen Ngoma-Eingangstor des Chobe Nationalparks. Die Guides sind gut geschult, die Pirschfahrzeuge in sehr gutem und gepflegtem Zustand. Ergänzt wird das Angebot mit Bootsfahrten auf dem Chobe-Fluss. Mittlerweile gibt es auch einen Bootsanleger auf der Chobe-Westseite nahe Ihaha, der bei ausreichendem Wasserstand genutzt werden kann. Ansonsten fahren die Gäste pirschend von West nach Ost durch den Park und nehmen am Nachmittag an einer Bootstour ab Kasane teil, bevor es am Abend zurück ins Camp geht. Wo man übrigens sehr nett umsorgt und sehr gut bekocht wird.

Mein Fazit: ein recht einfaches Camp zu einem guten Preis in schöner Lage auf der ruhigeren Westseite des Nationalparks. Wem das Tier-Erlebnis wichtiger ist als gehobener Wohnkomfort, der wird hier mehr als zufrieden sein.

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