Aberdare Nationalpark - The Ark Lodge

von Svenja Penzel

In knapp 3000 Metern Höhe wird es abends ganz schön frisch. Doch kaum einer der Besucher der Ark Lodge im Aberdare Nationalpark scheint das zu spüren, weil sie viel zu fasziniert sind.Direkt vor ihnen, nur wenige Meter entfernt, tummelt sich eine große Elefantenherde neben dem Wasserloch. Die grauen Riesen, die im Scheinwerferlicht fast weiß aussehen, kommen regelmäßig hierher, weil sie den salzigen Boden lieben. Mit ihrer Rüsselspitze schwenken sie hin und her über den Boden und lecken sie dann ab wie ein Kind seinen Lolli. Manche kämpfen, schubsen sich, manche spielen im Wasser, kleine Elefanten laufen ihrer Mutter hinterher, es herrscht ein emsiges Treiben.

Von vier Etagen aus kann man die Dickhäuter beobachten, wenn man Gast der Ark Lodge ist. Auf der untersten Etage hat man sie auf Augenhöhe. Ob man sie bequem im Sessel sitzend bei einem Getränk durch die große Glasscheibe oder stehend durch unverglaste Sehschlitze beobachten möchte, bleibt einem selbst überlassen. Wo und wie auch immer, es fällt schwer, sich loszureißen. Als die Elefantenherde abzieht, kommen Hyänen, später Büffel. Auch sie lecken den Boden ab. Manchmal sollen hier sogar Nashörner und Leoparden gesichtet werden. Wenn diese in der Nacht kommen, kann man sich durch einen Summton wecken lassen. Der Summerschalter in meinem Zimmer steht auf "on".

60 Zimmer bietet die Ark Lodge, die vor zwei Jahren komplett renoviert wurde. Die Zimmer sind recht klein, haben aber alles, was man braucht. Der Zimmerservice hat während des Abendessens sogar eine Wärmflasche unter meine Bettdecke geschoben. Wer hierher kommt, kommt aber sicherlich nicht wegen des Wohnkomforts, sondern wegen der Nähe zur Tierwelt. Eine Pirschfahrt im Park ist eigentlich gar nicht nötig, da die Tiere sich von allein an ihrem Lieblingsplatz vor der Lodge einfinden. Bequemer geht es kaum.The Ark Lodge hat ein besonderes Konzept. Hier kann man nicht einfach hinfahren, sondern muss im Vorwege einiges erledigen. Man zahlt zunächst die Gebühren für das Park-Permit und checkt dann im Aberdare Country Club ein. Das ist sozusagen die Basisstation für die Ark Lodge. Von hier gibt es täglich zwei Transferfahrten für die Gäste der Ark Lodge, eine um 14.30 und eine um 17 Uhr. Das eigene Tourfahrzeug, meist auch der Guide, und größere Gepäckstücke bleiben zurück. Sinn der Sache ist, dass möglichst wenige Fahrzeuge in den Aberdare NP hineinfahren. Es gibt an der Ark Lodge auch keinen Gästeparkplatz.

Der Transferbus hat auch nicht unbegrenzt Platz für das Gepäck der Gäste, so dass man eine kleine Tasche für die Übernachtung im Park packen sollte. Ein kompaktes Gepäckstück bis 15 kg ist in Ordnung, also habe ich Glück und muss nicht umpacken. Das Übergepäck, das zurück bleibt, wird in einem Raum im Aberdare Country Club eingeschlossen und sicher verwahrt. Etwa 30 Minuten dauert die Fahrt im Transferbus zur Ark Lodge, die letzten 15 Minuten geht es durch den dichten grünen Nationalpark. Hier ist es immer grün, das ganze Jahr hindurch. Die Höhenlage zwischen 3000 und 4000 Metern und die häufigen Regenfälle sorgen dafür. Schon auf der Anfahrt zur Lodge sehen wir Antilopen, Warzenschweine und viele Büffel mit Jungtieren. Die Tiere sehen gesund und gut genährt aus. Als wir die Ark Lodge erreichen, ist es fast dunkel (wir hatten den späteren Transfer, da wir Nairobi erst mittags verlassen hatten), und der "Vorgarten" der Lodge ist bereits in Scheinwerferlicht getaucht. Die Elefanten sind da!

Helen, eine junge hübsche Angestellte, die bestimmt viel Zeit damit verbringt, ihr schwarzes langes Haar glatt und glänzend zu bekommen, hält eine kleine Willkommensrede auf dem mittleren Aussichtsdeck. Man muss sich konzentrieren ihr zuzuhören, denn der Blick fällt immer wieder auf die Elefanten unter uns. Sie erklärt die offenen und verglasten Aussichtsdecks, weist uns darauf hin, dass wir ruhig sein müssen (daher sind Kinder hier auch erst ab 7 Jahren erlaubt), und wann die Essenszeiten sind. Das ist besonders für den Morgen wichtig zu wissen, denn dann läuft alles streng nach Plan ab. Um 6.30 Uhr werden alle Gäste durch einen Klingelton geweckt. Um 7 Uhr gibt es Frühstück, dann muss die Tasche bereits gepackt vor der Zimmertür stehen. Um 7.50 Uhr ruft ein weiterer Klingelton die Gäste zum Transferbus, der pünktlich um 8 Uhr abfährt.

Auf dem Weg zum Bus geht man den hölzernen Steg entlang, was einer kurzen Pirschwanderung nahekommt, denn auch von hier sieht man das Wasserloch und die Salzlecke und hat einen wunderschönen Blick in das sattgrüne Tal, das sich wie ein undurchdringlicher Dschungel unterhalb der Lodge erstreckt. Was für ein schönes Fleckchen Erde!

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