Abu Camp und Ritt auf Elefanten im Okavango-Delta

von Ulrike Pârvu

10.05.2016
Natürlich werden wir am Airstrip schon erwartet. Die Fahrt zum Abu Camp dauert etwa 20 Minuten. Unser Guide entscheidet sich allerdings dafür, dass wir zuerst die Elefanten treffen, wegen derer die meisten Kunden das Abu Camp buchen. Es handelt sich um acht Elefanten, mit denen man interagieren und auf denen man auch einen Ritt durch die Savanne absolvieren kann. Alle diese Tiere haben irgendwie ein trauriges Schicksal oder sie wurden aus einer misslichen Lage gerettet. Sie werden nun liebevoll umsorgt und man kann ihnen sehr, sehr nahe kommen. Es gibt nur vier Reiterplätze. Also entschließen sich zwei meiner Mitreisenden, nebenher zu laufen.

Elefantenritt zum Camp

Ich freue mich, dass ich nun auch einmal auf einem Elefanten reiten darf, nachdem ich früher schon einmal eine Elefantenbegegnung beim Baines‘ Camp erleben durfte. Der Sattel ist bequem, ich hätte mir das Reiten eher als sanftes Dahingleiten vorgestellt. Das ist es aber leider nicht. Alles wackelt und ich bekomme die erste Buschmassage. Außerdem ist so ein Elefant ja ein Pflanzenfresser. Offensichtlich hatte der Gute den ganzen Tag über gastreibendes Gras gefressen. Jedenfalls gibt es Geräusche auf der Rückseite. Besonders gut gerochen hat es auch nicht. Aber egal. Die Elefanten sind das Highlight des Camps und ich entschließe mich, einfach zu genießen. Trotzdem bin ich froh, als wir nach einer guten Stunde das Camp erreichen. Es wird schon dunkel. Mir bleibt Zeit für eine Dusche und dann geht es zum Lagerfeuer und anschließend erwartet uns ein fürstliches Mahl. Noch ein kurzer Plausch und ich falle todmüde ins Bett. Ein schöner Tag!

11.05.2016

Die nächsten fünf Tage werden wir stets früh am Morgen geweckt. Das macht mir in Afrika aber komischerweise gar nichts aus. Ich bin immer gespannt, was der Tag bringen mag, und ausschlafen kann man schließlich zu Hause. Ich erlebe einen tollen Sonnenaufgang. Nach einem kurzen Frühstück springen wir behände in unser Pirschfahrzeug und schon geht es los. Wir treffen auf Giraffen und Büffel, wir sehen Rappenantilopen und Gnus. Am Morgen ist es noch empfindlich kalt, denn der Winter in Afrika beginnt gerade. Aber von einem Wilderness Collection Camp kann man schon eine Wärmflasche im Pirschfahrzeug erwarten. Auch warme Ponchos werden ausgegeben und so ist die Kälte durchaus erträglich. Sobald die Sonne ein wenig höher steht, wird es auch angenehm warm und nach und nach legen wir die äußeren Hüllen ab – Zwiebelprinzip eben!

Wo auch immer wir entlang fahren, wir sehen das Wasser des Okavango langsam, aber stetig in die Landschaft strömen. Viele tausend Kilometer hat es nun schon aus den Highlands von Angola bis hierher hinter sich gelassen. Das Delta hat ein permanentes Überflutungsgebiet und ein saisonales. Wir befinden uns nun gerade im Übergangsbereich, und es ist spannend, wie sich die Wege zuerst mit Wasser füllen. Auch die flachen Wiesen stehen schon zum Teil unter Wasser. Unser Guide, der ausschließlich für Wilderness unterwegs ist, kann uns tausend Geschichten erzählen. Seine offene Art und sein großer Wissensschatz beeindrucken mich sehr. Ist es das, Was Wilderness ausmacht? Nicht unbedingt, denn ich habe auch in anderen Camps viele ebenso engagierte Guides getroffen.

Abu Camp

Am Vormittag treffen wir wieder im Camp ein und ich habe Gelegenheit, mein Zimmer auch bei Tageslicht noch einmal zu fotografieren. Es ist wirklich riesig und mir fast ein bisschen unheimlich. Den Sprung in den privaten Plunge-Pool meines Domizils spare ich mir, denn das Wasser darin ist wirklich kalt. Aber ich bin von der Außenbadewanne schwer beeindruckt. Auch der gesamte Hauptbereich ist großzügig und wirklich toll gestaltet. Er fügt sich perfekt in die Landschaft ein und vielleicht ist es das, was das Camp so besonders macht? Die Stimmung ist fröhlich und immer noch voller Erwartung. Es gibt einen Brunch. Überhaupt wird auch auf dieser Reise recht viel gegessen, wie immer. Aber es schmeckt auch alles ausgezeichnet!

NACHTRAG

Seit 2017 wird das Elefantenreiten aus Tierschutzgründen nicht mehr angeboten. Die Gäste können den Elefanten bei einer Interaktion näher kommen.

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