Karen Blixen House und Coffee Garden - Reisebericht Kenia-Tansania 2014

von Susanne Schlesinger

Nairobi, 30.Juni 2014

"Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuße der Ngong-Berge. Nach allen Seiten war die Aussicht weit und unendlich. Alles in dieser Natur strebte nach Größe und Freiheit"
. Es wird nur wenige Kenia-Reisende geben, die diese Sätze nicht kennen und wissen, woher sie stammen. Wer wie ich einen Tag vor Beginn der Safari angekommen ist und in Nairobi einige Sehenswürdigkeiten der Stadt besuchen möchte, landet unweigerlich in Karen. Und damit auf dem Gelände eben jener Farm, der in den ersten Sätzen des Buches "Afrika, dunkel lockende Welt" und der Verfilmung "Jenseits von Afrika" ein Denkmal gesetzt wird.

Die Ngong-Berge (oder besser Ngong-Hills) sind noch da, ebenso das Farmhaus, in dem Karen Blixen erst mit ihrem Mann, Baron Blixen und später mit ihrem Liebhaber Denys Finch Hatton von 1917 bis 1931 glückliche, aber auch dramatische Jahre verbrachte. Nach zahlreichen Missernten, dem Brand der Kaffeefabrik und der sich stark verschlechternden Gesundheit verkaufe Karen Blixen die Farm und das Grundstück und ging nach Dänemark zurück.

Das riesige Farmgelände wurde überbaut und ist heute einer der reicheren Vororte von Nairobi mit zahlreichen Villen, Botschaften und einem Golfplatz. Die Kaffeefarm wurde schon kurz nach dem Verkauf aufgegeben und stückweise an an reichen Siedler verkauft, die hier ihre eleganten Häuser bauten. Nur der Name des Stadtteils ehrt die frühere Besitzerin.Die dänische Regierung erwarb 1963 das Farmhaus und etwas Land und verkaufte es im gleichen Jahr an das Nationalmuseum in Kenia weiter. Bis in die 80iger Jahre wurde es als Teil einer Hauswirtschaftsschule genutzt, danach wandelte eine dänische Stiftung das Haus in das heutige Museum um.

Anhand von Fotos wurden die Räume mit originalen oder originalgetreuen Möbelstücken wieder wie zu Karen Blixens Zeiten eingerichtet.Das Haus diente 1985 bei den Dreharbeiten von "Jenseits von Afrika" als Drehort, einige Kostüme und Requisiten sind deshalb ebenfalls ausgestellt. Nicht nur das Haus, sondern auch der Garten und das Gelände sind sehenswert. Hier findet man neben landwirtschaftlichen Geräten auch zahlreiche exotische Bäume, die Karen Blixen selbst von Reisen mitgebracht und hier angepflanzt hat. Vier Gärtner halten das Anwesen in Ordnung.

Beim Blick aus dem Fenster sieht man deshalb auch heute noch den Ausblick, den auch Karen Blixen in ihrem Gedächtnis hatte, als sie 1937 die berühmten Worte niederschrieb.In den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden nahe des Farmhauses ist heute der "Karen Blixen Coffee Garden" untergebracht, wo man ein Mittagessen oder den "High Tea" unter schattigen Bäumen einnehmen und sich ein bisschen wie in vergangenen Zeiten fühlen kann.

Mehr zu Karen Blixens bewegtem Leben gibt es in einem Artikel anlässlich ihres 50. Todestages im Jahr 2012.Der Museumsbesuch lässt sich wunderbar mit dem Besuch des Elefantenwaisenhauses, des Giraffen Centers und der Kazuri Bead Factory verbinden.

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