Ein Fest für alle Sinne: Die Ndali Lodge inmitten der Kraterseen

von Svenja Penzel

Crater Lakes, 24. April 2016

Durchnässt und frierend kommen wir am Nachmittag in der Ndali Lodge an. Das Schimpansen-Tracking im Kibale Forest Nationalpark war erfolgreich, aber es hatte geschüttet wie aus Eimern. Der nette Eigentümer Aubrey begrüßt uns und führt uns kurz durch die Lodge, die sein Vater 1994 erbaut hat. Er hat sich dafür einen wunderschönen Ort auf einem Hügel inmitten des faszinierenden Kratergebiets Katwe ausgesucht. Ich kann gar nicht sagen, zu welcher Seite der Lodge mir der Blick besser gefällt. Überall blüht und duftet es. Der Blick schweift weit über die hügelige Seenlandschaft, die aussieht wie gemalt.

Als ich mein Cottage Nr. 7 beziehe, liegt unter dem Verandatisch ein Hund. Bald gesellt sich noch ein weiterer hinzu. Die beiden bleiben mir bis zum Abend treu und wachen wohlerzogen auf der Terrasse, auch wenn die Tür zum Zimmer offensteht. Endlich habe ich meine nassen und erdigen Sachen gewaschen und aufgehängt. Nach der Schimpansensichtung, bei der es so heftig regnete, bin ich zu allem Überfluss noch auf dem schlammigen Weg ausgerutscht und hingefallen. Jetzt ist mir so richtig kalt. Auf geht's in die Dusche. Doch auch nach fünf Minuten Heißwasser-Andrehen kommt aus dem Duschkopf nur lauwarmes Wasser. Ich warte noch ein paar Minuten, dann beiße ich die Zähne zusammen und stelle mich drunter. Beim Abendessen mit Fleecejacke werden auch meine Füße wieder warm. Aubrey gesellt sich zu uns und erzählt uns die interessante Geschichte der Lodge, die bis in die Zeiten seines Großvaters reicht. Das Essen ist lecker, nur das Gemüse ist für meinen Geschmack etwas zu wenig gekocht. Britisch halt

Der Morgen begrüßt uns mit wunderbarem Sonnenschein. Die Blüten an den Sträuchern leuchten in der Morgensonne, der Kratersee glitzert und macht Lust auf eine kleine Bootstour, die es hier wohl tatsächlich in Kürze geben wird, jedenfalls plant Aubrey das. Eigentlich träumt er von Tretbooten in Form von Schwänen, aber es wird wohl ein Traum bleiben, solche Boote an diesen entlegenen Ort zu schaffen. Erstaunlicherweise ist dieser kleine See bis zu 130 Meter tief. Die Lodge selbst liegt auf 1400 Metern Höhe und hat damit ein sehr geringes Malariarisiko. Aubrey und seine Frau, die ein hübsches Anwesen direkt neben der Lodge haben, schlafen ohne Moskitonetz. Wir genießen ein gutes und ausgiebiges Frühstück auf der Terrasse mit Blick auf den Kratersee. Hier könnte ich noch lange sitzen. Im Garten gibt es auch eine Art Hollywoodschaukel mit demselben schönen Blick.

Ein Ort zum Seele baumeln lassen. Erinnert mich ein bisschen an die Sleeping Warrior Lodge in Kenia, die zu meinen Lieblingsunterkünften gehört. Hier wie dort ist nicht alles perfekt, aber charmant. In der Ndali Lodge könnten die Betten weicher und das Zimmer besser beleuchtet sein, auch wartet man minutenlang auf das Heißwasser. Das W-LAN gibt es nur im Hauptbereich und auch dort eher sporadisch. Zum Glück gibt es hier kein Affenproblem, wie es manch andere, tiefer gelegene Unterkunft hat. Für die Ndali Loge würde ich jedem Kunden drei Nächte empfehlen. An einem der beiden Tage kann man auf Schimpansenpirsch in Kibale gehen, am anderen erst ausschlafen, dann gemütlich den Kratersee zu Fuß umrunden und am Nachmittag die ganz in der Nähe gelegene Vanillefarm von Aubreys Schwester besuchen, eine Kakaopflanzung oder eins der Dörfer in der Umgebung, wo die Ndali Lodge die Grundschule sponsert. Oder einen entspannten Nachmittag am Pool verbringen, die Füße hochlegen und die schöne Aussicht genießen.

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