Schlafen mitten im tosenden Nil: Wildwaters Lodge

von Marco Penzel

Jinja, 29. April 2015
Normalerweise bestimmt das Zirpen der Grillen die afrikanische Nacht. Hier ist das anders. Die Grillen werden vom Getöse der Stromschnellen des Nil übertönt. Wer das als Ruhestörung empfindet, ist in der Wildwaters Lodge nicht gut aufgehoben. Wer hingegen eine außergewöhnliche Umgebung sucht, komfortabel und abgeschieden wohnen will und feines Essen schätzt, der ist hier genau richtig. Keine Frage, dass ich mich zur zweiten Kategorie zähle.

Max, der Taxifahrer, holt mich am Flughafen von Entebbe ab. Die Fahrt zur Wildwaters Lodge dauert gut drei Stunden, wenn der Verkehr nicht gar so dicht ist, sagt Max. Nach etwa einer Stunde sind wir in Kampala. Wie mein Fahrer sich durch das Gedränge von Minibussen, Autos, Motorrädern und Fußgängern kämpft, nötigt mir Respekt ab. Ich muss daran denken, wie ich vor einigen Jahren selbst im Land Rover durch Dar es Salaam gefahren bin und mit Schweißperlen auf der Stirn hinter dem Lenkrad saß. Seither weiß ich die Dienste eines guten Fahrers in Afrika noch mehr zu schätzen. Erst als Max mich darauf hinweist, entdecke ich, dass es hier durchaus auch Ampeln gibt. Recht neue sogar. Helle LEDs bilden einen großen roten Kreis. Doch gerade da gibt Max Gas."Wenn wir uns immer nach den Ampeln richten würden, käme hier im Kreisverkehr alles zum Erliegen", sagt der Fahrer. "Ich weiß, das ist ein bisschen anders als bei Euch daheim." Später wird es ruhiger. Wir fahren durch kleinere Ortschaften. Die Straßenränder mit ihren abbröckelnden Asphaltkanten sind gesäumt von Werkstätten und Gemüseständen. Zwiebeln, Bananen, Papayas, Tomaten, Kartoffeln, Jackfrüchte, Ananas. Fein aufgestapelt wird alles feilgeboten, was in der fruchtbaren Gegend wächst.

Endlich biegen wir von der Hauptstraße ab. Die letzten drei Kilometer sind Buckelpiste ganz ohne Asphalt. "Afrikanische Massage", lacht Tom. Schließlich parkt er den Wagen. Meine Taschen werden auf ein Boot verladen.

Wildwaters Lodge

Die Wildwaters Lodge liegt auf einer Insel mitten im Nil. Glen, der Manager, begrüßt mich am Bootsanleger und zeigt mir mein Zimmer. Es ist ein Haus mit hohem Dach. Der hintere Teil ist gemauert. Vorn sind die Zeltwände zum großzügigen Balkon hin weit geöffnet. Hier steht eine weiße Badewanne mit verchromten Füßen, und wenige Meter entfernt rauschen die Stromschnellen des Nil. Was für ein Ausblick!

Auch die stillen Wasser des Pools der Lodge sind nur durch eine Steinmauer von den Stromschnellen getrennt. Nach unzähligen Fotos muss ich mich erst einmal setzen. Das Feierabendbier - hier sagt man Sundowner dazu - kommt gerade recht. Als er mich zum Abendessen begrüßt, zeigt mir der Manager zwei Pokale und berichtet stolz: "Wir haben unsere beiden Köche zum landesweiten Wettbewerb nach Kampala geschickt. Sie kamen mit dem ersten und dem zweiten Preis zurück." Es folgt ein Fünf-Gänge-Menü. Die französische Zwiebelsuppe ist gut, wenngleich noch nicht preisverdächtig. Wohl aber der zweite Gang: Marinierter Tilapia (gegrillt) mit verschiedenen Beilagen aus fein geschnittenem Gemüse und Kräutern. Die drei Teile des Gerichts haben jeweils ihren ganz eigenen Geschmack, und alle drei harmonieren ganz hervorragend. Es folgt ein butterzartes Filetsteak, für das die Küche der Wildwaters Lodge berühmt ist - nicht zu unrecht.

Zum Frühstück blicke ich auf Pool und Stromschnellen, auf denen sich die Morgensonne spiegelt. Glens Frage, ob ich beim lauten Rauschen des Flusses gut hätte schlafen können, kann ich mit ja beantworten. Ansonsten hätten sie auch einige Zimmer, die auf der ruhigeren Seite der Insel liegen.


Lust auf eine solche Safari? Ich berate Sie gern.
Marco Penzel, Geschäftsführer Outback Africa Erlebnisreisen, Telefon: 037437 538811
marco@outback-africa.de

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