Pelo Camp - Okavango-Delta intensiv

von Ulrike Pârvu

11.5.2016
Nun geht es weiter mit einem Kleinflugzeug nach Pelo. Wieder werfe ich eine Reisetablette ein, um den Flug halbwegs schadlos zu überstehen – und es klappt natürlich. Die Flugzeit ist nur kurz und schon sind wir am Jao Airstrip angelangt. Per Fahrzeug und Boot geht es zum Camp. Wir werden sehr herzlich mit einem Liedchen und einem Willkommenstrunk empfangen. Pelo ist ein eher schlichtes, aber nicht weniger interessantes Camp aus dem Wilderness Portfolio. Die Zelte sind recht neu, das Camp wurde erst 2014 eröffnet. Auch Pelo beschränkt sich auf Wasseraktivitäten und bietet nur in den trockenen Monaten Pirschfahrten an. Und so machen wir uns nach einem köstlichen Mittagmahl und einer kurzen Siesta mit einem Mokoro auf den Wasserweg.

Wir erkunden die verschlungenen Kanäle des Okavango-Deltas und sind von der Ruhe fasziniert, die diese Art der Fortbewegung ausstrahlt. Eine kurze Pause wird eingelegt und Thuto, unser Guide, erklärt uns ausführlich die Entstehung der vielen Inselchen, aus denen das Delta besteht. Termiten sind nämlich für diese filigrane Landschaft verantwortlich. Jede Insel besteht aus einem Termitenhaufen, mal etwas kleiner und mal etwas größer und imposanter. Ich kann gar nicht glauben, dass diese kleinen Tierchen die wichtigsten Baumeister im Delta sind. Ihre Bauten sind allein schon oberhalb der Erde imposant, unterhalb aber setzt sich das Ganze noch viel größer fort. Die Termiten füttern unterirdische Pilze, die dann wiederum die Ernährung der Kolonie sichern. Alles erscheint mir plausibel und höchst interessant. Den Sonnenuntergang genießen wir dann vom Mokoro aus und meinetwegen könnte ich noch stundenlang sanft und lautlos durch das Wasser gleiten. Das Leben ist schön!

Ein Krokodil am Pelo Camp

12.05.2016
Hatte ich schon erwähnt, dass Pelo ein Wassercamp ist? Es wird seiner Bestimmung gerecht und wir machen uns heute Morgen per Boot auf die Suche nach den Hippos. Die haben sich aber leider gut versteckt und wollen sich so gar nicht zeigen. Dafür kreuzen Schreiseeadler und jede Menge Seerosen unseren Weg. Die Bootsfahrt ist aber ansonsten nur wenig ergiebig, und so entschließt sich unser Guide, auf ein Fahrzeug umzusteigen. Mit traumwandlerischer Sicherheit braust er mit dem Boot durch die verschlungenen Kanäle. Schließlich landen wir an einem Bootssteg mitten in der Wildnis. Hier stehen drei Fahrzeug parat, inklusive Zündschlüssel und vollem Tank. Wir machen uns nun also auf vier Rädern auf den Weg. Wieder sind wir fast ausschließlich auf überfluteten Straßen unterwegs und ich habe manchmal Angst, nasse Füße zu bekommen, obwohl ich in der zweiten Reihe etwas erhöht sitze. Vom Auto aus sehen wir ein paar Letschwe-Antilopen.

 

Plötzlich stoppt der Fahrer direkt neben einem kleinen Krokodil, das nur zaghafte Lebenszeichen von sich gibt. Regungslos liegt es im Wasser und vor allem die weiblichen Teammitglieder sind entzückt. Nach etlichen „Ahhh!“s und „Ohhh!“s fasst unser Thuto beherzt zu und kann uns das Krokodil aus der Nähe zeigen. Das Tier ist etwa einen halben Meter lang und erträgt seine missliche Lage scheinbar gelassen. Wir fotografieren ausgiebig und natürlich bekommen wir auch ein paar Infos zu dieser Spezies. Nach ein paar Minuten wird das Krokodil wieder unversehrt in die Freiheit entlassen. Es schwimmt rasch davon und wird dieses Erlebnis vielleicht so schnell nicht vergessen, wir übrigens auch nicht. Nun geht es zurück zum Camp. Dort steht ein sehr leckeres Mahl auf dem Tisch. Wir verabschieden uns und es geht weiter nach Jao. Diesmal nicht mit dem Flieger, sondern mit dem Boot.

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