Marco Penzel war in seinem früheren Leben Zeitungsredakteur und schon immer sehr reisebegeistert. Er kam 2005 zu Outback Africa, nachdem er den Süden Afrikas schon auf längeren Rundreisen kennen gelernt hatte. Marco betreute zunächst den Katalog und die Website von Outback Africa, stieg aber auch immer weiter in die Reiseberatung ein und vertiefte durch viele weitere Afrikareisen sein Safari-Wissen. Er ist Geschäftsführer, verantwortlich für das Marketing und Safari-Berater mit Schwerpunkt Sambia und seine Nachbarländer Malawi, Simbabwe, Botswana und Namibia.
Hier also haben Beverly und Dereck Joubert die dramatischen Fotos und Filme aufgenommen von den Löwen, die Büffel jagen. Gespannt und ein bisschen ehrfürchtig schweift mein Blick über die weite, offene Landschaft, die am Rande des Okavango-Deltas nördlich von Chief's Island liegt: Duba Plains. Wir sind auf Pirschfahrt mit Kops, einem Guide von Great Plains Conservation. Dieses Unternehmen hat sich dem Schutz großer Lebensräume in Botswana und Kenia verschrieben. Finanziert wird das in erster Linie durch exklusiven Safaritourismus mit wenigen, kleinen und hochklassigen Camps.
Immer wieder sehen wir große Gruppen von Letschwe-Antilopen. Ihre Hinterbeine sind deutlich kräftiger und länger als die Vorderläufe, so dass sie sich im flachen Wasser schneller fortbewegen können. Jetzt im Dezember, am Beginn der Regenzeit, ist der Wasserstand auf dem niedrigsten Niveau des Jahres. Erst Wochen nach der Regenzeit, etwa im Juni, erreicht das Wasser seinen Höchststand. Mehr als die örtlichen Niederschläge trägt der Zufluss aus dem Hochland von Angola zum Anstieg des Wasserspiegels bei, und der benötigt eben seine Zeit. „Wenn das Wasser höher steht, bleibt weniger trockenes Land, und dort konzentrieren sich dann die Tiere auf engerem Raum als jetzt“, erklärt Kops. Es klingt fast, als ob er um Entschuldigung bitten möchte. Doch das ist völlig unnötig. Nicht nur die sonst so seltenen Letschwes, auch andere Antilopen wie Kudus oder Riedböcke und, nicht zu vergessen, die unzähligen Vogelarten begeistern uns.
Die Löwen sehen wir übrigens auch, am Nachmittag ein Weibchen und ein Männchen, beide noch nicht ausgewachsen. Und am nächsten Morgen zwei Muttertiere mit insgesamt sechs unterschiedlich großen Jungen. Einer Herde von mehreren Hundert Büffeln begegnen wir ebenfalls. Allerdings werden sie in diesem Moment nicht von den Löwen gejagt, sondern rasten dicht gedrängt im hohen Gras. Nicht mehr alle Löwen von Duba sind auf die Büffeljagd spezialisiert, berichtet unser Guide. Jüngere Tiere, die sich gerade erst vom großen Rudel getrennt haben, fänden die Büffel zu gefährlich. Sie gingen lieber auf Nummer sicher und geben sich auch mit Warzenschweinen zufrieden.
Dieses Safariparadies genießen derzeit maximal zwölf Gäste zur gleichen Zeit. Das Duba Plains Camp zählt nicht mehr als sechs Zeltchalets. Der Service hier ist vorzüglich, doch die Gebäude selbst sind etwas in die Jahre gekommen. Deshalb soll das Camp im April 2016 geschlossen und komplett abgerissen werden. Ganz in der Nähe wird dann zunächst das Duba Expeditions Camp stehen und ebenfalls maximal zwölf Gäste beherbergen. Danach ist der Neubau des Duba Plains Camps an der alten Stelle geplant. 2017 soll es eröffnet werden. Ob das Expeditions Camp dann im Schutzgebiet von Duba Plains bleibt und sich die Gästezahl dann auf 24 verdoppelt oder ob es in eine andere Gegend umzieht, stand Ende 2015 noch nicht fest.
ein Kommentar
Marco Penzel
13.03.2017 um 10:41
Update: Im März 2017 eröffnete das neu gebaute Duba Plains Camp. Das im April 2016 eröffnete Duba Expedition Camp besteht weiter und soll Ende 2017 an einen neuen Standort im Norden des Schutzgebietes verlegt werden. Duba Plains Camp und Duba Expedition Camp bieten Platz für insgesamt nur 24 Gäste in einem 312 Quadratkilometer (77.000 Acres) großen privaten Naturschutzgebiet, dessen Landeigentümer die örtliche Dorfgemeinschaft ist.
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