Lewa Conservancy und Lewa Safari Camp

von Svenja Penzel

"Keine Minibusse und PKW jenseits dieses Tores" steht auf einem Schild an der Einfahrt zum Lewa Conservancy. Unser weißer Minibus bleibt also zurück, er würde den Weg zum Lewa Safari Camp über die anspruchsvollen Erdpisten nicht schaffen. Ein Fahrzeug der Lodge holt uns ab. Es ist ein offener Land Cruiser, gefahren von einem Guide des Lewa Safari Camps. Die Anfahrt zur Lodge wird durch seine guten Erklärungen zu einer spannenden und kurzweiligen Pirschfahrt. Im sanften Licht der sinkenden Sonne fahren wir durch eine traumhafte Landschaft aus wogendem Gras, Fieberakazien und weiten Tälern. Hier auf 1600 Metern Höhe wird es abends frisch, und dankbar greifen wir zu den Decken, die im Fahrzeug bereitliegen.

Lewa hat Geschichte geschrieben in Kenia, und viele weitere Gebiete sind seitdem diesem Beispiel gefolgt. Es war einmal eine große Farm, die die Familie Craig vor 20 Jahren dem Naturschutz und den Wildtieren zur Verfügung gestellt hat. Seitdem ist es ein wichtiges Nashornreservat, beherbergt aber auch die anderen der Big Five, Netzgiraffen und seltene Tiere wie Somali-Strauße, Grevy-Zebras und Geparden. Zum Schutz der insgesamt 120 Nashörner stehen 150 Ranger zur Verfügung. Sie patrouillieren Tag und Nacht, um der Wilderei vorzubeugen. Trotz sehr großer Sicherheitsmaßnahmen sind in den letzten anderthalb Jahren 15 Nashörner in diesem Reservat getötet worden. Das Horn ist mittlerweile auf dem asiatischen Markt so viel wert, dass der Schmuggel auch für kenianische Mittelsmänner sehr lukrativ ist.

Lewa Safari Camp

Wir erreichen das Lewa Safari Camp kurz nach Sonnenuntergang. Die englische Managerin Lucy bereitet mir einen herzlichen Empfang. Während wir noch beim Briefing sind, ertönt hinter mir ein "Servus!". Thomas und Jana, ein deutsches Paar, arbeiten zur Zeit im Management der Lodge mit. Es wird ein netter Abend am warmen Kamin des Speisezimmers. Wir genießen ein gutes Abendessen und plaudern von unseren Reisen durch Kenia und andere afrikanische Länder. Dann ziehe ich mich in mein Zimmer zurück. Das Lewa Safari Camp ist klein und sehr komfortabel. Nur 13 Zeltchalets gehören dazu, die mit großem Abstand zueinander im Halbkreis um ein Tal gebaut wurden. Mir gefällt meine große überachte Terrasse mit dem Sofa, das Schlafzimmer in warmen Erdfarben und das schön gestaltete, gemauerte Badezimmer.

Noch schöner aber ist es am nächsten Morgen. Es wird gerade hell, als der Weckdienst das Tablett mit der heißen Schokolade auf meiner Terrasse abstellt. Ich ziehe den Reißverschluss auf, setze mich im Schlafanzug aufs Sofa, genieße das Morgenlicht und höre den Vögeln zu. Zur Frühstückszeit ist die Außenterrasse des Haupthauses in hellen Sonnenschein getaucht, es ist warm geworden. Jana und Thomas gesellen sich zu uns, und wir lassen uns ein gutes Frühstück schmecken. Dann geht es für mich auch schon wieder weiter. Es fällt schwer, sich von diesem schönen Ort zu lösen. Lewa ist wirklich etwas Besonderes, und das Safari Camp strahlt so viel Gemütlichkeit und Herzlichkeit aus. Es muss schön sein, hier am Ende einer Safari ein paar Tage zu verbringen und auszuspannen. Man muss ja nicht zwei Pirschfahrten am Tag machen, sondern kann auch einmal einen halben oder ganzen Tag einfach im Camp bleiben, am Pool liegen oder auf seiner Terrasse ganz in Ruhe ein Buch lesen. Aktive können Wanderungen unternehmen, und im Ngare Ndare Wildreservat gleich nebenan kann man auf einem Baumwipfelpfad gehen. Die Aktivitäten sind so vielfältig wie die Tierwelt.

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