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Botswana – Himmel über dem Okavango
Ganz kurz entschlossen darf ich wieder einmal in meine Lieblingsdestination Botswana fliegen. Ethiopian Airlines, die größte Airline Afrikas, lädt eine Handvoll Experten ein, die neue Strecke von Addis Abeba nach Maun in Botswana zu testen.
Ich mache mich voller Erwartungen auf den Weg. Mit Ethiopian bin ich schon mehrfach geflogen, wurde nie enttäuscht und auch diesmal klappt wieder alles wie am Schnürchen. Der Service an Bord ist gut, das Essen ist in Ordnung und die Flugzeiten sind durch die Zwischenlandung in Addis und einen kurzen Stopp in Ndola auch erträglich. Ich bin sehr froh, dass es nun auch diese Verbindung nach Maun gibt, für unsere Kunden ein großer Gewinn!
Für nur vier Tage vor Ort reise ich mit Handgepäck. Das ist ein großartiges Gefühl, wenn man sich keine Sorgen um eventuell verloren gegangenes Gepäck machen muss, weil man ja alles „am Mann“ hat. In Maun erwarten mich vertraute Gesichter. Es ist immer wieder ein bisschen wie nach Hause kommen. Ich werde von lieben Mitarbeitern unserer Agentur vor Ort in Empfang genommen und es geht auch gleich weiter. Wir besteigen einen Helikopter, der uns ins nordöstliche Okavango-Delta bringt.
Ich habe einen Fensterplatz und genieße den Flug. Ganz sanft gleitet der Heli über das noch grüne Delta. Mein Herz hüpft förmlich, weil ich wirklich sehr gespannt auf die kommenden vier Tage bin. Die Landschaft bezaubert immer wieder, ein großartiger Anblick, wie sich die Wasseradern durch das Delta schlängeln.
Wir landen im Nirgendwo, unser Abholer steht schon bereit. Auf der Fahrt zum nagelneuen Camp treffen wir schon erste Tiere und dann erreichen wir Karangoma. Wir sind fast die ersten, die dieses schöne Camp nutzen und ich bin gleich hellauf begeistert. Es liegt auf einer kleinen buschbewachsenen Insel umgeben von flacher Savannenlandschaft. Das Hauptzelt ist nicht zu groß, offen und gemütlich. Ein kleiner Pool lädt zum Planschen ein, nur leider ist es im Juni viel zu kalt. Ich habe nicht einmal einen Badeanzug dabei.
Auch von meinem Zelt bin ich begeistert. Es ist groß, hell und modern und bietet wirklich alles, was das Safariherz begehrt - eine Innen- und eine Außendusche, ein großes und bequemes Bett, auch eine kleine Terrasse mit einer Sitzgelegenheit ist vorhanden.
Wir starten noch zu einer kleinen Pirschfahrt und genießen dann den Sundowner und die Ruhe der untergehenden Sonne. Ziemlich geschafft falle ich nach dem Dinner in die Federn. Es ist Juni und ziemlich kalt in der Nacht. Wie froh bin ich, dass im Bett ein Bushbaby (Wärmflasche) auf mich wartet.
Viel zu schnell ist die Nacht vorbei und wir werden mit einem sanften Knock Knock schon gegen 6.00 Uhr geweckt. Das ist die übliche Weckzeit, denn wir wollen früh los, um die Tiere noch in Aktion zu entdecken. Kalt ist es bei der Fahrt im offenen Pirschfahrzeug und ich trage mehrere Schichten Kleidung, Mütze und Schal. Wir fahren durch zauberhaftes Sonnenlicht bis zu einer Lagune, wo schon ein Boot auf uns wartet. Es ist ein wirklich traumhaftes Gefühl, die Wildnis vom Boot aus zu beobachten. Wie finden Sattelstörche, ein Eisvogel posiert genau vor unserem Boot. Wahrscheinlich ist es ihm zu kalt, um wegzufliegen. In der Ferne grasen Eland-Antilopen, und unsere beiden Guides sind ganz aus dem Häuschen. Schließlich stoppen wir und es gibt ein leckeres Frühstück auf dem Boot.
Viel zu schnell verrinnt die Zeit und wir müssen zurück zur Anlegestelle, weil unser Heli schon für den Weiterflug zum nächsten Camp auf uns wartet. Auf dem Rückweg kreuzen noch Elefanten unseren Weg.
Wieder gleiten wir ganz sanft über die Ebenen des Okavango-Deltas. Mit einem Helikopter empfinde ich das Fliegen deutlich angenehmer als im Kleinflugzeug.
Der Flug dauert nur 15 Minuten, ich hätte es länger ausgehalten. Unser Abholer wartet bereits. Nur kurz ist die Transferzeit bis zum Stanleys Camp, unserer bescheidenen Hütte für die nächste Nacht. Ich bin vor vielen Jahren schon einmal dort gewesen. Nun erstaunt es mich, was aus dem Camp geworden ist. Hatte ich es von meinem letzten Besuch noch etwas dunkel in Erinnerung, zeigt sich das gesamte Camp nun in hellen Braun- und Beigetönen, modern und sehr ansprechend.
Die Lounge mit Restaurant ist großzügig und offen, wir werden mit einem leckeren Mittagessen empfangen. Besonders beeindruckt mich das offene Deck mit Bar und Blick auf die Savanne, vor dem Warzenschweine genüsslich an den wenigen vorhandenen Grashalmen zupfen. So nah bin ich den sonst sehr scheuen Tieren noch nie gekommen.
Nun bleibt mir ein wenig Zeit zum Verschnaufen. Ich beziehe mein Zelt und bin auch hier von Größe, Farbgebung und Ausstattung überrascht. Ich werde mit ein paar persönlichen Zeilen auf dem Bett überrascht, die Minibar ist gut gefüllt und ich genieße die Zeit bis zur nächsten Aktivität.
Am Nachmittag starten wir auf Pirschfahrt und es soll eine der aufregendsten meiner Outback-Africa-Karriere werden.
Schon nach kurzer Fahrt finden wir Hyänenbabys. Ich höre oft, dass Hyänen keine schönen Tiere seien. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, die Kleinen dösen in der Nachmittagssonne und ich finde sie herzallerliebst.
Nur schwer können wir uns trennen, trotzdem geht es nach einem ausgedehnten Fotostopp weiter. Langsam sinkt die Sonne und taucht die Savanne in gelblich braunes Licht. Wir treffen noch auf eine einzelne Hyäne, zwei Honigdachse kreuzen unsere Straße und ein weiterer Bau mit Hyänenbabys liegt auf unserem Weg. Nicht überall gelingen mir brauchbare Fotos, die Szenen werde ich aber für immer in meinem Gedächtnis speichern.
Es gibt den obligatorischen Sundowner, bevor wir uns auf den Rückweg zum Camp machen. Vor den Toren der Lodge haben wir ein wirklich einmaliges und außergewöhnliches Erlebnis. Ein Rudel Wildhunde streitet sich mit einem Rudel Hyänen um einen Antilopenriss. Es ist schon dunkel und die Rufe der Tiere und der aufgewirbelte Staub, den wir im Scheinwerferlicht neben den Schatten sehen, lassen uns ein wenig erschaudern. Aufregung und Ehrfurcht vor diesen beiden Spezies machen sich breit.
Wir beobachten das Gerangel mindestens 20 Minuten, ein Sieger im Duell lässt sich jedoch nicht feststellen. Meine Bilder sind bedauerlicherweise nicht scharf, trotzdem möchte diesen einen Schnappschuss gern teilen:
Nach dieser Aufregung gibt es erst einmal lecker Essen. Kulinarisch hat uns jede einzelne Unterkunft abgeholt und bestens versorgt. Mit mindestens drei Gängen ist das Abendessen stets ein Highlight. Auch das Frühstück in Stanleys am nächsten Morgen war ein echter Hingucker. Verschiedene Müslisorten, Obst und Wurst – das alles wurde hübsch präsentiert und ich persönlich komme selten drum herum, alles zu probieren und zu genießen. Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg zu nächsten Pirschfahrt.
Wir haben die Aufregung des vergangenen Abends noch nicht ganz verdaut, da treffen wir schon wieder auf die Wildhunde, die gerade zum Jagen ansetzen. Diese wunderschönen Tiere legen bei der dabei weite Strecken zurück und sind bestens organisiert. Wir kommen sehr nah heran. Direkt vor unserem Pirschfahrzeug sausen sie hin und her.
Der Vormittag vergeht wie im Flug und schon wird es Zeit, zum nächsten Camp zu fliegen. Diesmal habe ich im Heli einen Rückwärtsplatz und komme leider nicht zum Fotografieren. Mokolwane ist unsere nächste Station. Das Camp liegt wunderschön an einer Lagune. Früher war die Konzession um Mokolwane herum eine Jagdkonzession. Das kann manchmal die Pirsch ein wenig erschweren. Wir merken nichts davon, dass die Tiere besonders scheu wären. Im Gegenteil – uns erwartet wieder ein besonderes Highlight. Mir gefällt an Mokolwane ganz besonders der Blick vom Restaurant auf die Lagune. Allerdings verrät mir meine Kollegin Sandra aus Maun, dass sie zwei Wochen zuvor bereits das Camp einmal besucht hat und zu dieser Zeit noch kein Wasser da war. Somit ist der Blick auf den See nur saisonal.
Wie auch immer, wir genießen die Ruhe, und vor dem Balkon grast einsam und versonnen ein Flusspferd. Auch von unserer Terrasse haben wir einen schönen Blick auf das Wasser, das leise vor sich hinplätschert. Natürlich gibt es wieder ein leckeres Dinner und wir beziehen unsere großzügigen Zelte.Ich teile diesmal das Familienzelt mit einer lieben Kollegin aus Holland. Wir haben getrennte große Betten, in der Mitte das Bad, allerdings keine getrennten Zimmer.
Nach einer kurzen Siesta geht es auf Pirschfahrt und ich bin schon ganz gespannt, welche Überraschungen mich heute erwarten. Wir starten mit Kranichen und treffen dann endlich auf den ersten Löwen auf dieser Reise. Träge liegt das Löwenrudel auf dem Boden und genießt die Nachmittagssonne. Wir bleiben eine ganze Weile an der Stelle stehen, kein anderes Fahrzeug kreuzt unseren Weg. Dann verspricht uns der Guide etwas ganz Besonderes. Die Fahrt dauert ein wenig, dann kommt weites Grasland und auf einem kleinen Hügel sehen wir schemenhaft einen Geparden. Es handelt sich um eine Mutter mit drei Jungen.
Hier sind wir nicht die einzigen Beobachter, allerdings gesellt sich nur ein einziges weiteres Fahrzeug zu uns, kein Vergleich zu den Massen, die in der Serengeti oder in der Massai Mara an einer Tiersichtung teilhaben möchten.
Die Beute liegt ein wenig entfernt vom Hügel. Offensichtlich ist die Gepardin zu erschöpft, um die tote Antilope zu ihren Jungen zu zerren. Und sie scheint zu vorsichtig, um ihre Jungen zum Riss in die offene Steppe zu bringen. Wir fahren am nächsten Morgen noch einmal zur gleichen Stelle und finden die Beute unangetastet, die Katzen sind verschwunden. Was für eine Tragik!
Am nächsten Morgen starten wir früh, es ist noch fast dunkel, auf dem offenen Fahrzeug ist es kalt. Ich trage mehrere Schichten inklusive dicker Fleecejacke. Außerdem liegen noch gefütterte Ponchos und Wärmflaschen im Fahrzeug. Trotzdem fröstelt es mich. Die Kälte im afrikanischen Winter in den Monaten Mai bis Juli ist nicht zu unterschätzen. Wie freue ich mich jedes Mal, wenn die Sonne emporsteigt und die Temperaturen parallel dazu.
Im Morgengrauen taucht die Landschaft in kühlen Nebel. Einfach faszinierend! Nach nur kurzer Fahrt treffen wir auf ein Rudel Wildhunde. Ich bin ehrlich erstaunt und hochgradig erfreut, wie sich die Wildhund-Population seit meinen Anfängen bei Outback Africa vor fast 23 Jahren erholt hat. Ich durfte diese wunderbaren Tiere schon an vielen Stellen erleben. Jetzt laufen sie uns gerade über den Weg. Ohne Scheu vor dem Fahrzeug machen sie sich wahrscheinlich in der Kühle des Morgens gerade auf die Jagd.
So unverhofft die Tiere aufgetaucht sind, so schnell sind sie wieder im hohen Gras verschwunden. Wir versuchen, sie noch einmal zu entdecken, leider ohne Erfolg. Dann geht es auch schon wieder aus dem Busch zurück in die Zivilisation nach Maun. Ein letzter Heliflug lässt uns das bereits recht trockene Buschland von oben bewundern. Am Flughafen Maun steigen wir in eine Cessna um, die uns in Richtung Kalahari bringt.
Die Deception Valley Lodge ist unser letztes Ziel. Ich bin schon vor vielen Jahren einmal da gewesen und habe diese Lodge in sehr guter Erinnerung. Auch diesmal werde ich nicht enttäuscht. Die Zimmer sind groß und komfortabel. Die Menschen dort empfangen uns herzlich, das Essen ist großartig.
Nach den vielen Pirschfahrten der vorangegangenen Tage entscheiden wir uns hier für eine Tour mit den San. Ich glaube, den einen oder anderen aus dieser Gruppe hatte ich vor über 10 Jahren auch schon fotografiert. Mit viel Spaß und Enthusiasmus bringen uns die Buschleute ihr Leben näher, das in dieser Form wohl kaum noch jemand wirklich lebt.
Wir lernen, wie man Wasser findet, wie man Feuer macht und wie die Vorfahren gejagt haben. Es ist nicht die erste Tour dieser Art, die ich gemacht habe. Alles, was die San uns zeigen, finde ich höchst interessant, vor allem die Klicksprache lässt mich immer wieder lächeln. Trotzdem kommt ein wenig Unwohlsein in mir auf, denn eigentlich mag ich persönlich solche Vorführungen nicht. Ich sage mir aber, dass es die Leute in Lohn und Brot bringt, deshalb ist es nun für mich in Ordnung.
Nur wenig Zeit bleibt uns leider, um die schöne Deception Valley Lodge zu genießen. Aber schließlich bin ich ja auch nicht zum Vergnügen hier, sondern zum Arbeiten. So lasse ich mir Arbeit allemal gefallen. Am Vormittag verlassen wir die Kalahari, und mit einem Kleinflugzeug geht es nach Maun. Der Rückflug mit Ethiopian Airlines ist so angenehm wie der Hinflug. In Addis bekommen wir noch eine Einladung in die Lounge. Man kann die Umsteigezeit sicherlich schlechter verbringen. Beseelt und voller neuer Eindrücke lande ich in Frankfurt und nehme mir vor, eine neue Flugsafari zusammenzustellen. Das Ergebnis finden Sie hier: Flugsafari Himmel über dem Okavango











































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