Fünf Fragen an... Svenja Penzel

von Susanne Schlesinger


Heute kommt in unserer Rubrik Fünf Fragen an... die Gründerin und Chefin Svenja Penzel selbst zu Wort und erzählt uns interessante Details zum Leben in Südafrika und im Vogtland, warum sie Giraffenzungen faszinierend findet und wie man sich in eine Sanddüne verliebt.

Du bist ja schon viel in Afrika herum gekommen. Gibt es etwas, was dein absolut schönstes Erlebnis war und etwas, was du nie wieder erleben möchtest?

Es gibt viele „schönste Erlebnisse“ - mindestens eins auf jeder Reise. Doch ein Moment bleibt mir für immer im Gedächtnis, weil er ganz entscheidend für meinen Afrika-Virus verantwortlich ist: Juni 1996, auf der Reise von Kapstadt zu den Victoria-Fällen. Die Dünen der Namib-Wüste am Sossusvlei in der Spätnachmittagssonne, leuchtend orange. Mühsam kraxeln wir hinauf. Oben ein atemberaubender Blick über ein weites Dünenmeer. Mit einem Schrei lasse ich mich die weiche Flanke der Düne wieder hinunterrollen. Total versandet von Kopf bis Fuß stehe ich dann da, verzückt lächelnd, taumelnd vor Glück. Afrika hat mich - für immer.Was ich nie wieder erleben möchte? Weihnachten in Johannesburg bei 30 Grad und mit bunter Plastiktanne.

Deine Lieblings-Safaritiere sind Giraffen. Was magst du an ihnen besonders?

Ich mag ihre elegante Art zu gehen. Selbst wenn sie schneller laufen, sieht es aus wie Zeitlupe. Ich mag es, wie sie sich an einem Wasserloch aufstellen und langsam aufs Trinken vorbereiten, mit breiten Beinen den Kopf senken und ihn anschließend blitzschnell wieder heben, dass das Wasser nur so spritzt. Ich finde ihre lange Zunge faszinierend, mit der sie die feinen Blätter zwischen den spitzen Akaziendornen abzupfen. Und seit meinen Besuchen im Lion Park bei Johannesburg und im Haller Park bei Mombasa weiß ich auch, wie so eine Zunge sich anfühlt und wie groß ein Giraffenkopf aus der Nähe ist - dort durften wir die Giraffen nämlich füttern.

Was liest du gern?

Gute Krimis und spannende Sachen, die man gar nicht weglegen mag. Und Bücher, bei denen ich auch mal laut loslachen kann. Zur Zeit lese ich „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ - kurzweilig und mit viel trockenem Humor, gefällt mir!

Wie bist du damals auf die Idee gekommen, in Afrika zu arbeiten?

Ach, das ist eine lange Geschichte. Ich bin da mehr so reingeschlittert. Eigentlich wollte ich da nur Urlaub machen, doch dann ließ ich ein paar Seekisten verschiffen und blieb für drei Jahre. Leider war das in Johannesburg. Dabei gab es einige Szenen, die ich nie wieder erleben möchte (siehe oben). Zum Glück hat mir meine Schwester ein paar leichte Schläge auf den Hinterkopf  gegeben, wodurch ich zur Vernunft kam und nach Deutschland zurückkehrte. Seitdem mag ich Deutschland.

Gibt’s etwas, das du vermisst?

Ja. Die Ostsee. Und weite Horizonte. Die fehlen mir hier einfach, man guckt überall gegen Berge. Und manchmal vermisse ich eine Stadt in der Nähe, einfach um mal richtig shoppen zu gehen, anstatt immer nur im Internet einzukaufen. Und meine Schwester.

ein Kommentar

Eskild Seidel

13.09.2012 um 22:59

Ich vermisse Dich und Euch auch!