Walvis Bay und Swakopmund - Reisebericht Vom Kap nach Namibia

von Susanne Schlesinger

09. Oktober 2012

Es ist noch stockdunkel, als wir uns mit unserem Gepäck auf den Weg zum Frühstück machen. Unser Zelt im Desert Camp steht fast am Ende der Reihe und schleppen wir uns ordentlich ab.

Während des Frühstücks färbt sich der Horizont über der Namib rosa und es wird schlagartig hell, dann geht die Sonne auf und taucht das gelbe Wüstengras in goldenes Licht. Wir zücken schnell die Kameras.

Bis 8 Uhr haben wir bereits eine Strecke hügeliger Schotterpiste hinter uns und erreichen Solitaire. In diesem kleinen Nest, das nur eine Tankstelle und eine Bäckerei bietet, hält jeder Touristenbus – nicht nur wegen der Facilities, sondern hauptsächlich wegen des Apfelkuchens, den ein schottischer Bäcker mit simbabwischer Herkunft, der auch deutsch spricht, in Monsterstücken verkauft.

Der Kuchen ist nicht nur bei den Touristen sehr beliebt, sondern auch bei den vielen Webervögeln, die die Kuchenkrümel aufpicken und ziemlich pummelig sind.

 

Die Straße ist heute eine echte Herausforderung, es geht hoch und runter, durch Täler und über Buckel. Kurz vor dem Wendekreis des Steinbocks, den wir überqueren, sehen wir auf einem Hügelkamm eine Herde Bergzebras, die laut unserem Fahrer Max sehr selten sind. Natürlich gibt es auch wieder Oryxe, Springböcke und Strauße zu sehen. Vier junge Strauße benutzen die Straße als Rennpiste und sind dabei erstaunlich schnell.

Am Wendekreis müssen natürlich Beweisfotos gemacht werden. Später gibt es noch einen Fotostopp in einem Gebirgsmassiv mit Schiefersteinen. Die Natur und das Wetter erschaffen wirklich erstaunliche Bauwerke.

Nach endlosen Kurven und Gehoppel erreichen wir endlich Walvis Bay und picknicken an der Uferpromenade, wo sich Hunderte weißer Flamingos tummeln, die eine interessante Technik anwenden, um an Futter zu kommen. Sie stecken den Schnabel in den Sand und tänzeln kreisförmig herum, um die Krebse herauszulocken. An der Uferstraße wird emsig an neuen Häusern gebaut. Wir erfahren, dass viele der Häuser nur zur Ferienzeit genutzt werden. Baden kann man hier aber nicht, denn das Wasser ist zu kalt. Außerhalb von Walvis Bay fahren wir an den Townships vorbei, die hier jedoch im Gegensatz zu Südafrika nicht ganz so elend aussehen, sondern eher aus festen Häusern bestehen - sozialer Wohnungsbau. Überhaupt sieht es hier überall recht ordentlich aus.

Kurz vor Swakopmund halten wir bei „Desert Explorer“. Ich melde mich fürs Quadbiken in den Dünen am nächsten Tag an. Bei einer Stadtrundfahrt gewinnen wir einen Eindruck von Swakopmund - deutscher geht es noch nicht mal auf Mallorca. Es gibt hübsche historische Gebäude und jede Menge kleine Gassen mit Lädchen und Cafés. Hier lässt sich ein Tag gut verbringen.

Vor der Tür unseres Hotels steht bereits ein weiterer Sunway-Truck. Die Zimmer des „Bundu`n See“ haben schon bessere Tage gesehen. Bei uns läuft das Wasser nicht ab, bei anderen müffelt der Teppichboden – da waren die Zelte in der Wüste schöner. Zumindest ist das Hotel zentral gelegen und man kann alle Wege zu Fuß erledigen. Nun ja, zwei Nächte und dann geht es eh weiter.

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