Zu den Nilquellen: Mit nassen Füßen auf den Spuren von John Speke

von Marco Penzel

Jinja, 30. April 2015
157 Jahre nach John Speke will ich endlich auch sehen, wo der lange Fluss Nil entspringt. Helmut, der Chef unserer Partnerfirma in Uganda, bringt mich zu den Nilquellen. Wir mieten uns ein Boot in einem kleinen Fischerdorf am Rande der Stadt Jinja.Zunächst drehen wir eine Runde in einer Bucht des Victoria-Sees, die nach Napoleon benannt ist, obwohl dieser nie hier war. Es geht vorbei am Hafen von Jinja, der in der Kolonialzeit sogar direkten Eisenbahnanschluss hatte. Inzwischen wurden die Gleise gestohlen. Wir wechseln auf die andere Seite der Bucht, wo Fisch-Farmer in großen Käfigen Tilapia züchten. Reiher und Marabu-Störche holen sich ihren Anteil mit geschicktem Picken durch die Abdecknetze. Schließlich steuert der Bootsmann auf die Stelle zu, an der ein Fluss aus dem Victoria-See abfließt. Nach langen Debatten unter Entdeckern und Geologen wird diese Stelle heute allgemein als Quelle des Nils angesehen. Hier beginnt also einer der längsten Flüsse der Erde. Da dies auf den ersten Blick schwer zu sehen ist, haben findige Souvenirhändler ein blaues Blechschild aufgestellt, das "The Source of R. Nile" markiert. Hier kann die Kundschaft ihr Beweisfoto bekommen und sich anschließend den Auslagen der Verkäufer widmen, die ihre Waren auf einer kleinen Insel gleich neben der Quelle feilbieten. Im Moment wird das Geschäft aber erschwert. Weil am Staudamm flussabwärts weniger Strom erzeugt wird, steigt der Wasserstand.

Wir können mit dem Boot zwar noch an einem Stein anlegen, der knapp über die Wasseroberfläche ragt. Von dort aus müssen wir aber durch kniehohes Wasser waten. Auch in den Hütten der Souvenirverkäufer steht das Wasser mindestens noch knöchelhoch. Meine Teva-Sandalen tun hier gute Dienste. Und überhaupt - was sind schon nasse Füße, wenn man von sich behaupten kann, die Spuren eines großen Entdeckers wie John Hanning Speke gekreuzt zu haben. Die Sonne steht schon tief, als wir zurück nach Jinja tuckern. Am Ufer sehen wir insgesamt vier verschiedene Eisvogelarten, Nilwarane und einen Schreiseeadler, der gerade seine Beute verspeist. Schließlich stecken auch noch Fischotter ihre Köpfe aus dem Wasser. Die schöne Bootstour endet am Jinja Sailing Club. Hier gibt es zwar keine Segelboote, dafür aber ein Restaurant, in dessen Garten wir uns ein kühles Bier und frischen Fisch & Chips schmecken lassen.


Lust auf eine solche Safari? Ich berate Sie gern.
Marco Penzel, Geschäftsführer Outback Africa Erlebnisreisen, Telefon: 037437 538811
marco@outback-africa.de

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