Fünf Fragen an... Ulrike Pârvu

von Susanne Schlesinger


Im heutigen Teil unserer Interviewreihe stellen wir heute unsere Reiseberaterin Ulrike Pârvu vor. Ulrike arbeitet seit fast zehn Jahren bei Outback und liebt ihren Job und die Kunden genauso wie ihre Familie und natürlich Afrika.

Du bist ja schon oft nach Afrika gereist. Hast du dort auch ein Lieblingsziel?

Ja, ich bin schon viel in Afrika herumgekommen. Botswana ist mein absoluter Favorit. Am meisten hat mich meine erste Reise dorthin beeindruckt. Das war 2005 und ich habe eine Campingtour gemacht. Eigentlich nichts Besonderes, aber hier hat mich der Afrika-Virus so richtig gepackt. Es ist schon ein Erlebnis, wenn man auf Pirschfahrt ist und ein Rudel Löwen verfolgt, und plötzlich sieht man die Tiere mitten durch das eigene Camp spazieren - genau am eigenen Zelt vorbei. Oder man hört in der Nacht ein Hippo direkt neben dem Zelt grasen... oder einen Elefanten, der gegen 2 Uhr anfängt, einen Baum zu fällen, gegen 6 Uhr die Blätter des Baumes genüsslich verspeist und anschließend mal kurz bei uns vorbeischaut.Aber auch die festen Camps haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Als ich beispielsweise im Mai 2011 mit Svenja unterwegs war, konnten wir so schöne Unterkünfte wie zum Beispiel die Ntwala Island Lodge im Caprivigebiet oder die Sindabezi Island Lodge in Sambia testen. Wirklich toll, was da in der afrikanischen Wildnis so aufgebaut wird. Im Sango Safari Camp wurden wir besonders herzlich empfangen. Wenn man nach langer Fahrt endlich auf die Tiere in freier Wildbahn trifft, steigt der Adrenalinpegel und man schießt gefühlte 100 Fotos, die sich alle gleichen. Trotzdem muss man immer wieder auf den Auslöser drücken. Trotz dieser wunderbaren Momente werden Pirschfahrten anstrengender, je länger man unterwegs ist. Am Ende unserer Reise haben wir scherzhaft gemeint, wir müssten einen Frequent Game Driver Pass bekommen, weil wir so viele Pirschfahrten absolviert hatten. So macht Arbeiten Spaß! (Den ausführlichen Reisebericht gibt es hier).

Hast du schon mal etwas total Verrücktes gemacht?

Das hängt vom Auge des Betrachters ab. Viele meiner Freunde bezeichnen mich als verrückt, weil ich immer wieder nach Afrika fahre. Andere sagen, ich wäre verrückt, weil ich meinen Mann geheiratet habe, obwohl wir uns gerade erst sechs Monate kannten. Jetzt sind wir mittlerweile auch schon 20 Jahre zusammen, haben zwei fantastische Kinder und sind immer noch glücklich. Ich wäre aber wohl nie so verrückt, einen Bungeesprung zu wagen oder raften zu gehen. Auf einer Achterbahn wird mich auch niemals jemand antreffen. Das Höchste der Gefühle war ein Vormittag im Kletterwald.

Wie sieht für dich ein perfekter (Arbeits)-Tag aus?

Ich liebe meine Arbeit - egal, ob ich im Büro sitze oder ob ich in Afrika unterwegs bin. Am meisten freue ich mich, wenn ich morgens um halb acht das Büro betrete und es liegt eine Buchung im Posteingang, an der ich vielleicht schon einige Wochen gearbeitet habe. Es ist auch ein schönes Erlebnis, wenn von unseren Kunden ein positives Feedback nach der Reise kommt. Gelobt wird ja jeder gern. Mir macht es aber auch Spaß, mit Kunden zu telefonieren und aus ihnen genau ihre Bedürfnisse "herauszukitzeln", um ihnen dann im Nachgang die richtige Reise anzubieten. Ich finde es ein bisschen schade, dass wir unsere Kunden so gut wie nie leibhaftig zu Gesicht bekommen.Gegen zehn kommt dann endlich mein "Gegenüber" René. Wir haben viel gemeinsam und können herzlich über uns selbst lachen. Das lockert den Arbeitsalltag natürlich auf. Schön ist auch unsere gemeinsame Mittagspause, in der alle Kollegen mal über Privates reden, oft aber auch über Aktuelles aus der Firma.Obwohl ich immer gern zur Arbeit gehe, freue ich mich natürlich auch, wenn ich dann gegen vier nach Hause gehen kann. Da warten dann nämlich schon meine Kinder.

Sind deine Kinder auch schon afrikabegeistert?

Ja, und wie!! 2010 hatte ich Gelegenheit, mit meiner Familie eine Selbstfahrertour durch Südafrika zu unternehmen. Wir haben uns vor allem kleinere Reservate mit möglichst geringem Malaria-Risiko angesehen - Madikwe beispielsweise. Das liegt im Norden Südafrikas und bietet sogar die Big Five (wenn man Glück hat).Ich wollte meinen Kindern aber auch die Kultur und die Geschichte des Landes näherbringen. Daher haben wir einen Abstecher in die Millionenmetropole Johannesburg gewagt. Am meisten schwärmen die beiden aber von den Drakensbergen. Wir hatten dort ein kleines Ferienhaus und waren "ganz in Familie". (Hier gehts zum ausführlichen Reisebericht).Nun habe ich das Problem, dass meine Kinder am liebsten jedes Jahr nach Afrika fahren möchten. Das geht natürlich nicht, aber vielleicht klappt es ja in ein, zwei Jahren noch einmal. Ich bin jedenfalls froh, dass wir die Reise unternommen haben.

Gibt es etwas, was du mal noch lernen möchtest?

Ja, wenn es irgendwann an unserer Volkshochschule einen Sprachkurs in Afrikaans gibt, werde ich den mit Sicherheit belegen.

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