Ruaha River Lodge, Ruaha Nationalpark

von Ulrike Pârvu

Der Flug von Selous nach Ruaha dauert gut eineinhalb Stunden mit einem kurzen Zwischenstopp. Das reicht mir dann auch, die Fliegerei ist nicht wirklich mein Ding. So bin ich froh, als wir endlich in Ruaha landen. Die Landschaft hat sich sehr verändert. Buschland und Hügel winden sich entlang der Straße. Mein Transfer zu Lodge dauert etwa 45 Minuten. Schon auf dem Weg begegnen mir die ersten Elefanten. Nun bin ich schon auf so vielen Pirschfahrten gewesen, aber es ist immer noch sehr beeindruckend, diesen Tieren gegenüberzustehen. Wir kommen nahe heran und ich kann die langen Wimpern über den gutmütig scheinenden Augen sehen. Man kann schnell vergessen, dass Elefanten auch recht ungemütlich werden können, wenn man ihnen zu nahe kommt oder wenn sie einfach mal schlecht drauf sind. Auch das passiert.

Die Reisetabletten haben mich recht müde gemacht und so bin ich froh, als wir endlich an der Lodge ankommen. Nick, ein grauhaariger älterer Mann, empfängt mich sehr herzlich. Die Lodge liegt oberhalb der Ruaha River. Es geht recht steil hinauf und gleich bin ich mir sicher, dass ich hier keine gehbehinderten Gäste unterbringen darf. Dafür ist der Blick vom Hauptgebäude auf den Fluss in der Tat spektakulär. Das Rauschen der Wellen hat man Tag und Nacht im Ohr. Ich bekomme noch ein leichtes Mittagessen, bevor ich schon wieder zu einer kleinen Pirschfahrt starte. Vorher bringt mich jemand zu meinem Bungalow.Die gemauerten Bandas sind entlang des Flusses aufgereiht und auch von dort aus hat man direkten Blick auf das Wasser und alles, was sich darin, darüber oder daran bewegt. Mein Zimmer, wie auch alle anderen, ist sehr groß, ein Doppel- und ein Einzelbett stehen darin. Außerdem ist noch Platz für eine sehr bequeme Sitzgruppe und einen großzügigen Schreibtisch. Das Bad mit Dusche schließt sich gleich an.

Ganztagespirschfahrt in Ruaha

Nach dem Frühstück gehe ich zusammen mit zwei anderen Gästen des Camps auf eine ganztägige Pirschfahrt. Die beiden kommen aus Neuseeland, sind in Glasgow geboren und wir kommen schnell ins Gespräch. Sie haben schon viele Länder auf eigene Faust bereist. Ich freue mich, dass ich nicht wieder allein im Auto bin. Wir verlassen das Camp und nach nur wenigen Metern hüpft uns ein Gepard fast vor das Auto – was für ein Glück! Natürlich verzieht sich das Kätzchen gleich wieder in den Busch, aber wir entdecken noch zwei weitere stattliche Exemplare. Die drei liegen in der Sonne und dösen vor sich hin. Etwas Besseres hätte uns kaum passieren können. Anders als in der Serengeti oder der Massai Mara sind wir lange Zeit mit den Tieren allein. Natürlich hat unser Guide Ben Bescheid gegeben, aber es dauert ein bisschen, bis sich zwei weitere Fahrzeuge einfinden. Wir haben lange genug geschaut und fotografiert und entscheiden uns letztendlich für die Weiterfahrt. Es geht hinein in die hüglige Landschaft, Buschland wechselt zu Grasland. Elefanten, Giraffen, Impalas und Zebras stehen am Wegesrand. Wir machen immer wieder Fotostopps und Ben erklärt unermüdlich alle Vögel, Käfer und Tiere. Er ist wirklich ganz netter Bursche und will alles loswerden, was er in den vergangenen Wochen gelernt hat. Unser Mittagessen nehmen wir an einem Picknickplatz ein. Der ist sauber und aufgeräumt. Nichts liegt herum und die Toilette ist passabel.

 

Wir haben sicherlich schon etliche Kilometer hinter uns, als wir uns zur Heimkehr entschließen. Auf dem Rückweg kommen wir immer wieder am Ruaha River vorbei, an dem sich jetzt am Nachmittag die Tiere zum Trinken einfinden. An einer Stelle treffen Elefanten und Giraffen aufeinander. Die Ellis sind schon am Wasser und die jüngeren Tiere haben eine Menge Spaß. Sie balgen herum und die Erwachsenen passen auf, dass nichts passiert. Unser Auto wird argwöhnisch beobachtet, schließlich stellen sie aber fest, dass von uns wohl keine Gefahr ausgeht.

 Die Giraffen schauen dem Schauspiel durstig zu, trauen sich aber nicht näher heran. Schließlich verlässt die Elefantenherde das Terrain und die Giraffen kommen zum Zug. Wir müssen leider auch weiter, denn es liegt noch ein Stückchen Weg vor uns. Müde vom Geschüttel, aber sehr zufrieden kommen wir gegen Abend zurück zum Camp. Ich hüpfe unter die Dusche und freue mich auf das leckere Abendessen.. Am nächsten Morgen lasse ich es ruhig angehen. Mir bleibt noch Zeit für ein paar Fotos und eine Besichtigung des neuen Restaurants, das im August spätestens fertig sein soll. Dann verabschiede ich mich und Ben bringt mich zum Flughafen. Morgen treffe ich Angelika. Darauf freue ich mich schon sehr.

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