Von Dar es Salaam nach Mikumi - Reisebericht Südtansania (1)

von Svenja Penzel


Southern Sun Hotel, Dar es Salaam 16.06.2010Am Morgen begrüßt mich der Kellner im Frühstücksraum mit „Did you sleep well?“, was ich bejahen kann und dabei fieberhaft nach Resten meiner spärlichen Suaheli-Kenntnisse suche. Er begleitet mich zu einem Tisch und wartet, bis ich sitze. Dann schaut er mich an und ich erwarte die Frage, die immer kommt („Tea or Coffee?“). Stattdessen fragt er mich allen Ernstes: „Are you happy today?“ Ich bin ganz baff. Das hat mich auf meinen vielen Afrika-Reisen noch nie jemand gefragt. Nun, ich habe sehnsüchtig auf diese kurze und vollgepackte Info-Reise durch Südtansania gewartet, denn meine geplante Kenia-Reise Ende April musste wegen der Vulkanasche ausfallen. Marco hatte mir im Mai den Mund wässrig gemacht, als er Lodges in Sambia und Simbabwe angeschaut hatte, René erforschte kurz danach Uganda, und nun bin endlich ich dran. Neun Tage Afrika, so stressig das eigens für mich zusammengestellte Programm auch sein mag, neun Tage ohne die deutsche Büro-Routine, ohne Wäschewaschen, Essenkochen und Kinderbetreuen, neun Tage in einem für mich neuen Teil von Afrika, auf den ich schon so lange gespannt bin. Und heute geht es los. Ich strahle den Kellner an und nicke. Happy bin ich auch, als ich die vielen frischen Früchte vom Buffet probiere: Ananas, Mango, Melone, Papaya, Erdbeeren, Physalis und andere unbekannte Köstlichkeiten. Dazu Kokossaft aus der geöffneten Frucht. Lecker.Gleich gegenüber vom Frühstücksraum haben unsere Kollegen vor Ort ein Büro. Dort treffe ich mich um halb acht mit meinem Fahrer und Guide Philippo, den ich schon vom Vorabend kenne. Eine Viertelstunde später sind wir auf der Straße.Philippo und sein Land Cruiser © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen
Philippo und sein Land Cruiser, hier mit geschlossenem Hubdach für schnellere Fahrten.Die Morogoro Road bringt uns in südwestlicher Richtung aus dem Moloch Dar es Salaam heraus. Noch eine Stunde lang fahren wir durch Vororte und Wellblechhütten-Siedlungen, während Sonne, Wolken und kurze Schauer sich abwechseln. An einer Tankstelle hält Philippo, es ist Zeit für einen Toilettenstopp. Nachdenklich stehe ich vor den zwei Eingängen für „Wanawake“ und "Wanaume“. Was bin ich? Ich entscheide mich schließlich für „Wanaume“ und habe wie befürchtet eins dieser Hinhock-Klos vor mir. Naja, was sein muss muss sein. Als ich wieder rauskomme, kommt mir ein sichtlich überraschter Mann entgegen. OK, nächstes Mal nehme ich lieber „Wanawake“. Oder einen Stopp im Busch, da kann man nichts falsch machen. Mittlerweile hat die Sonne die Oberhand gewonnen, und es wird deutlich wärmer. Große Mango- und Cashew-Bäume säumen den Straßenrand, die Landschaft ist sehr grün. In tieferen Lagen wird Reis angebaut. In den Dörfern verkaufen die Leute am Straßenrand gegrillten Mais, Zuckerrohr und Fisch. Ich kaufe mir eine Tüte Cashew-Nüsse, die ganz vorzüglich schmecken. Etwa 3 ½ Stunden brauchen wir bis Morogoro, 190 Kilometer von Dar. Eine Stunde später führt die immer noch gut geteerte Hauptstraße in den Mikumi-Nationalpark hinein. Komisch, so eine viel befahrene Straße mit Schwerverkehr mitten durch ein Wildreservat, sie wirkt wie ein Fremdkörper.Parkeingang zum Mikumi-Nationalpark © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen
Parkeingang zum Mikumi-Nationalpark. Die Hauptstraße führt mitten hindurch.Alle Teile des Berichtes hier in der Übersicht:

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