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Von der Massai Mara zum Amboseli Nationalpark
Ich muss mich beim Veranstalter beschweren. Hier kann man ja nachts kein Auge zutun, bei dem Lärm! Der volle Mara-Fluss, der direkt vor meinem Zelt vorbeirauscht, ist viel zu laut. So geht das nicht, ich fordere Preisminderung und Schmerzensgeld!
Spaß beiseite, laut ist es hier im Karen Blixen Camp tatsächlich, Tag und Nacht. Sicherlich habe ich die lauteste Zeit im Jahr erwischt, weil der Fluss Hochwasser hat. Kühl und feucht wird es abends und nachts auch. Erstmals bin ich nicht böse darum, dass während des Abendessens meine Seitenfenster geschlossen wurden, und ich habe später auch den Zeltstoff zwischen Schlafzimmer und Bad zugemacht, weil es zog. Über die Wärmflasche im Bett habe ich mich dann sehr gefreut
Am Morgen verziehen sich die Regenwolken, die am späten Nachmittag des Vortags noch einen kräftigen Gewitterregen gebracht hatten. Meine Naturwanderung fiel deshalb aus und wurde auf heute verschoben. Dieser "Nature Walk" auf dem Gelände des Camps ist sehr empfehlenswert. Naturführer Julius weiß unglaublich viel und hat eine tolle Art, es den Gäste zu vermitteln. Noch nie hat mir jemand so detailliert den Inhalt und die Funktionsweise eines Termitenhügels erklärt. Ich rieche an Blättern, fotografiere schöne Blüten, sehe die Spuren von Hippos und Büffeln und lerne über die medizinische Nutzung einiger Pflanzen. Auch hier wächst das "Red Oat Grass", das typische Gras, das derzeit in der Massai Mara so hoch steht und auf die baldige Ankunft der Zebras und Gnus wartet.
Der Rundgang endet an der Schule hinter dem Camp, an der junge Massai aus der Umgebung in kleinen Klassen kochen lernen. Ein Projekt des jungen dänischen Kochs und Manager-Assistenten Freddy, das von der Regierung gefördert wird. Die Ausbildung dauert anderthalb Jahre und endet mit einem anerkannten Abschluss als Koch. Parallel dazu lernen bzw. verbessern die Massai auch ihr Englisch. So qualifiziert können sie hinterher eine Anstellung in den Touristencamps oder gar in Nairobi bekommen. Ein bemerkenswertes Projekt, hinter dem Freddy mit großer Motivation und viel Enthusiasmus steht.Bald ist es Zeit zum Aufbruch, und ich verabschiede mich von der engagierten hellblonden Managerin Kerstin. Das war meine letzte Station in der Massai Mara, nun geht es vom Mara North Airstrip zurück nach Nairobi. Auf dem Weg zum Airstrip erleben wir noch eine besondere Tiersichtung: Zwei Geparden nicht weit von der Piste. Und kein anderes Fahrzeug weit und breit.
Ich verabschiede mich von meinem tollen Guide und Fahrer Paul, bei dem ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt habe. Er nimmt den längeren Weg über Land, ich hebe kurz nach 11 Uhr ab und sehe den Mara-Fluss mit seinen Schleifen noch einmal von oben. Nach einer guten Stunde ruhigen Flugs landen wir auf dem Wilson Airport.
Reisebericht Kenia
- Kenia - Reisebericht Mai 2012
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