Mua Mission und Gästehaus

von Svenja Penzel

Auf Mua hatte ich mich schon besonders gefreut. Obwohl es an einer Hauptverbindungsstraße liegt und gut erreichbar ist, hatte ich es auf meinen früheren Touren noch nicht gesehen. Was ist Mua eigentlich? Ein großes kulturelles und spirituelles Zentrum, ja ein ganzes Dorf mit überregionaler Bedeutung. Das Zentrum bildet das Museum der malawischen Kunst und Kultur. Das Gebäude ist schon von außen beeindruckend, und innen findet sich eine großartige Ausstellung über die verschiedenen Stämme Malawis, deren Traditionen und Gebräuche. Gemeinsam mit uns ist eine Busladung voll Schulkinder aus Lilongwe da.

Der Museumsleiter erklärt sehr anschaulich und kindgerecht die Geschichte der Entstehung dieses Museums, das von einem französischen Pater in den 1970er Jahren geschaffen wurde. Dann geht es durch die Ausstellung, in der wir nicht fotografieren dürfen. Gern wäre ich länger geblieben, um mir alles in Ruhe anzusehen.

Gleich nebenan ist das Kungoni Center, ein landesweit bekanntes Trainingszentrum für malawische Holzschnitzer. Die kunstvollen Arbeiten können auch erworben werden.Daneben gehören zu Mua auch ein Krankenhaus und eine große katholische Kirche. Auf dem großen Platz neben der Kirche ist heute eine Versammlung der Frauen aus der Gemeinde, die allesamt mit weißen Hauben und blauweißem Chitenge (Kanga-Tuch) gekleidet sind. Jede Glaubensgemeinschaft hat in Malawi ihre eigene Kleidung, wenn es zur Kirche geht. Und davon gibt es viele. Neben Katholiken sind Protestanten, Methodisten, 7th Day Adventists, Assembly of God, Baptisten, Presbyterianer und Anglikaner nur einige wenige. Etwa 70% der Malawier sind Christen, daneben gibt es Hindu, Moslems und Naturreligionen.

Besucher können in Mua im kleinen Gästehaus übernachten, das ich mir auch noch anschaue. Fünf einfach eingerichtete, geräumige Zimmer in Rundhütten verteilen sich in einem hübsch angelegten Garten mit Sitzecken und einem kleinen Restaurant.Wer sich für die Kunst und reiche Kultur Malawis interessiert und gern mit den Menschen in Kontakt kommt, sollte hier unbedingt eine Übernachtung einplanen.

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