Schimpansen-Tracking in Uganda: Kibale und Kyambura

von Svenja Penzel

Kibale, 23. April 2016

Ich habe mich schon mehrfach gewundert, warum es so wenig Fotos von Schimpansen aus Uganda gibt. Weder die Kollegen, die vor mir auf Schimpansen-Trekking gewesen sind, noch Kunden oder Bekannte haben gute Bilder mitgebracht. Dabei gibt es mindestens drei Orte, an denen man die Tiere sehen kann: Kibale Forest, Kyambura Gorge und Bwindi. Ich glaube, auch im Murchison Falls Nationalpark leben welche.


Kibale Forest Nationalpark

Kibale Forest, südlich des Ortes Fort Portal, ist der Park mit den größten Sichtungschancen. Diese sollen bei 90 Prozent liegen. Man schreibt sich bei der Nationalparkverwaltung für die Wanderung ein, bezahlt die Gebühr und geht mit einem bewaffneten Nationalpark-Ranger zu Fuß auf Pirsch. Es gibt angelegte Wege und Pfade, die einen Wald mit hohen Bäumen durchziehen. Zwei bis vier Stunden dauert eine solche Wanderung normalerweise. Wir laufen bei Sonnenschein los. Nach nur einer knappe Stunde relativ leichter Waldwanderung ziehen dunkle Wolken auf, und der Wind rauscht durch die Baumkronen. Die ersten Tropfen fallen, da treffen wir die Schimpansen. Sie sitzen auf dem Boden oder laufen durch den Busch, einer umkreist uns sogar. Sie klettern auf kleinere Bäume um uns herum. Da es mittlerweile richtig finster geworden ist, kann man sie nicht gut fotografieren. Auch sind sie flink und wendig, so dass man sie rasch wieder aus den Augen verliert.

Unser Guide erklärt uns, dass sie bei Regen aktiv werden und sich vom Boden in die höheren Bäume zurückziehen. Wir sind mittlerweile triefend nass. Einige von uns haben nicht einmal eine Regenjacke an. Aber auch mit Jacke wären wir bei diesem heftigen Regen wohl durchnässt worden. Auch die Rucksäcke tropfen. An Fotografieren ist jetzt nicht mehr zu denken. Wir schauen den Tieren noch eine Viertelstunde zu, dann entscheiden wir uns zum Aufbruch. Insgesamt sind wir weniger als zwei Stunden unterwegs. Ja, wir haben sie gesehen und es war schon toll. Nein, ich habe keine guten Fotos. Das sind höchstens Beweis-Schnappschüsse.

Kyambura Gorge

Kyambura Gorge, nicht weit vom Nordeingang zum Queen Elizabeth National Park, ist landschaftlich viel schöner als Kibale. Wenn man einmal außer Acht lässt, dass man dort eigentlich auf Schimpansenpirsch ist, und einfach die Schönheit der Landschaft genießt, hat man sehr viel davon. Wir haben Glück und erleben einen sonnig-warmen Nachmittag in der Schlucht. Hohe Bäume mit Pfahlwurzeln, Schlingpflanzen, Lianen und dichtes Buschwerk prägen die Vegetation. Am Grund der Schlucht fließt der Kymbura River, ein breiter Fluss mit einigen Stromschnellen. In den ruhigen Abschnitten tummeln sich Flusspferde. Wir folgen den Pfaden hinauf und hinab, überqueren auf Hängebrücken den Fluss, klettern über umgestürzte Bäume, schauen Colobus-Affen in den Ästen und Hunderten von Schmetterlingen auf dem Boden zu und halten Ausschau nach den Schimpansen, die wir aber nicht finden. Macht nichts, wir haben sie ja in Kibale gesehen. Trotzdem ein wunderschöner Ausflug und klettertechnisch eine gute Vorbereitung für das Gorilla-Tracking in Bwindi.

Als Vorbereitung für das Schimpansen-Tracking sollte man

- eine Regenjacke dabei haben, am besten auch eine Schirmmütze

- feste Schuhe mit gutem Profil tragen, es kann auf den Wegen rutschig werden

- seine Hosenbeine in die Socken stecken (wegen der Ameisen)

- genug Wasser mitnehmen

- seinen Fotoapparat griffbereit haben, und ebenso eine Plastiktüte, in die man den Fotoapparat wickelt und erst dann in den Rucksack steckt, wenn es regnet

- vorher alles aus dem Rucksack nehmen, was man nicht unbedingt braucht und was nicht nass werden darf. Oder eine wasserdichte Hülle für den Rucksack mitnehmen. Eine wirklich wasserdichte!

noch keine Kommentare