Chimp Eden Südafrika - Ein Zuhause für Schimpansen

von Susanne Schlesinger

Die erstaunlichen Fähigkeiten der Schimpansen
© Jane Goodall Institute SADie Meinungen, wieviele der Erbanlagen identisch sind, gehen zwar auseinander, jedoch haben Studien in der Wildnis und auch bei Menschenaffen in Gefangenschaft starke Ähnlichkeiten mit der Intelligenz, dem Lernvermögen und dem Sozialverhalten speziell zwischen Schimpansen und Menschen nachgewiesen. Diese Ähnlichkeiten werden jedoch vielen Schimpansen zum Verhängnis. Forschungslabore missbrauchen die Tiere als Versuchsobjekte, da sie wie Menschen auf bestimmte Medikamente reagieren. Die Labortiere werden häufig vorsätzlich mit HIV oder Hepatitis infiziert und sterben qualvoll.Als kleine, niedliche Haustiere werden sie verkauft und leben nicht artgerecht in Privathäusern mit Windeln und Kleidung wie Babies. Vorschub leisten Fernsehserien oder Prominente, die die Affen vermenschlichen und suggerieren, dass Schimpansen Kuscheltiere sind. Ihr sensibles Sozialverständnis, dass auf Hierarchien in Schimpansenfamilien beruht, ist hier nicht gegeben. Auch die lebenslange Bindung an die Mutter fehlt - sie bringt ihrem Nachwuchs alles bei und die Kinder bleiben meist in ihrer Nähe, so lange sie lebt. Claudine, eine der Schimpansendamen © Jane Goodall Institute SASchimpansen werden im Erwachsenenalter oft aggressiv - viele private Besitzer müssen sich dann wieder von ihnen trennen, weil ihre Haustiere unberechenbar werden. Völlig unverständlich ist auch, dass Affen wie auch andere Tiere illegal aus Afrika mitgebracht werden. Was denken sich die Schmuggler dabei? Wie so oft geht es um viel Geld - die arme afrikanische Bevölkerung fängt die Exoten ein und erhält einen kleinen Hungerlohn dafür. Das richtig große Geld machen dann die Hehler und Schmuggler, die die Tiere auf Märkten oder auch mittlerweile über das Internet verkaufen. Die Käufer packen die Tiere dann teilweise einfach wie ein Souvenir in den Koffer - viele überleben die Minustemperaturen im Frachtraum nicht. Und die, die der Zoll beschlagnahmt, landen in Auffangstationen. In ihre Heimat können sie jedoch nicht zurück, denn niemand weiß, woher sie wirklich kommen. Leider ist es in ihren Heimatländern für Schimpansen ebenfalls nicht sicher. Ihre Knochen gelten teilweise als Heilmittel in der traditionellen Medizin. Sie werden außerdem in Zirkussen, Hotels und Nachtclubs als Attraktion zur Schau gestellt.In der Nähe von Nelspruit betreibt das Jane-Goodall-Institut das Schimpansenschutzprojekt "Chimp Eden". Hier werden beschlagnahmte, verwaiste und traumatisierte Schimpansen versorgt und resozialisiert. Sie können in einem sicheren Umfeld leben und wieder familiäre Bindungen zu ihren Artgenossen aufbauen. Gleichzeitig können Verhaltensstudien in einer natürlichen Umgebung durchgeführt werden. Als Volontäre können hier auch interessierte Laien an dem Projekt teilnehmen. Alt und Jung - Joao und Thabu © Fotos; Jane Goodall Institute SAIn drei Schimpansenfamilien leben derzeit 34 Schimpansen auf dem großen Gelände. Sie stammen aus verschiedenen afrikanischen und arabischen Ländern.  Der älteste Schimpanse Joao ist bereits 70 Jahre alt und lebte 45 Jahre lang einsam und isoliert als Zirkusaffe und in einem Zoo in Mosambik, bevor er 2006 endlich wieder eine Familie im Chimp Eden bekam. Jüngstes Mitglied der gleichen Familie ist Thabu. Der kleine Schimpanse kam im Januar 2013 in der Schutzstation auf die Welt und ist natürlich der Publikumsliebling. Marco, unser Patenkind im Chimp Eden © Foto: Marc Cronje, Jane Goodall Institute SAWie viele andere Tierschutzorganisationen auch ist Chimp Eden auf finanzielle Unterstützung durch Spenden angewiesen und auch hier setzt man auf Öffentlichkeitsarbeit. Chimp Eden ist täglich von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr für Besucher geöffnet. Dreimal täglich (10.00 Uhr, 12.00 Uhr und 14.00 Uhr) finden geführte Touren statt, auf denen die Tourguides über das Projekt und die Schimpansen erzählen und die Tiere einzeln vorstellen. Jede Tour dauert etwa eine Stunde. Es gibt auch ein Café und einen Souvenirladen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen Schimpansen symbolisch zu adoptieren. Es werden verschiedene Varianten angeboten, die zwischen derzeit 600 Rand und 5000 Rand variieren. In der teuersten "Diamond"-Variante ist eine Privatführung enthalten.Nach dem großen Erfolg unserer Elefantenaktion in Kenia möchten wir auch hier helfen und schließen ab sofort für unsere Individualkunden nach Südafrika eine einjährige "Bronze"-Patenschaft mit jeder Reisebuchung ab. Sie dürfen sich gern Ihr Patenkind aussuchen und erhalten ein Patenzertifikat. Gern arrangieren wir auch einen Besuch im "Chimp Eden" während Ihrer Rundreise. Wir haben natürlich auch einen Schimpansen für unser Büro adoptiert. Er heißt sehr passend Marco, genau wie unser Geschäftsführer.

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