Mauritius, Reisebericht Dezember 2015

von Ulrike Pârvu

Ich kann es kaum glauben! Die Lufthansa verlost zehn Plätze auf einer Seminarreise nach Mauritius und ich soll dabei sein. Als ich brav das Formular ausgefüllt hatte, rechnete ich mir kaum Chancen auf diesen Trip aus. Jetzt kommt die E-Mail: „Herzlichen Glückwunsch! Sie sind dabei!“ steht da. Von den Kollegen ernte ich ein neidisches „Echt? Och nööö!“. Ich werde unsere Weihnachtsfeier verpassen. Aber darauf muss ich nun wohl oder übel verzichten. Ich bin beim Jungfernflug dabei. Von Frankfurt aus geht es direkt zum Plaisance Airport im Süden der Insel. Unser Flieger wird nach 13 Stunden Flug von der Feuerwehr getauft. Nach der Einreise erwartet uns unser netter Guide Giovanni, eine echte mauritianische Frohnatur mit einem großen Wissensschatz über Land und Leute und Münchener Dialekt. In der kommenden Woche haben wir eine Menge Spaß zusammen.

Mauritius gehört zum afrikanischen Kontinent, ist aber gut 1700 Kilometer vom Festland entfernt.  Durch die wechselhafte Geschichte mutet die kleine Insel, die nur 47 Kilometer breit und 64 Kilometer lang ist, gar nicht so afrikanisch an. Läge die Insel im Mittelmeer, würde es dort vielleicht gar nicht viel anders aussehen.

Viele Jahrhunderte wurde Mauritius von Arabern als Zwischenstation auf der Handelsroute nach Afrika und weiter nach Europa genutzt. Erst Anfang des 16. Jahrhunderts begann die Besiedelung durch die Portugiesen. Holländer, Franzosen und Briten folgten, bevor 1968 die Unabhängigkeit erklärt wurde.

Heute leben auf Mauritius zu zwei Dritteln Nachfahren indischer Einwanderer und Kreolen. Es herrscht eine stabile Demokratie.

Genau das merkt man auch, wenn man auf Mauritius unterwegs ist. Ich habe mich überall sicher gefühlt. Der Glaube spielt eine große Rolle, aber die Hindus, Moslems und Christen leben friedlich miteinander. Toleranz gegenüber allen Kulturen gehört hier zum Lebensmotto. Die Feiertage einzelner ethnischer Gruppen werden von allen Inselbewohnern gefeiert. Die Eigenheiten der jeweils anderen werden akzeptiert. So hat es uns jedenfalls unser Reiseleiter erklärt. Ich konnte auch an keiner Stelle etwas anderes feststellen. Man kann die Insel auch mit einem Mietwagen erkunden. Die Straßen sind allgemein in gutem Zustand und mit Wegweisern beschildert. Jede Ecke ist erschlossen, es herrscht Linksverkehr.


Mauritius ist wirklich ein Traum. Es gibt tolle Sandstände, das Wasser ist sauber, spiegelt sich im Blau des Himmels wider und die Wassertemperatur lässt keine Wünsche offen. Es wird vor Seeigeln gewarnt, mir ist aber kein einziger über den Weg gelaufen. Von Dezember bis März sind die Tagestemperaturen sehr hoch, ebenso die Luftfeuchtigkeit. Das sollte man bei der Reisezeit bedenken. Wer also Strandurlaub machen und sich nur in der Sonne rekeln möchte, kann durchaus in den deutschen Wintermonaten reisen, auch wenn es dann tendenziell ein wenig feuchter sein wird. Es kann dann auch ungemütlich werden, denn in dieser Zeit kommt es hin und wieder zu Zyklonen. Wenn Sie allerdings auch die Kultur der Insel kennenlernen und das auch noch mit Badeurlaub verbinden wollen, sollten Sie auf die angenehmeren Monate April, Mai, September und Oktober zurückgreifen. Juni, Juli und August gehören zur Nebensaison und dann kann es ein bisschen kühler sein. Baden ist ganzjährig möglich.

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