Rund um den Kilimanjaro

von Heinke Glameyer-Fleischmann und Volker Fleischmann

Vorwort von Outback Africa: 
Unsere langjährigen Stammkunden Heinke Glameyer-Fleischmann und Volker Fleischmann waren bereits mehrmals im nördlichen und südlichen Tansania unterwegs und wollten bei einer weiteren Reise gern neue Gebiete entdecken. Deshalb empfahlen wir ihnen eine neue Reiseroute, die wir bisher in dieser Form nur als Baustein auf unserer Website angeboten haben. Ein bisschen Entdeckergeist war also dabei, als die beiden auf die Reise gingen. Ihr Feedback hilft uns, unsere Ausschreibung und Vorbereitung weiter zu verbessern. 
Dafür sagen wir vielen Dank an Frau Glameyer-Fleischmann und Herrn Fleischmann!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und beim Betrachten der schönen Bilder, die die beiden mitgebracht haben.  

Von Deutschland nach Arusha

September 2024

Die Flüge mit Qatar Airways waren pünktlich. Der Hinflug war sogar trotz Umsteigens ohne Wartezeit. Da in Doha wegen Bauarbeiten eine 15 minütige Busfahrt vom Flugzeug zum Flughafengebäude notwendig ist, konnten wir gerade einmal im Gebäude zum neuen Gate gehen und mussten schon wieder in den Bus steigen, um zum Flugzeug für den Weiterflug nach Arusha gebracht zu werden. Die 4 ½ Stunden Wartezeit beim Rückflug sind allerdings genauso anstrengend wie bei Ethiopian Airlines. Die Räumlichkeiten sind zwar weniger kalt, aber erst eine Stunde vor Abflug wird der Warteraum vor dem Gate geöffnet, so dass man sich vorher irgendwo eine der zu wenigen Sitzgelegenheiten suchen muss. Viele junge Leute saßen auf dem Fußboden. Möglicherweise soll man die Zeit in den vielen Shops und/oder Restaurants verbringen. Dafür können Sie aber nichts.

In der African View Lodge fehlte bei Ankunft eine Einweisung bzw. ein Hinweis  durch eine/n Ansprechpartner*in der Firma Wilkinson, so dass wir nichts von der Möglichkeit wussten, noch am Nachmittag nach unserer Ankunft eine Kanutour auf einem See zu unternehmen, bei der man u. a. viele Vögel hätte sehen können. Diese Information befindet sich in der Mappe im Zimmer der Lodge, aber wir haben sie zu spät gesehen.

Arusha Nationalpark

Zur Safari:

2019 waren wir, ebenfalls im September, erstmalig im Arusha Nationalpark. Damals bot Outback Africa die Tour optional an, auch andere Veranstalter hatten sie noch nicht im Programm einer Safari. Wir sahen nur wenige andere Safarifahrzeuge, dieses Mal war der Park sehr viel stärker besucht. Hinzu kam, dass ein Teil des Parks, der Bereich mit dem Fig Tree Arch, nicht besucht werden konnte. Uns wurde gesagt, dass die Wege wegen extrem hoher Niederschläge in der diesjährigen Regenzeit nicht befahrbar seien. Aus demselben Grund gäbe es auch keine Flamingos in den Momella-Seen, die alkalisch und salzhaltig sind. Auf Nachfrage erklärte unser Führer Patrick, dass aufgrund der hohen Niederschläge der Salzgehalt zu niedrig sei, die Flamingos keine Algen und Salinenkrebse, ihre Lieblingsspeise, finden würden. Im Magadi-See des Ngorongoro-Kraters seien jetzt viele Flamingos, was wir im vergangenen Jahr, in dem es ebenfalls sehr hohe Niederschläge im Norden Tansanias gab, bereits selbst beobachten konnten. Interessant war die Wanderung mit einem sehr freundlichen Ranger und einem Ranger-Azubi, bei der wir Büffeln und Warzenschweinen sehr nahe kamen, Giraffen und Ellipsen-Wasserböcke sahen und durch eine wunderschöne Landschaft zu einem Wasserfall wanderten. Ein schöner Programmpunkt war der Lunchstopp im "Africa Amini Life Restaurant". Hier werden Einheimische in einer angeschlossenen Schule u. a. zu Köchen*innen ausgebildet.

In den Mkomazi Nationalpark

Wir waren insgesamt sieben Safariteilnehmer, so dass jeder Platz im Fahrzeug besetzt war. Für die Pirschfahrt im Arusha Nationalpark war das kein Problem, für die Weiterfahrt schon, weil eine Teilnehmerin einen sehr großen Koffer hatte und wir anderen Teilnehmer unser Gepäck umsortieren und einen Teil in der African View Lodge lassen mussten. Wir waren übrigens in unserer Gruppe die Einzigen, die über die geänderte Reihenfolge der Programmpunkte ab Tag 2 informiert worden waren. Dieser Ablauf, mit dem Mkomazi Nationalpark beginnend, hat uns u. a. aufgrund der Fahrtroute besser gefallen als der ursprünglich vorgesehene.

Die Unterkünfte waren gut bis sehr gut, in Arusha und Lushoto mit Swimmingpool (von mir gerne genutzt). Der Besuch im Mkomazi Nationalpark hat uns sehr gut gefallen. Das erste Highlight unserer Safari waren fünf Spitzmaulnashörner, die wir sogar aus nächster Nähe beobachten konnten, was nicht immer der Fall sei, wie uns der Parkranger sagte. Außerdem sahen wir dort, später auch in anderen Bereichen des Nationalparks, Elenantilopen und Zebras. Dass wir eine größere Zahl von Wildhunden aus der Nähe sehen durften (der Betreuer ermöglichte uns, in den äußeren Bereich des Geheges zu kommen), war sehr eindrucksvoll. Allerdings fanden wir alle, dass das Gehege etwas größer sein dürfte, denn Platz ist genug vorhanden.

Auch die übrige Tierwelt war beeindruckend, Löwinnen am frisch gerissenen Zebra, abends Löwen und Elefanten an der Wasserstelle, immer wieder Giraffen, Impalas, Dikdiks, etliche Strauße, Greifvögel, Geier- und Helmperlhühner und für uns einer der Höhepunkte der Safari, ein Kleiner Kudu. Diese Antilopenart hat ein relativ kleines Verbreitungsgebiet in Teilen der Staaten Tansania, Kenia, Äthiopien und Somalia und ist sehr scheu. Während der zwei Tage im Mkomazi NP haben wir maximal fünf andere Fahrzeuge, teilweise weit entfernt, gesehen. Im toll gelegenen Mkomazi View Camp waren außer uns zwei Familien aus Norwegen und Schweden mit einem größeren Safarifahrzeug. Es ist einfach schön, wenn man Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt fast ohne weitere "Zuschauer" in solcher Ruhe genießen kann.

Wanderung in den Usambarabergen

Die relativ schmale Straße von Mombo nach Lushoto im Westen der Usambara-Berge führt über viele Serpentinen mit tollen Ausblicken in Täler und auf Terrassenfelder mit Mais- und Bananenpflanzen sowie Kohl und anderen Gemüsesorten. Hin und wieder sahen wir blühende Jacaranda-bäume sowie Baum- und Kandelaber-Euphorbien.

Die von Shambaa Eco Tours durchgeführten Wanderungen starteten bei unserer Unterkunft, dem Lawns Hotel, führten uns durch Lushoto und die sehr schöne Landschaft der Usambara-Berge, waren aber teilweise recht anstrengend. Die Halbtagestour zum Irente-Viewpont am Nachmittag nach der Ankunft in Lushoto ging über eine Strecke von hin und zurück ca. 12 km mit 300 m Höhenunterschied, allerdings mehrmals auf- und absteigend. 

Insbesondere die nachfolgende Tagestour, bei der ein Höhenunterschied von 600 Metern (von 1.240 m auf 1.840 m) zu bewältigen war (Gesamtstrecke hin und zurück ca. 10,5 km) ließ einige, besonders beim Aufstieg, an ihre Grenzen kommen. Auch mich, obwohl ich regelmäßig mehrmals in der Woche Sport betreibe. Mein Mann hat nach der Nachmittagstour nicht daran teilgenommen.

Darauf sollte im Programm hingewiesen werden. Der Führer bei beiden Touren, Baraka, sprach ein hervorragendes Englisch und wusste uns sehr viel über Land und Leute zu erzählen, auch über die Geschichte der deutschen Siedler, deren Verwaltungssitz Lushoto, damals Wilhelmstal, war. Wegen der Höhenlage herrscht dort immer ein angenehmes Klima, es gibt keine Moskitos. Er hat sich ständig mit wechselnden Teilnehmern unserer Gruppe unterhalten. Unterwegs sahen wir etliche männliche und weibliche Usambara-Zweihornchamäleons, auf die er uns stets aufmerksam machte.

Rund um den Kilimanjaro zur Enduimet Wildlife Area

Die Strecke zurück nach Mombo und weiter um den Kilimanjaro, den wir wegen tiefhängender Wolken nicht sehen konnten, geht durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft, ist allerdings teilweise geschottert. Die Häuser in den Dörfern sind wegen der dort betriebenen intensiven Forstwirtschaft, z. B. im Rongai Forest, alle aus Holz gebaut.

In den Paddocks der Simba Farm Lodge haben wir uns zu dritt die dortigen Rinder und Schafe sowie einige Geräte des Maschinenparks angesehen, zu den Ställen hat man keinen Zutritt. Dadurch, dass die Gästeunterkünfte einst Wohnungen waren, gab es immer für zwei Zimmer ein Bad. Jedes Paar sowie die Alleinreisende wollte verständlicherweise gerne ein Bad für sich haben, so dass der Führer letztendlich in einem anderen Bereich zelten musste.

Von dort ging es zur Enduimet Wildlife Area, wo wir vier Elefanten ganz nahe und von einem Aussichtspunkt eine größere Gruppe in der Ferne sahen. In Nationalparks dürfen die vorgeschriebenen Wege nicht verlassen werden, in der Wildlife Area schon. Unser Führer Patrick hatte den Ehrgeiz, uns die größere Elefantengruppe aus der Nähe zu zeigen und schaffte es, ihr sogar durch hohes Gestrüpp fahrend, sehr nahe zu kommen. Wir haben während der Pirschfahrt nur ein weiteres Fahrzeug für kurze Zeit gesehen, ansonsten Massai mit ihren Herden, hatten die Wildlife Area also ganz für uns. Auch Grant- und Thomson-Gazellen, Zebras, Grünmeerkatzen, Strauße, Östliche Weißbartgnus etc konnten wir beobachten. Und noch einmal hatten wir das Glück, Kleine Kudus zu sehen, zwei weibliche Tiere sowie ein männliches. Die Sichtung von vier Giraffengazellen (Gerenuks), die dasselbe Verbreitungsgebiet wie Kleine Kudus haben, war ein weiterer Höhepunkt der Safari. Die Gerenuks standen zunächst versteckt hinter einem höheren Busch, liefen dann auf eine Grasfläche. Auf der Rückfahrt sahen wir doch noch den Kilimanjaro in der Ferne.

Patrick hat uns oft nur auf Nachfrage etwas über die Tierarten erzählt, kannte nicht immer die Unterarten/Arten, z.B. bei den Steppenzebras die Unterart Böhm-Zebra und bei den Gnus die Art (Östliches) Weißbartgnu. Er war aber ein sehr sicherer und umsichtiger Fahrer. Das Fahrzeug war nicht neu, aber in Ordnung.

Nach Sansibar ins Pongwe Beach Hotel

Das Pongwe Beach Hotel an Sansibars Ostküste mit herrlichem Blick von der Terrasse auf das Meer, Strandliegen direkt vor den Zimmern und einer sehr schönen Gartenanlage mit vielen Palmen hat uns sehr gut gefallen. Das Zimmer war groß, gemütlich eingerichtet, mit Fenstern auf allen vier Seiten, allerdings ohne Scheiben. Nur der ständige, eigentlich angenehme, Wind war im Zimmer als Durchzug ein wenig störend. Bei Niedrigwasser kann man weit über den Sandstrand bis zum vorgelagerten Riff laufen und in kleinen Vertiefungen sowie über kleinen Korallenbereichen interessante Meerestiere beobachten. Auch Algenplantagen gab es zu sehen. Wir hatten Glück bezüglich der Tiden. Morgens war Hochwasser, dann wieder ab dem späteren Nachmittag bis Abend Flut, so dass man direkt vor unserem Seaview Zimmer zum Baden ins ca. 27- 28 Grad warme Meer gehen konnte, was im letzten Jahr bei der Shooting Star Lodge nicht der Fall war. 

Tagsüber konnte man im wenig frequentierten Infinity-Pool schwimmen. Andere Gäste nutzten eher die schönen Liegen. Das Essen war sehr gut und abwechslungsreich. Für einen Strandurlaub ist das Hotel absolut empfehlenswert. Eine am Strand privat gebuchte Tour mit Fahrt nach und Führung durch Stone Town war interessant und lohnenswert, nur halb so teuer für 2 Personen wie eine, die beim Hotel gebucht werden konnte.

Nachdem wir im Laufe unserer Tansania-Reisen drei unterschiedliche Strände auf Sansibar kennengelernt haben, hier noch die Erklärung, weshalb uns, besonders mich, der Pongwe Beach so begeistert hat.
1. Am Strand in Nungwi (2019) wurden wir bei unseren Spaziergängen immer wieder von fliegenden Strandhändlern angesprochen, weil es sich dort wegen der vielen Hotels für die Männer sicher lohnt. Sie abzuwimmeln war teilweise ziemlich anstrengend und nervig.
2. Am Kiwengwa-Strand (2023) wurden wir auch angesprochen, aber deutlich seltener. Bei Ebbe konnte man allerdings nicht so viele Beobachtungen machen, weil das Riff an vielen Stellen bis recht nah an den Strand reichte und es unbequem war, darauf zu laufen.
3. Am Pongwe-Strand wurden wir sehr selten bei einem Spaziergang angesprochen und nicht so unangenehm zum Kaufen eines Souvenirs etc gedrängt. Wie beschrieben konnte man vom Hotel aus weit über Sand zum Riff laufen und unterwegs diverse Meerestiere sowie Vogelarten beobachten. Deshalb war es wie eine Art Safari auf dem Meeresboden.

Wir geben für die Reise 5 Sterne.

Heinke Glameyer-Fleischmann und Volker Fleischmann
Tansania – Naturwunder rund um den Kilimanjaro, September 2024

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