Angama Mara, Massai Mara

von Svenja Penzel

28.10.2015
„HAMMER“ habe ich in Großbuchstaben in mein Besichtigungsprotokoll geschrieben. Ich war sehr gespannt auf das neue Camp Angama Mara, von dem ich schon einiges gehört hatte. Doch was ich schließlich mit eigenen Augen sehe, übertrifft alle meine Erwartungen. Als ich auf die Terrasse hinaustrete, bleibt mir buchstäblich der Atem weg. Der Blick nimmt mich gefangen. Ehrfürchtig starrte ich auf die im leichten Dunst liegende Massai Mara, die sich hier 300 Meter tiefer im 180-Grad-Panorama vor meinen Augen ausbreitet. Stundenlang könnte ich einfach nur das Licht- und Schattenspiel über dieser endlosen Ebene betrachten. Es ist ein Traum. Hier möchte ich bleiben. Ich sinke in die weichen roten Kissen des kreisrunden Sofas, das für mich zum Herzstück der Anlage wird. Nur noch ein Geländer trennt mich von der Steilkante. Es ist, als ob ich schwebe.

Die sympathischen jungen Manager Shannon und Tyler Davis geben uns einen Überblick über das Camp und dessen Entstehung, jemand serviert einen Tee, aber ich kann den Blick nicht von dem fantastischen Panorama abwenden. Nur mit Mühe reiße ich mich los und lasse mir die einzelnen Zelt-Suiten zeigen. Alles hier ist auf die Aussicht ausgerichtet, so bieten alle Unterkünfte große Glasfronten und breite Terrassen. Die geräumigen Bäder, ebenfalls mit freiem Blick in die Mara, haben Dusche und Badewanne. Wenn man sich morgens in seinem Bett aufsetzt, kann man in den Sonnenaufgang schauen. Beeindruckt hat mich auch die Ladestation für elektronische Geräte. In einer aufklappbaren Box befinden sich in einer langen Reihe wohl 90 Prozent aller weltweit üblicher Steckdosen. So lässt sich auch der letzte Akku aufladen.

Die Suiten stehen weit auseinander und bieten viel Privatsphäre. Aber selbst von den weiter entfernten Suiten geht man über befestigte Wege nicht mehr als zehn Minuten bis zum Zentrum der Anlage oder zum Swimmingpool. Kinder sind hier ab dem Alter von sechs Jahren willkommen, es werden auch Kinderbetreuung und speziell für Kinder geeignete Aktivitäten angeboten. Shannon zeigt uns auch die Quartiere der Lodge-Angestellten. Hier ist man auf die Wünsche der Einheimischen eingegangen, um ihnen ihr Leben und Arbeiten so angenehm wie möglich zu machen. Ich vergebe interne Bonuspunkte. Weitere gibt es dafür, dass das WLAN nur in der Bibliothek und in den einzelnen Gästezimmern funktioniert, nicht aber in den Gemeinschaftsbereichen wie Aussichtsdeck, Lounge und Restaurant. Der Unsitte, dass sich die Gäste, anstatt sich miteinander zu unterhalten, über ihre Handys beugen, wurde hier wirksam abgeholfen.

Sicherlich gehört Angama Mara zu den hochpreisigsten Lodges in Kenia. Meine Neuentdeckung reiht sich damit in die Riegen der &Beyond Camps wie Ngorongoro Crater Lodge oder Mnemba Island oder der berühmten Singita Lodges in Tansania ein. Wer das nötige Kleingeld hat und sich etwas ganz Besonderes gönnen möchte, wird hier auf wunderbare Weise fündig. Ich hoffe, eines Tages wiederkehren zu können, wenn die Lodge nicht mehr ganz so nagelneu ist, sondern noch etwas Patina und Charakter hinzugewonnen hat.

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