Auf zur Safari - Tarangire Nationalpark

von Susanne Schlesinger

Usa River, 22.09.2015

Für meine sechs Mitreisenden und mich beginnt unsere Safari, die wir in unserem Programm unter dem Namen „Tansania-Safaribaustein“ anbieten und die auch in verschiedenen Kombinationsprogrammen vorkommt.

Nach der Kaffeetour, die ich letztes Jahr bereits einmal gemacht habe, Tag geht es heute los in Richtung Ngorongorohochland. Wir werden in den nächsten Tagen vier Nationalparks besuchen - Lake Manyara, Serengeti, Ngorongoro und Tarangire. So steht es zumindest im Programm. Erick, unser Fahrer, schlägt aber vor, statt zum Lake Manyara zuerst in den Tarangire Nationalpark zu fahren. In der trockenen Jahreszeit wandern viele Tiere vom Lake Manyara in Richtung Süden und Erick möchte uns gleich einen richtig guten ersten Safaritag bieten.

Nach Tarangire führt ein Highway von europäisch guter Qualität, ganz glatt und neu. „Die Holländer haben den gebaut“, erzählt Erick. Ebenfalls neu ist ein Besucherzentrum am Lake Burungi. In Rundhäusern sollen wohl demnächst eine Ausstellung und ein Souvenirshop die Touristen anlocken. Uns locken hier aber nur die sehr schönen Toiletten, bei denen man sich doch wie ein „VIP“ fühlt.

Tarangire ist vor allem für die vielen Elefantenherden bekannt. Der mit 2850 Quadratkilometern mittelgroße, landschaftlich sehr reizvolle Park besteht aus trockenem Grasland, offener Baumsavanne, Hügelland und dem Tarangire-Fluss. Um ihn komplett zu erkunden, müsste man im Park übernachten. Hier gibt es einige schicke Camps, zum Beispiel das Oliver’s Camp oder das Sanctuary Swala Camp.
Diese liegen allerdings tief im Park und sind so abgelegen, dass die Tagestouristen nicht vorbeikommen. Bei der Preiskategorie ist das natürlich auch so gewollt. Nur die Wegweiser verraten, wo es hingeht.

Wir bleiben im nördlichen Teil des Parks und treffen direkt hinter dem Eingang schon auf die erste Elefantenherde, Gnus, Zebras und Impalas, außerdem mehrere große und kleine Giraffen, die an den wenigen grünen Bäumen knabbern. Erick verblüfft uns mit seinen Adleraugen (die wir in den nächsten Tagen noch viel mehr schätzen werden). Er hat ein Nest mit einem Weißrückengeier erspäht. Wir sehen außerdem einen Tansanischen Rotschnabel-Toko und eine Gabelracke.

Erick spricht wirklich gutes Deutsch, aber Zungenbrecher-Vogelnamen wie "Dreifarben-Glanzstar" oder "Rotschnabel-Madenhacker" sind eine echte Herausforderung. Wir machen eine Mittagspause an dem Picknick-Platz, den wohl jeder Tarangire-Besucher kennt. Er befindet sich auf einem Hügel mit Blick hinunter zum Tarangirefluss, wo die Elefanten im seichten Wasser planschen und wie kleine Spielzeugfiguren wirken. Eine Schulklasse ist ebenfalls unterwegs. Die Mädchen und Jungs haben froschgrüne Uniformen mit roten Strümpfen an und springen fröhlich herum. Es ist schön, dass den Kindern ihre Heimat nähergebracht wird und sie die Möglichkeit haben, auch einmal auf Safari zu gehen.

Wir haben unsere Lunchpakete verzehrt und ordentlich alles in eine Kiste gepackt, was nicht gegessen und getrunken wurde. Weiter geht’s hinunter zum Wasser und entlang des Flusses, wo es wirklich viele Elefanten gibt, die tolle Fotomotive liefern. Sie sind überall, in den Büschen und auf der Straße. Wir halten an und eine Herde zieht an uns vorbei. Die Leitkuh beäugt uns kritisch, sieht aber keine Gefahr. Gemächlich schlendern die anderen Elefanten hinterher und fressen auf der anderen Straßenseite weiter. Giraffen, Gnus, Zebras, Ohrengeier und immer wieder Elefanten - wir hätten noch Stunden weiterfotografieren können, aber Erick mahnt zum Aufbruch.

Die Sonne steht schon tief und wir müssen noch ins Ngorongoro-Hochland zur Endoro Lodge gelangen.Einen schnellen Stopp machen wir aber noch - in der Nähe eines Dorfes, wo einige Massai-Kinder Kühe hüten und unsere Lunchbox-Reste dankbar annehmen. Die Straße windet sich an der äußeren Bergflanke des Ngorongorokraters hinauf ins Hochland. Auf der linken Seite liegt der Lake Manyara, dessen Ufer rosa schimmern. Vor uns geht flammend die Sonne unter. Wir erreichen die Endoro Lodge bei einbrechender Dunkelheit.

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