Marco Penzel war in seinem früheren Leben Zeitungsredakteur und schon immer sehr reisebegeistert. Er kam 2005 zu Outback Africa, nachdem er den Süden Afrikas schon auf längeren Rundreisen kennen gelernt hatte. Marco betreute zunächst den Katalog und die Website von Outback Africa, stieg aber auch immer weiter in die Reiseberatung ein und vertiefte durch viele weitere Afrikareisen sein Safari-Wissen. Er ist Geschäftsführer, verantwortlich für das Marketing und Safari-Berater mit Schwerpunkt Sambia und seine Nachbarländer Malawi, Simbabwe, Botswana und Namibia.
Onsea House und andere Hotels in Arusha – Reisebericht Tanzania (2)
Ajub, der Safari-Guide unserer Partnerfirma Asilia, holt mich am Flughafen ab. Die Fahrt zum Onsea House am Stadtrand von Arusha dauert etwa 50 Minuten. Es befindet sich in einer vergleichsweise ruhigen Gegend an einer Seitenstraße, auf der nur wenige Autos entlang holpern. Onsea hat nur vier Gästezimmer. Das Grundstück liegt an einem Hang und wird von der Straße geteilt.Frühstücksraum und Restaurant-Terrasse liegen bei den oberen beiden Zimmern, der Pool beim unteren Gebäude. Man lege Wert auf persönlichen Service und jedes Detail, versichert mir Axel, der junge belgische Gastgeber. Sollten einmal weder er selbst noch sein Cousin selbst vor Ort sein können, empfange das Haus auch keine Gäste, erzählt Axel weiter, als er mich durch die mit frischen roten Rosen geschmückten Zimmer führt. Sie sind in schlichter Eleganz eingerichtet. In einer der Steckdosen, die in Tansania nach dem britischen System konstruiert sind, steckt ein Adapter für die deutschen Stecker meiner Handy- und Kamera-Ladegeräte. Hier hat also wirklich jemand an die Details gedacht.Doch das Wichtigste hier in Onsea ist das feine Essen. Davon hatte ich schon gehört, und Axel braucht nicht lange, bis er auf seine Küche und die sorgfältig ausgesuchten frischen Zutaten zu sprechen kommt. Hier werde so viel wie möglich selbst hergestellt, von Schokolade zum abendlichen Dessert bis hin zu den Brötchen auf dem Frühstückstisch. Axel hat eine Karriere als Sommelier und Koch in belgischen Sterne-Lokalen hinter sich. In seiner neuen Heimat hat er nun den Ehrgeiz, „das beste Restaurant zwischen Arusha und Dar es Salaam“ zu führen, wie er mehrfach erklärt. Nun, für gutes Essen kann ich mich ja auch begeistern. Aber leider fehlen mir sowohl Fachkenntnisse als auch Gelegenheiten zum Vergleich, um ein wirklich objektives Urteil abgeben zu können. Subjektiv betrachtet, ist das Abendessen tatsächlich hervorragend. Und es ist eine gute Gelegenheit, Kristien kennenzulernen, eine sympathische Kollegin von Asilia, die für die Buchung der Reiseprogramme unserer Kunden zuständig sein wird. Ihr Büro ist in Kapstadt, in Tansania ist sie also ebenfalls auf Erkundungsreise. Das Abendessen verteilt sich auf sieben kleinere und größere Gänge. Dabei zelebriert Axel genüßlich die Auswahl des jeweils passenden Weines. Er wechselt die Sorten auch zwischen zwei Gängen, wenn er es für angemessen hält. Uns schmecken sie alle. Aus dem weiteren Gespräch, zu dem sich noch ein französischer Gast hinzu gesellt, ist zu entnehmen, daß Axel die Weingüter am Kap, deren beste Tropfen er hier ausschenkt, persönlich kennt. Wein ist ein schönes Thema, finde ich. Und so beteilige ich mich mit meinem fundierten Halbwissen mutig an der Diskussion mit Fragen wie der, ob die besseren Weine nun vom Kap der Guten Hoffnung oder aus dem Bordelais kommen. Am Ende einigen wir uns, daß es darauf ebenso wenig eine endgültige Antwort gibt wie auf die Frage, ob nun Tansania oder Botswana das bessere Safari-Ziel ist. Als die anderen Gäste schon gegangen sind, offeriert mir Axel noch einen französischen Cognac. Ich erfahre, daß er neben dem Gästehaus samt Restaurant auch anspruchsvolles Catering anbietet. So habe er jüngst Roman Abramowitsch verpflegt, als der am Kilimanjaro unterwegs war. Nun, der russische Öl-Milliardär mußte ja umkehren, bevor er den höchsten Gipfel Afrikas erreicht hatte. Ich bin mir aber sicher, am Essen kann es nicht gelegen haben.Fürs Frühstück bleibt am nächsten Morgen nur wenig Zeit. Wir starten zeitig, holen noch andere Mitglieder unserer Reisegruppe in anderen Hotels ab und fahren zunächst zum Hauptquartier von Asilia. Das Büro liegt direkt neben einem großen Werkstatt-Areal, wo die Safarifahrzeuge gewartet werden. Das macht alles einen sehr soliden Eindruck. Doch wir müssen weiter, schließlich wollen wir in den Tarangire Nationalpark. Einen letzten kurzen Stopp legen wir in der Arusha Coffee Lodge ein. Die weitläufige Anlage mit insgesamt 30 Zimmern hat die Elewana-Gruppe erst kürzlich eröffnet. Sie liegt in der Nähe des Flughafens Arusha, der vor allem für Regionalflüge genutzt wird. Der Weg vom Kilimanjaro International Airport hierher ist recht weit, weil man zunächst Arusha durchqueren muß. Für Gäste, die vom oder zum kleineren Arusha Airport fliegen, ist die Lage ideal. Überrascht bin ich von den zwei Gesichtern der Bungalows. Äußerlich machen die dunkel gestrichenen Holzgebäude wenig her. Aber innen sind sie richtig schick eingerichtet. Die Bäder wirken mit breiten, rechteckigen Glas-Waschbecken sehr modern. In den Glasscheiben sind Kaffeebohnen eingelassen. Die Seife riecht nach Cappuccino.Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Weitere Kapitel dieses Reiseberichtes:
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