Diani Beach, Kenia

von Svenja Penzel

30.10.2015
Der Diani Beach an Kenias Südküste gehört zu den berühmtesten und schönsten Stränden der Welt. Er liegt etwa 40 Kilometer bzw. eine Fahrstunde südlich von Mombasa und erstreckt sich 13 Kilometer lang in Nord-Süd-Richtung. Sein südliches Ende bildet der ebenso schöne Galu Beach.Bemerkenswert ist der sehr feine Sand, der so weiß ist, dass er geradezu die Augen blendet. An manchen Stellen ist der Strand mehrere Hundert Meter breit. Er wird von Kokospalmen gesäumt, und das türkisblaue Meer hat das ganze Jahr lang angenehme Badetemperaturen. Ein klassisches tropisches Urlaubsparadies.

Wie überall an der Küste Ostafrikas gibt es hier große Gezeitenunterschiede. Bei Ebbe weicht das Meer weit zurück. Zum Baden muss man dann weit hinaus laufen, und das vorgelagerte schützende Riff liegt frei. Die Flut überspült einen guten Teil des breiten Strandes und kommt an manchen Stellen bis zu der Korallenkante, die vielerorts den Strand vom Hotelgelände trennt. Dadurch ist es auch bei Flut nicht immer möglich zu baden. Die besten Zeiten, ins Meer zu springen, sind daher die Stunden vor und nach der größten Flut.

Ebbe und Flut wechseln sich ungefähr im Sechs-Stunden-Takt ab, so dass es innerhalb von 24 Stunden zweimal Ebbe und zweimal Flut gibt. Die Zeiten verschieben sich von Tag zu Tag ein wenig. Die Hotelgäste am Diani Beach erfahren die genauen Zeiten an der Rezeption oder im Wassersportzentrum ihres Hotels und können ihre Aktivitäten entsprechend planen. Wer seine Anlage nicht verlassen möchte, kann die Zeiten der Ebbe oder der höchsten Flut natürlich sehr gut am bzw. im Swimmingpool verbringen. Meist gibt es viele Liegemöglichkeiten im Schatten der Palmen oder gemütliche Strandbars, Poolbars oder Lounges mit Sofas und Tagesbetten, die zum Verweilen einladen.

Oder man probiert einmal das Angebot an Massagen und Wellness-Behandlungen seines Hotels aus.Genau wie die Strände auf Sansibar und an den Festlandsküsten von Kenia und Tansania ist der Diani Beach ein öffentlicher Strand. Die Hotels dürfen sich keinen Privatzugang zum Meer schaffen. Die lokale Bevölkerung muss den Strand auch als Verkehrsweg nutzen dürfen. Meistens markiert eine kleine Korallenklippe die Linie, an der das Hotelgelände endet und der Strand beginnt. Sollte diese fehlen, erkennt man das private Hotelgelände daran, dass dort noch Liegen und Sonnenschirme stehen. Außerhalb davon, also auf dem öffentlichen Strand, darf jeder entlanglaufen.Das lockt natürlich auch Händler an.

Die sogenannten "Beach Boys" möchten ein Gespräch mit den Touristen beginnen, ihnen etwas verkaufen oder einen Ausflug anbieten. Hier hilft nur ein hartnäckiges "Nein", wenn man dies nicht möchte. Wobei die Preise dieser "Locals" durchaus attraktiv sind. So mancher Tourist hat beim Kauf eines Souvenirs oder bei der Buchung eines Ausflugs schon viel Geld gespart. Auch haben die Beach Boys Familien zu versorgen und brauchen ein Einkommen. Die Hotels sehen das natürlich nicht so gern, weil sie ja selbst Souvenirshops haben und Buchungsmöglichkeiten für Exkursionen mit guten, lizenzierten Partnern bieten. Hier muss jeder selbst entscheiden, was ihm wichtig ist.

Tourismus am Diani Beach

Der Tourismus am Diani Beach begann im großen Stil in den 1970er und 1980er Jahren. Damals wurden viele Hotels errichtet, man flog nach Kenia wie heute in die Domrep. Der Massentourismus hielt Einzug und wurde von großen deutschen Veranstaltern, unter anderem dem African Safari Club, angeheizt. Dieser Hype ist lang vorbei. Den African Safari Club gibt es nicht mehr. Und die Kundschaft von Dertour, Tui, Neckermann und Meiers Weltreisen hat auch andere, trendigere Ziele entdeckt.

Die großen Hotels von damals sind noch da. Es sind auch keine "Klötze" mit fünf Etagen, sondern erfreuen sich zumeist einer luftigen Bauweise in großen Gartengeländen. Sie sind mittlerweile grundrenoviert und neu gestaltet worden. Teilweise ist das sehr schön gelungen. Ein Beispiel dafür ist das Leopard Beach Hotel. Trotz seiner fast 200 Zimmer wirkt es angenehm aufgelockert. Die Zimmer-Blöcke und die einzelnen Chalets verteilen sich in einem weitläufigen gepflegten Garten mit vielen duftenden Blumen und Sträuchern. Das rund gebaute Horizon Restaurant und der darunter liegende große Pool bilden das Zentrum der Anlage. Frische, helle Farben und viel Platz lassen alles sehr einladend wirken.

Die Hotels am Diani Beach kämpften zur Zeit meines Besuchs im Oktober 2015 mit schwacher Auslastung. Der Tourismus am Diani Beach hat zu dieser Zeit, noch mehr als der Tourismus zu Kenias Nationalparks und Wildreservaten, sehr gelitten. Obwohl die Gäste in den Strandhotels genauso wie die Gäste in den Safari-Lodges zu keiner Zeit gefährdet waren, ist doch vielen potentiellen Besuchern nach den Anschlägen der Al Shabaab-Miliz im Norden des Landes und der Berichterstattung über Ebola (was sich Tausende von Kilometern entfernt in Westafrika abspielte) die Lust auf einen Kenia-Besuch vergangen. Seither hat sich die Situation wieder deutlich verbessert, auch hat die kenianische Regierung die Sicherheitsmaßnahmen stark erhöht. Diskrete, freundliche Wachleute sind selbst in den Hotels und an den Stränden zu sehen. Im Sommer 2017 erfreuten sich die Strandhotels am Diani Beach wieder einer guten Auslastung.

 

Alle Hotels bieten eine große Auswahl an Ausflügen zu Land und zu Wasser. Zum Wassersport gehören Tauchen (viele Hotels haben eigene Tauchzentren oder der Weg zum nächsten Tauchclub ist nicht weit), Schnorcheln, Surfen, Kitesurfen, Hochseefischen, Kayak-Fahren und Ausflüge mit dem Glasbodenboot. Aber auch das Festland bietet interessante Ausflüge: per Mountain Bike am Strand entlang oder in die nähere Umgebung, oder auf geführten Touren nach Mombasa, in die Shimba Hills (interessantes Wildreservat nur 30 Kilometer vom Diani Beach entfernt), in den Kisite Marine Nationalpark und nach Wasini Island. Schön ist auch ein „Sunset & Dinner Cruise“ mit einer Dhow, dem traditionellen Holzboot mit Dreieckssegel.

Einschätzung und Empfehlung für Hotels am Diani Beach

 

3 Kommentare

Sabine

31.05.2016 um 14:15

Hallo Kathrin!
Es gibt ganz viele Angebote für Heißluftballons in der Massai Mara!

Und es gibt auch sonst in den Parks, auch im Tsavo Ost u. West herrliche Aussichtspunkte wo man die Landschaft u. die Tierwelt bestaunen kann.

LG Sabine

Stefan

16.05.2016 um 12:45

Hallo Kathrin,

wie kommst Du darauf, dass dort keine Heissluftballone fahren?
Siehe z.B. hier:
https://www.outback-africa.de/blog/2014/07/14/ballonfahrt-der-massai-mara-reisebericht-kenia-tansania-2014/

Grüße
Stefan

Kathrin

12.05.2016 um 09:59

Das sieht alles sowas von schön aus. War vor ewigen Zeiten mal in Afrika und immer wenn ich jetzt die Bilder sehe, möchte ich wieder hin. Ich kann jedem auch nur mal einen Flug über die Savanne ans Herz legen. Leider fliegt dort ja kein Heissluftballon, da hätte man viel Zeit zum Erkunden. Aber auch ein Flug im kleinen Propellerflugzeug ist atemberaubend schön und man fühlt sich fast wie in einer Doku.

Grüsse
Kathrin