Rund um Kapstadt - Reisebericht Vom Kap nach Namibia (2/20)

von Susanne Schlesinger

03. Oktober 2012Heute morgen vollziehen Tanja und ich ein kurzes Ritual, das wir an jedem 3. Oktober wiederholen - wir gratulieren uns zum Tag der Deutschen Einheit, ohne den unsere Freundschaft nie zustande gekommen wäre und uns diese wunderbaren gemeinsamen Erlebnisse beschert hätte.Dann ist es soweit – wir treffen die anderen Teilnehmer beim Frühstück. Vorher hatten wir sie schon von unserem Zimmer aus gehört, denn es liegt direkt neben dem Frühstücksraum. Es ist ja schon spannend, mit wem man seinen Urlaub verbringen wird, und sicher hat sich jeder bereits einige Gedanken gemacht. Immerhin verbringt man viel Zeit miteinander.Die Gruppe ist frauen- und deutschlastig. Wir lernen Sandra und Tanja kennen, die letztes Jahr zusammen auf einer anderen Tour waren, außerdem Christine und Hannes, ein deutsch-französisches Paar um die 60, dann natürlich Daniel und Pia sowie Simona, eine Italienerin. Später kommen noch Liz und Dennis, zwei Australier, dazu, die bereits 14 Tage „Vielfältiges Südafrika“ hinter sich haben und ganz begeistert von unserem Fahrer/Reiseleiter Maxwell und unserem Koch Jonathan sind. Hout Bay © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen Maxwell ist ein furchteinflößender schwarzer Hüne mit Rastalocken und Jonathan ein ruhiger Weißer. Max erklärt uns erst einmal, wie die Sache so läuft. Seine militärisch vorgetragenen Parolen erzeugen gehörigen Respekt. „Saf-e-ty, Saf-e-ty, Saf-e-ty“, außerdem Pünktlichkeit, Rücksichtnahme und Toleranz für alle Arten von Fotoliebhabereien. („If somebody wants to see that butterfly, we photostop for that butterfly!"). Außerdem ermahnt er uns zum Händewaschen, denn Durchfall in der Gruppe hält die ganze Tour auf.Dann noch ein Formular ausfüllen und das Local Payment bezahlen, und es kann losgehen. Das Wetter ist nicht gerade einladend. In Hout Bay, wo wir eine Bootstour machen könnten, wenn gerade ein Boot fahren würde, ist es noch ganz angenehm. Wir gehen spazieren, gucken uns die Souvenirstände an und trinken einen Milchkaffee.Auf der Toilette begegnen uns gleich zwei Phänomene – wie viele Leute ohne Händewaschen rausgehen (möge sie Montezumas Rache treffen!) und wie geizig die Leute mit Trinkgeld für die Putzfrau sind. (Wenn man in Deutschland 50 Cent geben kann, warum gibt man hier nur ein Rand und nicht fünf?)

Souvenirstand in Hout Bay © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Hout Bay © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Proteas © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Je weiter wir zum Kap der Guten Hoffnung kommen, desto schlechter wird das Wetter. Es fängt an zu nieseln und die Wolken hängen tief. Maxwell steht auf Pflanzen und erklärt uns, dass es 120 endemische Arten in dem Kap-Nationalpark gibt, unter anderem die Königsprotea, Südafrikas Nationalgewächs. Der Star des Vormittags ist eine rasant die Straße überquerende Schildkröte, für die unser Truck mindestens fünf Minuten steht – andere Autofahrer sind nicht so rücksichtsvoll.

Eine rasante Schildkröte © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Blick vom Kap-Leuchtturm © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Stürmischer Fototermin © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Leuchtturm am Capepoint © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Regenwolken über dem Kap  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Frecher Rotschwingenstar © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Am Leuchtturm machen wir einen Spaziergang und das obligatorische „Wir waren da“-Foto mit dem Schild und Sturmfrisur – der Himmel reißt kurz auf, dann zieht es wieder zu. Nach dem Mittagessen in einen Restaurant fängt es wieder an zu nieseln. Auf dem Weg zum Kap der Guten Hoffnung sehen wir eine Pavianfamilie, die ganz apathisch im Regen hockt. Am Kap angekommen, regnet und stürmt es dann endgültig so stark, dass wir nach dem Foto schnell wieder in den Truck flüchten und auf den Spaziergang zur Klippe verzichten müssen.

Paviane im Regen © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Ein weiteres Beweisfoto © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Pinguinkolonie Simonstown  © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

In Simonstown in der Pinguinkolonie werden wir richtig gebadet. Nun zeigt sich der Nachteil der Safaritrucks ganz deutlich – ohne Heizung beschlagen die Scheiben sehr stark, es ist kalt und es zieht auch durch die großen Fenster. Im Bus macht sich Erschöpfung breit. Endlich am Guesthouse angekommen, haben wir nur ca. 30 Minuten, um die Haare wieder in Form zu bringen und etwas Trockenes anzuziehen. Pias und Daniels Koffer sind noch nicht da – also erstmal wieder telefonieren.

Afrikanische Pinguine © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Pinguin im Grünen © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Band und Tänzerinnen im Marco's Place © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Zum Abendessen gehen wir ins „Marco's Place“, ein nettes Restaurant mit einheimischen Spezialitäten. Es spielt eine Band, später tanzen drei junge Frauen mit bemerkenswerter Körperbeherrschung. Vor allem der ausladende Hintern einer Tänzerin ist ein echter Hingucker. "Fettsteiß" heißt dieses Schönheitsmerkmal afrikanischer Frauen wenig romantisch in Medizinersprache.

Die sexy Hintern der Tänzerinnen © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Voller Einsatz für die Show © Foto: Susanne Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Gegen 22.30 Uhr geht’s mit dem Taxi heim, und wir hören die Freudenschreie von Pia und Daniel, deren Koffer endlich angekommen sind. Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende.

noch keine Kommentare