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„Wo in Afrika Safari machen?”
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Kleine Tierchen, große Weite
Nach 20 Jahren bei Outback Afrika Erlebnisreisen darf ich in diesem Jahr wieder einmal in der Hochsaison nach Afrika fahren. Botswana soll es dieses Jahr werden. Ich freue mich wirklich sehr darüber, denn ich habe mir einen Ausflug auf die Salzpfannen gewünscht. Svenja wird mich begleiten. Sie möchte dieses Jubiläum mit mir gemeinsam feiern.
Mit dem Mietwagen geht es ostwärts von Maun in Richtung Makgadikgadi Salzpfannen. Wir übernachten in Planet Baobab, denn diese Lodge organisiert Ausflüge in die Pfannen. Wir starten gegen Mittag von der Lodge. Knapp zwei Stunden fahren wir durch den Busch, der jahreszeitlich bedingt schon sehr, sehr trocken ist. Für mich mutet diese Fahrt recht merkwürdig an, denn wir sehen keine wilden Tiere, sondern fast ausschließlich Esel, Ziegen und Kühe. Da wird es schon recht aufregend, als wir auf ein paar Geier treffen, die sich an einem Ziegenkadaver zu schaffen machen. Aber das erste Highlight dieses Tages wird nicht das letzte sein!
Auf dem Weg in die Salzpfannen wollen wir noch an einer habituierten Erdmännchengruppe Halt machen. Über Funk finden wir die Stelle, an der sich die possierlichen Tierchen gerade aufhalten. Ein junger Mann nimmt uns in Empfang. Später erfahren wir, dass er den ganzen Tag mit den Erdmännchen verbringt, um sie an Menschen zu gewöhnen. Es fällt mir erst ein wenig schwer, die kleinen Tiere im beigen Sandboden zu entdecken. Mit ihrem braunen Fell fallen sie im trockenen Gras tatsächlich nur durch ihre Bewegung auf.
Mit langsamen Schritten nähern wir uns und merken, dass sich die Erdmännchen durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht stören lassen. Ganz geschäftig graben sie im Boden auf der Suche nach Insekten und anderem Erdgetier herum. Am liebsten möchte ich so ein kleines Puscheltier auf den Arm nehmen und ausgiebig streicheln. Aber das ist natürlich nicht erlaubt. Es ist schon ein Privileg, Erdmännchen in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu dürfen. Höhepunkt dieses Besuchs ist die Möglichkeit, ein Erdmännchen auf dem Kopf zu halten. Diese suchen sich nämlich immer einen Aussichtspunkt, der höher gelegen ist, um nach Feinden Ausschau zu halten. Da kommen die Besucher natürlich gerade recht. Wir geben die Tiere von Kopf zu Kopf weiter. Zum ersten Mal an diesem Tag kann ich es gar nicht so recht fassen, was ich da gerade erlebe. Was für ein Privileg!
Nach einem ausgiebigen Stopp geht es weiter hinein in den Busch. Die Landschaft wird karger. Schließlich kommen wir an einem typisch afrikanischen Dorf mit ein paar Rundhütten und einem Kuhverschlag an. Hier warten Quads auf uns. Insgesamt fünf Gäste haben sich für diesen Ausflug angemeldet. Zwei davon möchten gerne die Salzpfannen mit einem Quad erkunden. Nun verlassen wir das letzte Stückchen Zivilisation und tauchen ein in die große Weite der Salzpfanne. Die Sonne steht schon tief. Ein paar letzte Kuhherden ziehen ihren Weg durch weites offenes Salzland in Richtung der letzten Grasbüschel vor dem großen Nichts. Dann öffnet es sich vor uns!
Ein freudiges und erhabenes Gefühl macht sich in meiner Magengegend bemerkbar. Bis in den weiten Horizont sehe ich einfach nichts. Immer tiefer dringen wir in die Salzwüste vor. Die Sonne sinkt und schließlich hält unser Fahrer an, damit wir den Sonnenuntergang fotografieren können. Ich glaube, Svenja ist genauso beeindruckt wie ich. Ich fotografiere den Sonnenuntergang aus allen möglichen Blickwinkeln, drücke tausendmal auf den Auslöser meiner Kamera, bis die Sonne am Horizont verschwunden ist. Der Tag neigt sich dem Ende zu und wir stoßen immer weiter vor. Es ist dunkel, unser Fahrer fährt nun mit Licht. Auf einmal sehen wir in der Ferne ein kleines Feuer. Endlich sind wir angekommen. Unsere Betten sind schon vorbereitet. Auch das Abendessen ist schon fast fertig. Ein wenig abseits ist ein Toilettenzelt aufgebaut, es gibt also alles, was man braucht. Wir setzen uns ans Feuer, denn es ist doch recht kühl und auch ein bisschen windig. Noch vor dem Essen begutachten wir unser Nachtlager. In einer Hülle aus wasserfestem Canvas-Stoff liegt eine Matratze. Auf der Matratze finden wir eine Schicht aus Bettzeug und einer extra Decke. Der Canvas-Stoff umhüllt das ganze Lager, notfalls kann man sich komplett in dieser kleinen Höhle verstecken. In der Nacht merke ich, wie gut überlegt diese Konstruktion ist. Wir ziehen die Matratzen ein wenig weiter weg von den anderen, damit keiner unser Schnarchen hört. Nein, das ist natürlich ein Witz! Wir möchten gerne den Moment der Stille für uns genießen.
Die Begleitmannschaft hat für uns ein tolles Mahl gezaubert. Auch nach dem Essen versammeln wir uns wieder um das Feuer. Nach dem Schlummertrunk gehen wir zu unseren Nachtlagern. Kalt ist es geworden! Ich putze fix meine Zähne, schlüpfe in die bequeme Jogginghose und anschließend in meine Höhle. Eine vorbereitete Wärmflasche verbreitet ein wohliges Gefühl. Trotz langer Hose, Wärmflasche, extra Pullover und Canvas fange ich an zu frieren. Ich kuschel mich noch tiefer hinein. Dann bin ich mit meinen Gedanken, dem afrikanischen Sternenhimmel und dem großen Nichts alleine. Ganz in der Ferne sehe ich ein Buschfeuer lodern, eigentlich sehe ich nur den Schein. Nachdem ich einige Bilder geschossen habe, versuche ich zu schlafen. Das gelingt mir nur so halb, denn es ist sehr windig. Gott sei Dank haben wir die Hülle um uns herum. Immer wieder wache ich auf. Am Ende dämmere ich doch ins Reich der Träume.
Beim nächsten Blinzeln dämmert es schon. Ich bin nicht die Erste, die aufwacht. Andere sind schon munter. Ich schäle mich aus meinem Bett. Es ist kühl und immer noch windig. Die Sonne geht am Horizont auf. Das Feuer wurde schon entfacht und Kaffee köchelt vor sich hin. Alle sehen ein wenig verknautscht, aber sehr glücklich aus. Nach dem ersten Morgenkaffee wird das Camp beräumt. Wir putzen schnell die Zähne im Sand und dann werden unsere Betten auch schon weggepackt. Die Fahrt zurück ist kühl. Auch der Wind peitscht uns noch ins Gesicht. Uns beschleicht ein Gefühl der Glückseligkeit. Hatte ich es schon erwähnt? Was für ein Privileg!
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